Dienstag, 8. August 2017

Die Heinrich-Böll-Stiftung - ein staatlich finanziertes Matriarchat

Inhaltsübersicht

Zusammenfassung

Seit Wochen sorgt der grüne Antifeminismus-Pranger "agentin.org" für erhebliches Rauschen im Blätterwald. Er wurde mitverantwortet vom Leiter des Gunda-Werner-Instituts, Henning von Bargen (Archiv). Laut einer aktuellen Verlautbarung des Vorstands der Heinrich-Böll-Stiftung wurde der Pranger soeben vom Netz genommen. Da nicht jeder diese Namen und Institutionen einordnen kann, rekapitulieren wir - speziell für Anfänger und inspiriert vom Faktenfinder der Tagesschau - die wichtigsten Sachinformationen zu den Akteuren in dieser Affäre, um zu besser einordnen zu können, wer hat da was mit welchem Hintergrund entschieden hat. Die Fakten:
  • Die Heinrich-Böll-Stiftung ist keine Stiftung im rechtlichen Sinn, sondern ein eingetragener gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin. Formal ist der Verein parteiunabhängig, tatsächlich dürfen die 49 zulässigen Mitglieder nur von der Bundespartei und der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen nominiert werden. Das Impressum bezeichnet den Heinrich-Böll-Stiftung e.V. daher korrekt als "die parteinahe Stiftung der Grünen".
  • Der Verein hat jährliche Einnahmen in der Größenordnung von 60 Millionen Euro, die nahezu vollständig aus öffentlichen Kassen stammen.
  • Ein besonderes Anliegen des Vereins ist "die Verwirklichung von Geschlechterdemokratie als ein von Abhängigkeit und Dominanz freies Verhältnis der Geschlechter." Die real existierende Geschlechterdemokratie des Vereins kopiert das Frauenstatut der Grünen, das in allen Machtpositionen eine (grundgesetzwidrige) harte Frauenquote von 50% vorschreibt, 100% sind explizit erlaubt, mehr als 50% Männeranteil sind nicht erlaubt. Aktuell beträgt die Frauenquote im Vereinsvorstand und der Geschäftsführung 100%, ebenso natürlich in dem mit Sondervollmachten ausgestatteten Frauenrat. Eine Geschlechterdemokratie im Sinne der Heinrich-Böll-Stiftung ist somit faktisch ein Matriarchat.
  • Das ebenfalls öffentlich auftretende Gunda-Werner-Institut (GWI) ist keine eigene juristische Person, sondern nur eine Organisationseinheit innerhalb des Vereins. Ziel des GWI ist insbesondere, Herrschaftsstrukturen und Dominanzverhältnisse zwischen den Geschlechtern zu reflektieren und gesellschaftliche Emanzipation und Gleichstellung aller Geschlechter in allen Bereichen der Gesellschaft - de facto also ein Matriarchat - zu unterstützen und voranzutreiben.
  • Das satzungsmäßige wie faktische Matriarchat im Heinrich-Böll-Stiftung e.V. steht offensichtlich in krassem Gegensatz zu Grundgesetz Artikel 3. Eine spannende Frage, für die man einen Verfassungsjuristen braucht, besteht darin, ob es zulässig ist, aus staatlichen Mitteln Vereine zu finanzieren, die offensichtlich selber grundgesetzwidrige Strukturen haben und weiter verbreiten wollen.


Der "Heinrich-Böll-Stiftung e.V."

Rechtsform

Der "Heinrich-Böll-Stiftung e.V." ist keine Stiftung im üblichen rechtlichen Sinn, sondern ein eingetragener Verein. Eine Stiftung ist in Deutschland eine Einrichtung, die mit Hilfe eines Vermögens einen vom Stifter des Vermögens festgelegten Zweck verfolgt. Die meisten Stiftungen sind öffentliche Stiftungen des bürgerlichen Rechts und dienen gemeinnützigen Zwecken. Der Heinrich-Böll-Stiftung e.V. hat keinen derartigen Vermögensstock, er finanziert sich nur über laufende Einnahmen.

Aktuelle Zusammensetzung von Vorstand, Geschäftsführung und weiteren Leitungsfunktionen

Die aktuelle Zusammensetzung von Vorstand, Geschäftsführung und weiteren Gremien finden sich auf der Seite https://www.boell.de/de/kontakt bzw. im Organisationsplan (Stand: 30. April 2017). Danach sind die Leitungsfunktionen geschlechterdemokratisch und satzungskonform wie folgt zusammengesetzt (Frauen : Männer - Frauenquote):
  • Vorstand: 2:0 - 100%
  • Referentinnen des Vorstands: 2:0 - 100%
  • Geschäftsführung: 1:0 - 100%
  • Referentinnen / Assistentinnen der Geschäftsführung: 4:0 - 100%
  • Aufsichtsrat: 5:4 - 55%
  • Frauenrat: 10:0 - 100%

Finanzierung

Der Heinrich-Böll-Stiftung e.V. weist in seinen Jahresberichten die Einnahmen nach Hauptquellen strukturiert aus. Im Jahresbericht 2016 werden die Einnahmequellen auf S. 54 wie folgt erläutert:
Finanzielle Rahmenbedingungen der Stiftungsarbeit

Die Heinrich-Böll-Stiftung ist als gemeinnütziger Verein beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg registriert. Ihre Arbeit finanziert sich zum überwiegenden Teil aus öffentlichen Zuwendungen. Der zentrale Baustein unserer Finanzierung sind die sog. Globalmittel, die der Bundestag im Haushalt des Bundesministeriums des Innern für die Arbeit politischer Stiftungen zur Verfügung stellt. Über die Verwendung der Globalmittel kann die Stiftung zur Erfüllung ihrer satzungsgemäßen Aufgaben weitgehend frei entscheiden. ...

Zusätzlich erhält die Stiftung Projektmittel, die nur für den jeweils vereinbarten Zweck verausgabt werden dürfen (z. B. für die Auslandsarbeit oder die Studien- und Promotionsförderung). Die Projektmittel werden durch Verwaltungskostenzuschüsse (VKZ) ergänzt, die ähnlich wie Globalmittel eingesetzt werden können. ...

Neben den öffentlichen Mitteln hat die Heinrich-Böll-Stiftung auch Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb der Weiterbildungsakademie Green Campus.

Die Gesamteinnahmen betrugen 57.599.805 Euro in 2015, 62.221.188 Euro in 2016.

Die Globalmittel hatten einen Anteil von 34,07% in 2015 und 32,92% in 2016.

Die Projektmittel Bundesregierung und EU hatten einen Anteil von 65,60% in 2015 und 66,21% in 2016.

Die "Sonstigen Einnahmen", unter die u.a. die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen fallen, betrugen 0,13% in 2015 und 0,28% in 2016. D.h. die nicht aus öffentlichen Quellen stammenden Mittel sind nur marginal.



Das Gunda-Werner-Institut (GWI)

Das Gunda-Werner-Institut (GWI) hat eine eigene Webseite http://www.gwi-boell.de und wird deswegen und wegen der Bezeichnung "Institut" leicht fälschlich für eine eigene juristische Person gehalten. Tatsächlich ist es nur eine Organisationseinheit des Heinrich-Böll-Stiftung e.V., die in dessen Satzung § 11b eingerichtet wird.

Man kann sich fragen, wieso ein radikal feministischer, matriarchaler Verein noch einmal zusätzlich eine extrafeministische Organisationseinheit braucht und worin sich diese Organisationseinheit vom restlichen Verein unterscheidet. Am naheliegendsten ist die Interpretation als Elitetruppe und Think Tank. Nach eigenem Bekunden steht auf Platz 1 der Themenliste des GWI das Thema Feminismus & Geschlechterdemokratie, bei dem "feministische und geschlechterdemokratische Konzepte weiterentwickelt" werden.

In der Gliederung der Themenseite Feminismus & Geschlechterdemokratie findet man wider Erwarten keinen Eintrag für Feminismus, stattdessen einen für Antifeminismus - die Bekämpfung von Feminismuskritikern und Meinungsgegnern scheint oberste Priorität zu haben - und Männerpolitiken, wo es z.B. um "wütende weiße Männer" und "Rassismus und Männlichkeiten" geht.

Zum Begriff Geschlechterdemokratie erfahren wir auf einer eigenen Themenseite:

Geschlechterdemokratie als Vision und Organisationsprinzip

Geschlechterdemokratie hat die Vision, Demokratie zwischen Frauen und Männern herzustellen, und zwar nicht nur durch formale Gleichheit, sondern durch die Anerkennung von Verschiedenheit auf der Basis gleicher Rechte und Möglichkeiten. Geschlechterdemokratie ist ein Leitbild und Organisationsprinzip, das geschlechtliche Hierarchien und starre Geschlechterrollen, die in gesellschaftlichen Einrichtungen und Organisationen strukturell "eingefroren" sind, aufbrechen und verändern will.

Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung

Geschlechterdemokratie ist in der Heinrich-Böll-Stiftung als übergreifendes Leitbild in der Satzung verankert und durchzieht alle Bereiche der Stiftungsarbeit. Das Leitbild ist nicht nur Arbeitsaufgabe, sondern auch Organisationsprinzip: geschlechterhierarchische Organisationskulturen und -strukturen sollen demokratisiert, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sensibel für Geschlechterdifferenz und Ungleichheit werden und sich auch in ihrer Arbeit für Geschlechtergerechtigkeit einsetzen. ....



Kampfbegriff "Geschlechterdemokratie"

Politische Kampfbegriffe sind Instrumente des politischen Meinungskampfes und dienen oft dazu, unterschwellig unzutreffende Botschaften zu vermitteln oder Debatten zu vernebeln, um tatsächlich verfolgte Ziele zu verdecken, so auch hier.

Der Begriff "Geschlechterdemokratie" ist wörtlich genommen Unsinn. Demokratie ist eine Herrschaft des Staatsvolkes, das unmittelbar oder durch Auswahl entscheidungstragender Repräsentanten an allen Entscheidungen, die die Allgemeinheit verbindlich betreffen, beteiligt ist. Wesentlich ist hier, daß einzelne Menschen indirekt über gewählte Vertreter oder direkt über Volksabstimmungen Macht ausüben, unabhängig von ihrem Geschlecht. "Geschlechter" im Sinne der Kollektive der Frauen, Männer o.a. sind keine Menschen und haben als solche auch keine Menschenrechte oder Machtbefugnisse. Schon der Begriff "Geschlechterdemokratie" ist daher unmittelbar antidemokratisch.

Das GWI definiert Geschlechterdemokratie als "ein Leitbild und Organisationsprinzip, das geschlechtliche Hierarchien und starre Geschlechterrollen ... aufbrechen und verändern will". Das ist kategoriell etwas anderes als eine Demokratie, nämlich bestenfalls eine Ideologie oder Gehirnwäsche, die auf Kampfbegriffen wie Geschlecht ("Gender"), Geschlechterhierarchie oder (Geschlechts-) Stereotype basiert und die einen mehr oder weniger totalitäten Anspruch aufstellt, wie sich Menschen im Alltag verhalten sollen. Damit sind wir weit entfernt von den Regelungsbefugnissen, die man dem Gesetzgeber in freiheitlichen Demokratien zugesteht.

Ebenfalls extrem fragwürdig ist die Definition von Geschlechterdemokratie als "Demokratie zwischen Frauen und Männern". Eine Demokratie existiert nicht "zwischen" bestimmten Machtinhabern, sondern in einem Staat. Wenn hier mit "Frauen" und "Männern" die jeweiligen Kollektive gemeint sind, ist Geschlechterdemokratie nur ein Synonym für Identitätspolitik, einer ausgesprochen asozialen und schädlichen Ideologie, die indes seit langem zum Markenkern des Feminismus gehört.

Teilweise wird Geschlechterdemokratie auch als synonym zu Gender Mainstreaming verstanden. Offiziell strebt man dabei die Berücksichtigung der Interessen aller "Geschlechter" an, faktisch aber eine einseitige Privilegierung von Frauen, wie sie sich am besten in der real gelebten Geschlechterdemokratie des Heinrich-Böll-Stiftung e.V. zeigt.



Auszüge aus der Satzung des Heinrich-Böll-Stiftung e.V.

Auszüge aus der Satzung des Heinrich-Böll-Stiftung e.V. vom 18. Dezember 2007 (Hervorhebungen hinzugefügt):

§ 2 Zweck des Vereins

(3) Ein besonderes Anliegen ist ihr die Verwirklichung von Geschlechterdemokratie als ein von Abhängigkeit und Dominanz freies Verhältnis der Geschlechter. Diese Gemeinschaftsaufgabe ist sowohl für die interne Zusammenarbeit als auch für die öffentliche Tätigkeit aller Bereiche ein maßgebliches Leitbild.

§ 3 Gemeinnützigkeit

(3) Die Mittel der Stiftung dürfen nicht an eine Partei oder eine ihrer Untergliederungen weitergegeben werden.

§ 4 Mitgliedschaft

(2) Die Zahl der Mitglieder ist auf 49 begrenzt.

(3) Die Mitglieder werden als Einzelpersonen aufgrund von Wahlvorschlägen aus
a) der Bundespartei und der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen,
b) jeder Landesstiftung,
c) den Freundinnen und Freunden der Heinrich-Böll-Stiftung
durch die Mitgliederversammlung gewählt.

§ 5 Zusammensetzung und Arbeit der Organe und Gremien

(1) Organe des Vereins sind:
a) die Mitgliederversammlung
b) der Vorstand
c) der Aufsichtsrat

Gremien des Vereins sind:
a) der Frauenrat
...

(2) Für die Organe und Gremien der Stiftung gilt eine Quotierung von mindestens 50 Prozent für Frauen auf allen Arbeitsebenen sowie mindestens zehn Prozent für Personen mit Migrationshintergrund. Für den Bereich der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gilt dies als Zielvorgabe.

§ 6 Mitgliederversammlung

(6) Ein Beschluss der Mitgliederversammlung, der gegen die Mehrheit der anwesenden Frauen gefasst worden ist, ist bis zur nächsten Mitgliederversammlung auszusetzen, wenn mindestens die Hälfte der Frauen der Mitgliederversammlung anwesend ist und dies mit Mehrheit beschließt (aufschiebendes Veto). Die Abstimmung erfolgt auf Antrag von mindestens zwei der anwesenden Frauen der Mitgliederversammlung.

§ 10 Frauenrat

(1) Zur Unterstützung frauenpolitischer Ziele der Stiftung nach § 2 der Satzung und zur Umsetzung der Gemeinschaftsaufgabe Geschlechterdemokratie nach innen und außen wird der Frauenrat eingesetzt, der mit dem Koordinationsbereich der Gemeinschaftsaufgabe eng verknüpft ist. .....

Als qualifizierte Empfehlungen müssen die Frauenratsentscheidungen vom Vorstand berücksichtigt werden. Im Falle von Dissens muss der Vorstand seine Position gegenüber dem Frauenrat begründen und diskutieren, bevor er eine endgültige Entscheidung trifft. ...

(3) Der Frauenrat setzt sich zusammen aus mindestens sieben und höchstens zehn Frauen.

§ 11b Gunda-Werner-Institut

(1) Das Gunda-Werner-Institut trägt auf der Grundlage feministischer und geschlechterdemokratischer Erkenntnisse in emanzipativer Absicht zur politischen Bildungs- und Beratungsarbeit der Stiftung bei. Ziel der Arbeit ist es insbesondere, Herrschaftsstrukturen und Dominanzverhältnisse zwischen den Geschlechtern zu reflektieren und gesellschaftliche Emanzipation und Gleichstellung aller Geschlechter in allen Bereichen der Gesellschaft zu unterstützen und voranzutreiben

(2) Das Gunda-Werner-Institut arbeitet als eigener Bestandteil der Bundesstiftung an der Umsetzung der Stiftungsziele mit. Zur Gewährleistung einer professionell strukturierten Arbeit werden dem Institut in ausreichendem Maße Globalmittel zur Verfügung gestellt.

...



Quellen

  1. Jahresbericht 2015. Heinrich-Böll-Stiftung e.V., 2016. https://www.boell.de/sites/default/files/boell-stiftung_jahresbericht-2015.pdf
  2. Jahresbericht 2016. Heinrich-Böll-Stiftung e.V., 2017. https://www.boell.de/sites/default/files/hbs_-_jahresbe ... zel.pdf

Donnerstag, 15. Juni 2017

Die psychologische Kriegführung der Süddeutschen gegen "die Männer"

Inhaltsübersicht

Zusammenfassung

Im Rahmen ihrer psychologischen Kriegführung gegen "den Mann als solchen" hat die Süddeutsche Zeitung (SZ) am letzten Wochenende gleich fünf Artikel zum "brandaktuellen" Themenschwerpunkt "Mann in der Krise" publiziert. Tatsächlich ist die feministische Propaganda, der Mann stecke in einer Krise und habe gefälligst verunsichert zu sein und im Feminismus sein Heil zu suchen, mittlerweile jahrzehntealt und dient nur noch zur Demoralisierung des Gegners (sofern dieser darauf hereinfällt).

Insofern überrascht es nicht, daß die SZ keinerlei neue Erkenntnisse zu bieten hat, worin die "Krise des Mannes" besteht und wer überhaupt dieser "Mann" ist. Statt Sachinformationen bietet die SZ einen bunten Strauß von feministischen Halbwahrheiten bzw. Ganzfalschheiten. Im Leitartikel bietet sie immerhin optisch als Aufmacher für die feministische Leserin ein extrem muskulöses, allerdings daumenlutschendes (!) Exemplar der Spezies Mann an, womit eindeutig bewiesen ist, daß "der Mann als solcher" ein in seine Muckis verliebter, retrograder Vollidiot, also die personifizierte Krise ist.

Die desaströse journalistische Qualität des Leitartikels setzt sich im ganzen Themenschwerpunkt fort: Die meisten Beiträge vermitteln kurioserweise und ggf. ungeplant den Eindruck, daß eigentlich nicht "die Männer" eine Krise haben, sondern viel eher die Frauen, der Feminismus und die SZ-Redaktion.



Psychologische Kriegführung

Der moderne Feminismus versteht die Beziehung zwischen Männern und Frauen bekanntlich als Macht- und Befreiungskampf einer unterdrückten Klasse - "die Frauen" - gegen ihre Unterdrücker - "die Männer". Bei den Grünen ist dieser Machtkampf bereits entschieden, das Frauenstatut macht Männer zu Menschen 2. Klasse und etabliert ein Matriarchat, in der Frauen alle Machtpositionen besetzen und die Rolle der Herrenrasse spielen. Dieser Machtkampf ist aber noch nicht überall gewonnen, daher sind alle Mittel recht, diesen Kampf zu gewinnen.

Zu den wichtigsten Mitteln der modernen Kriegführung zählt die psychologische Kriegführung, hier insb. die Demoralisierung des Gegners mit psychologischen Methoden (unter Benutzung üblicher Propagandatechniken). Die mediale Dauerbeschallung, der Mann (ersatzweise seine Männlichkeit) sei in der Krise, kann man inzwischen nur noch als Teil einer solchen psychologischen Kriegführung interpretieren. Um dies zu erkennen, muß man zunächst eine begriffliche Doppeldeutigkeit bzw. Trickserei durchschauen: "Krise des Mannes" hat zwei grundverschiedene Bedeutungen:

  1. die soziologische Bedeutung: u.a. die Bildungsnachteile von Jungen / Männern, die hohe Selbstmordrate etc., die mit Statistiken objektiv dokumentiert sind; "Mann" steht hier für die männliche Population, "Krise" für inakzeptable soziale Zustände.
  2. die psychologische Bedeutung: ein defizitärer psychologischer Innenzustand von Männern, depressives Selbstbild, fehlendes Selbstbewußtsein usw.; "Mann" steht hier für einzelne Personen, "Krise" für individuelle Defizite dieser Person.
Ziel der psychologischen Kriegführung muß es vor allem sein, die Krise der Männer im Sinne der 2. Definition zu erzeugen, Männern also einzureden, sie seien defizitär, Versager, charakterlich minderwertig usw.


Das Männerbild der Süddeutschen: Mimimi-Männer als grenzdebile, retrograde Heulsusen

Wie schon einleitend erwähnt hatte die SZ am letzten Wochenende (11.06.2017) einen Schwerpunkt "Mann in der Krise". Die insg. fünf Artikel, insb. der Leitartikel, erzeugten einiges Rauschen im Blätterwald. Die Kulturpresseschau des Deutschlandfunks hat immerhin die Intention des Schwerpunkts ganz gut erfaßt und titelt: Männer sind die neuen Frauen (übrigens bei näherem Hinsehen ein äußerst problematisches Statement).

Damit auch niemand den Schwerpunkt übersieht, führt die SZ ihn auf den Themenseiten sowohl als Männlichkeit in der Krise als auch als Mann in der Krise auf. Die Liste der Artikel ist in beiden Fällen identisch, ebenso der erläuternde Text zu den Übersichtslisten:

Der Mann - ein gesellschaftlicher Problemfall?

Dem Mann geht es nicht gut. Heißt es gerade immer wieder. Man gibt ihm die Schuld an allem, was schief läuft in der Welt. Sexismus, Gewalt, Trump. Was ist los mit dir, Mann? Zeit für eine Inspektion.

Schon diese wenigen Zeilen triefen nur so von Propaganda. Die Frage in der Überschrift ist definitiv rhetorisch, die SZ läßt keinen Zweifel daran, daß sie den Mann für einen gesellschaftlichen Problemfall hält, macht hier aber statt einer expliziten Aussage lieber eine implizite. In dem begleitenden Video wird es direkter: mit dramatischer Geste wird verkündet, der Mann sei zum gesellschaftlichen Problemfall geworden.

Die Aussage "Dem Mann geht es nicht gut." ist in ihrer Pauschalität falsch und dient nur dazu, einen Strohmann aufzubauen, der im nächsten Satz widerlegt wird: Es heißt nämlich nur so, in Wirklichkeit stimmt das nicht, das sind alles nur Behauptungen.

Richtig ist am nächsten Satz, daß andere, insb. Feministinnen, Männer zum Sündenbock für alles mögliche erklären (das hat Tradition, Leseempfehlung: Kucklick: Das unmoralische Geschlecht) - was die SZ zur Frage führt "Was ist los mit dir, Mann?", ihn also auffordert, sich zu persönlich zu entschuldigen. Daß mit den feministischen Anklägern etwas los sein könnte, ist jenseits des Denkhorizonts der SZ.

"Zeit für eine Inspektion" ist es auch nicht, denn die Krise der Männer im soziologischen Sinn ist gut erforscht. Staunend bis irritiert entnehmen wir diesem Satz, daß die SZ offenbar glaubt, ausreichend qualifiziert zu sein, Männer zu inspizieren. Die vorliegende Artikelserie bestätigt den Eindruck, daß es sich hier um eine grandiose Selbstüberschätzung handelt.

Der Daumenlutscher

Noch besser als der erläuternde Text zu den Übersichtslisten illustriert ein Bild das Männerbild der Süddeutschen. Das Bild illustriert den ersten Listeneintrag wie auch diesen Artikel selber. Es zeigt einen extrem muskulösen Mann, der mit geschlossenen Augen an seinem Daumen lutscht. Eingerahmt wird das ganze durch ein Marssymbol, das scheinbar mit einem dicken lila Filzstift über den Oberkörper des Mannes gezeichnet ist.

Was uns der Künstler mit dem Bild sagen will, könnte kaum plakativer ausgedrückt werden: Der Mann als solcher ist ein grenzdebiler, retrograder Vollidiot, seine einzige Qualifikation sind seine dicken Muskeln, und intellektuell ist er nicht über das Alter von 2 - 4 Jahren hinausgekommen. Immerhin kann man hoffen, daß das hier besser ausgeht als im Struwwelpeter.

Obwohl immer wieder gerne behauptet wird, der Feminismus sei auch für Männer gut, hat die SZ-Redaktion hier sicherheitshalber doch lieber ihre tiefsitzende Verachtung alles Männlichen und ihren damit zusammenhängenden Männerhaß visuell dokumentiert. Ein interessantes Experiment ist in solchen Fällen immer, den Mann gedanklich durch eine Frau, einen Islamisten oder sonstige Person, die auf der intersektionalen Opferstatushierarchie weiter oben steht, zu ersetzen. In der SZ-Redaktion würde mit einiger Sicherheit ein Sturm der Empörung ausbrechen über diese sexistische, haßerfüllte Darstellung eines Menschen und den Versuch, ihm seine Würde zu nehmen (gerne auch garniert mit Hinweisen auf GG Art. 1).

Breaking News

Das Bild vom Mann als Vollidiot hat den Untertitel:
Männer inszenieren sich plötzlich als Opfer gesellschaftlicher Diskriminierung. Was ist da eigentlich los?
Damit ist, bevor der Leser mit Details belästigt wird, schon mal implizit alles wichtige klargestellt: Männer sind nicht benachteiligt, sie inszenieren sich nur als solche, lügen also mal wieder. Daß die jahrelangen Beschwerden von Männern über ihre Benachteiligungen "plötzlich" von der SZ-Redaktion wahrgenommen werden - seit letzter Woche? -, ist womöglich die eigentliche Nachricht und verrät uns viel über die geistige Abgeschottetheit der SZ-Redaktion.


Der Leitartikel: "Mimimi?"

Die Liste der Artikel zum Schwerpunkt "Mann/Männlichkeit in der Krise" enthält als ersten und sozusagen als Leitartikel einen Text von Julian Dörr, der anfangs den Titel Mimimi? hatte. Nach ca. 2 Tagen wurde der Titel, vielleicht weil er doch zu peinlich war, geändert in "Der Mann in der Krise". Allerdings funktioniert der alte Link http://www.sueddeutsche.de/kultur/maennlichkeit-in-der-krise-mimimi-1.3476657, der den ursprünglichen Titel enthält, immer noch. Der Artikel erschien auch in einer gekürzten Fassung unter dem Titel "Krone der Erschöpfung" in der Druckausgabe.

Männer bekommen Angst

Im eigentlichen Artikel erhält das Bild des Daumenlutschers noch einen Begleittext:
Feminismus, Globalisierung und jetzt auch noch die Digitalisierung: Der Mann bekommt es mit der Angst zu tun. (Foto: Getty Images; Bearbeitung SZ)
Dieser Begleittext ist reines Wunschdenken. Anders gesagt drückt die SZ hier versehentlich offen aus, welchen Effekt sie mit ihren Texten erzielen möchte: "die Männer" sollen Angst vor dem Feminismus und den Frauen bekommen und sich bloß nicht mehr trauen, irgendwie aufzumucken.
[Nachtrag: in einer neueren, auf den 13.06.2017 datierten Version der Webseite ist der Begleittext geändert und lautet jetzt: "Der englische Bodybuilder und Mr. Universum Reg Park tut so, als würde er seinen Bizeps mit Luft aufpumpen. (Foto: Getty Images; Bearbeitung SZ)" Das ist ähnlich absurd wie die Daumenlutscherei.]

"Die Männer" haben nämlich leider bisher zu wenig Angst. Übertriebenes Selbstvertrauen und höhere Risikobereitschaft gelten bei anderer Gelegenheit als Kernbestandteile der toxischen Männlichkeit, die nachgerade epidemisch verbreitet ist und deren Bekämpfung feministischer Daseinszweck ist. Es ist sogar eine wissenschaftlich gut gesicherte Erkenntnis, daß ganz im Gegenteil zur Aussage der SZ Frauen ängstlicher als Männer sind. Solche Fakten stören aber nur, sie hindern die SZ nicht, ohne rot zu werden dem Leser ihre alternativen Fakten zu präsentieren.

Der Qualitätsjournalismus der SZ

Daß es die SZ-Redaktion (oder der Autor des Artikels) mit den Fakten nicht so genau nimmt (oder schlicht keine Ahnung hat oder die Leser einfach nur für dumm verkaufen will), demonstriert auch der folgende Text:
Männer sehen sich neuerdings als Verlierer, im Leben, im Job. Einer US-amerikanischen Studie zufolge fühlen sich mehr männliche Millennials ... im Arbeitsleben wegen ihres Geschlechts diskriminiert als Frauen. Männer sagen, ihre Aufstiegschancen seien beschränkt, weil Frauen bevorzugt würden. Eine gefühlte Wahrheit gut situierter White-Collar-Jungs? Denn Fakt ist: Der Gender Pay Gap, also die finanzielle Geschlechterungleichheit, ist jetzt gerade größer als noch vor acht Jahren. Ihn zu schließen könnte laut des jährlichen Berichts des World Economic Forum noch bis zum Jahr 2186 dauern. Unter den hundert reichsten Menschen der Welt finden sich zehn Frauen. In den Vorständen deutscher Dax-Unternehmen sitzen 45 Frauen insgesamt 630 Männern gegenüber.
Dieser Text ist Ansammlung von alternativen Fakten, Denkfehlern und Hetzpropaganda:
  1. Die zitierten nordamerikanischen männlichen Millennials haben durchaus Grund für ihre Annahme, diskriminiert zu werden, das ist keine "gefühlte Wahrheit gut situierter White-Collar-Jungs". Diese Gruppe ist eines der bekanntesten Beispiele für ein negatives Gender Pay Gap, d.h. Frauen erhalten dort höhere Stundenlöhne als Männer.

    Diese Information wird kurzerhand unterschlagen. Nicht zu reden von dem Risiko, von Frauen als Belästiger denunziert und umstandslos gefeuert zu werden.

  2. Die USA und Deutschland sind ferner durchaus verschieden. Die (korrekte) Meinung nordamerikanischer männlicher Millennials besagt nichts über die Meinung deutscher Millennials, um die es in einem deutschen Artikel eigentlich geht. Die Erwähnung der USA-Millennials ist daher unabhängig vom unterschlagenen negativen GPG deplaziert. Sie dient nur dazu, einen Strohmann aufzubauen, der eine politisch unpassende Meinung vertritt, und diese Meinung dann mit großer Geste widerlegen zu können. Womit bewiesen wäre, daß alle Männer lügen und unqualifiziert herumjammern.
  3. Das Gender Pay Gap dramatisch als "die finanzielle Geschlechterungleichheit" zu bezeichnen, ist unqualifizierter Dummenfang. Das GPG bezieht sich auf die Bruttostundenlöhne, nicht auf die Monatsgehälter oder Vermögensverhältnisse oder anderes.
  4. Als "Widerlegung" des o.g. Strohmanns wird der "Global Gender Gap Report 2016" des World Economic Forum angeführt. Dieser Bericht des World Economic Forum mißt, wie sogar aus dem Titel ersichtlich, das "Global Gender Gap". Das ist etwas völlig anderes als das GPG, dazu muß man sich aber in dem Report bis auf Seite 4 durchkämpfen, was den Autor sichtlich überfordert hat. Dort wird die Struktur des "Global Gender Gap Index" erklärt, z.B. spielt Zugang zu Bildung darin eine Rolle, das GPG hingegen keine relevante. GPGs werden im Global Gender Gap Report nicht berechnet, auch nicht länderspezifisch, z.B. für die USA (s. S. 356). Der Index ist auch nicht auf eine bestimmte Altersgruppe wie die Millennials beschränkt.
  5. Die Aussage, daß das GPG "jetzt gerade größer als noch vor acht Jahren" ist (für welches Land, wenn man fragen darf?), ist zumindest für Deutschland unzutreffend. Hier ist das (unvollständig) bereinigte GPG in den letzten Jahren gesunken.
  6. Die Hinweise auf die Frauenquoten unter den Milliardären bzw. unter den DAX-Vorständen haben nichts mit den Thesen des Schwerpunkts zu tun, daß "der Mann" eine Krise hat oder die nordamerikanischen männlichen Millennials verlogene Jammerlappen sind.
In diesem unqualifizierten Stil geht es in dem Text weiter. Auf Genderama wird eine weitere Serie von Argumentationsfehlern, Polemiken und Hetzparolen gelistet, die wir hier nicht wiederholen.

Große Teile des Artikels (und des begleitenden Videos) werden im übrigen darauf verwendet, einen neuen feministischen Jungstar zu promoten, Jack Urwin (25). Dessen Buch "Boys don't cry" ist ein flammendes Plädoyer für eine entgiftete Männlichkeit. Es verleitet seit Monaten feministische Journalisten zu Kritiken, die vor Begeisterung überschäumen, auch wenn es vereinzelt als nicht feministisch genug angesehen wird. Der Deutschlandfunk meint nüchtern, Nichts in Urwins Buch ist wirklich neu, dafür sind aber die altbekannten feministischen Weisheiten kraftvoll in den Raum geworfen und darin herumgekickt (ein eventuell schon wieder zu männliches Verhalten). So viel kritische Distanz ist allerdings von der SZ nicht zu erwarten. Urwin wird als die ultimative Wissensquelle und unhinterfragbarer Beweis, daß der Mann in der Krise ist, zitiert.

Insgesamt präsentiert der Text eine Sammlung von Denkfehlern, Falschdarstellungen, Hetzparolen und klassischen feministischen Dogmen, die darauf hinausläuft, "den Mann" kontrafaktisch als Lügner und Jammerlappen darzustellen, der selber schuld an seinen Problemen ist.



Männer im Kunstbetrieb noch nicht in der Krise?

Platz 2 der Liste der Artikel zum Themenschwerpunkt "Männlichkeit in der Krise" nimmt ein Interview der feministischen Filmemacherin und Autorin Miranda July ein. Selbige hat den Roman "Der erste fiese Typ" verfaßt, in dem sich eine 43-jährige Cheryl von sich selbst und den Erwartungen anderer, auch Männern, emanzipiert. Ob der fiese Typ oder Cheryl eine Krise hat und was das für den Rest der Welt bedeutet, wird nicht ganz klar.

Wir erfahren weiter, daß die Filmindustrie sehr sexistisch ist, das Leben für Frauen stets besch***en ist, ein männlicher Künstler mit 28 zum Genie erklärt wird und das dann für allezeit bleibt und daß es das bei Frauen nicht gibt. Der Eindruck drängt sich auf, daß eigentlich "die Frauen" eine Krise haben und es "den Männern" im Kunstbetrieb ganz prächtig geht, zumindest wenn sie sich mit 28 vom Patriarchat zum Genie erklären lassen.

Ein kleiner Mann, der womöglich in ein paar Jahren eine Krise als geschlechtsamorphe Schneeflocke haben wird, ist der 5-jährige Sohn von Miranda July. Wir erfahren, daß er gerade ein Kleid anhat, gerne geflochtene Zöpfe trägt und "von sehr fortschrittlich denkenden Menschen umgeben ist", die aber leider keine Ahnung von Persönlichkeitsentwicklung haben.

Summa summarum bleibt es schleierhaft, wie und mit welchen Argumenten dieser Text die These des Themenschwerpunkts, der Mann sei in der Krise, unterstützen könnte.



Nigerianische Männlichkeit in der Krise

Das Rätseln, was der Text mit dem Themenschwerpunkt zu tun hat, setzt sich beim dritten Text Wo Frauen noch vor Männern niederknien fort. Er stellt einen Nigerianer vor, der vor zwei Jahren nach Bayern eingewandert ist. Deutsche Frauen erscheinen ihm im Vergleich zu nigerianischen zwar als schön, aber auch als gefährliche Löwinnen, ferner als galant bis charmant, dabei aber ungewohnt bestimmt, fast schon herrisch, wie er es nur von Männern kannte. Erstaunlicherweise wundert er sich, daß so viele Ehen in Deutschland geschieden werden.

Daß unser Nigerianer in der Krise steckt, ist wahrscheinlich und nachvollziehbar. Er stellt aber nur eine kleine Minderheit in der deutschen Gesamtbevölkerung dar und ist insofern als Beweis ungeeignet, "der Mann" als solcher sei flächendeckend in der Krise.



Pop-Musikkritik der SZ in der Krise

Der nächste Text zum Themenschwerpunkt trägt den leicht anrüchigen Titel Geilheit! Diese ständige Geilheit!. Er behandelt den deutschen Kuschelpop und den dort verbreiteten verweichlichten Kuschelpop-Mann, über den alle nur noch lachen (ähnlich wie über den schon legendären Schmerzensmann). Dieser Population von vermutlich feministischen Musikanten wird plausibel eine Krise attestiert.

Allerdings geht es in diesem Artikel weniger um die üblichen Kuschelpop-Männer, sondern speziell um den aufkommenden Popstar Faber (bürgerlich: Julian Pollina), dessen Vokabular und Meinungsspektrum unkuschelig und typisch für Rapper ist. Faber hat durch nicht ganz PC-konforme Texte - z.B. indem er den Intellekt einer Frau mit dem eines Schafes verglich [was in der Tat grenzwertig ist] - bereits eine kleine Sexismus-Debatte losgetreten. Offenbar hat er trotzdem keine Krise, das ist die eigentliche Nachricht.

Eine Krise in dieser Geschichte hat offensichtlich der feministische Autor des Textes: Fassungslos beobachtet er, daß Faber "keine Rollenbilder hinterfragt, keine Gendernormen aufbricht" und sich einen feuchten Kehricht darum schert, ob jemand seine Texte in den falschen Hals bekommt oder sie für einen "machistischen Männerrollen-Backlash" hält. Und trotzdem jubeln die Frauen!!

Am Ende kommt ihm ein böser Verdacht: Vielleicht hat Faber das einfach alles verstanden. Das mit dem Mann sein. Und das mit den Männern und Frauen. Hier und heute. Im Gegensatz zur SZ-Redaktion: die hat das mit den Männern und Frauen offenbar nicht verstanden und schreibt deswegen ständig Texte über Männer in der Krise.

Dieser Artikel ist nachgerade eine Antithese zum Themenschwerpunkt: Die Männer, die sich an einem feministischen Männerbild ausgerichtet haben und versuchen, Frauen zu imitieren, sind öde und werden verlacht. Die wenigen, die sich nicht von hyperkorrekter PC beeindrucken lassen und ihr Ding machen, stehen entgegen allen feministischen Theorien sehr gut da.



Die Krise des Michael Kimmel

Im letzten Text zum Themenschwerpunkt darf wieder einmal Michael Kimmel seinen gewohnten Männerhaß verbreiten. Wütende weiße Männer sind gemäß Kimmel das Grundübel der Welt und Ursache alles Schlechten, inkl. Trump. Sie haben laut Kimmel Angst vor Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, Einwanderern und Frauen, die um die Jobs konkurrieren, und lassen sich von Populisten für dumm verkaufen.

Stellenweise hat Kimmel sogar recht: Populismus ist keine Theorie, es ist ein Gefühl. ... Diese Leute glauben, dass sie die Opfer sind [und ihnen Ungerechtigkeit widerfährt]. Besser kann man den Feminismus und die Produktion von Opferstatusbewußtsein bei Feministinnen nicht beschreiben.

Kimmel liefert außerdem eine Ferndiagnose der Psyche der deutschen AfD-Wähler, die sich von Kanzlerin Merkel entmannt sehen. Kimmel beweist eindrücklich, daß er wirklich jedes beliebige Problem elegant auf die gekränkte Männlichkeit wütender weißer Männer zurückführen kann.

Man fragt sich auch bei diesem Text verzweifelt, welche Männer nun gerade in der Krise sind und was dieses Interview zum Themenschwerpunkt beiträgt. Für Kimmel und die SZ kann nur jemand, der eine tiefe Krise hat, Trump wählen. Damit ist für die SZ anscheinend bewiesen, daß Kimmels Lieblingshaßobjekt, der "angry white man", der das Rückgrat der Trump-Wählerschaft bildet, und auch alle anderen Trump-Wähler (vor allem männliche) eine Krise haben.

Außerhalb der Filterblase, in der Kimmel und die SZ leben, könnte man den Eindruck haben, daß es dem "angry white man" (inkl. den Trump-Wählerinnen) gerade blendend geht, zumindest politisch und psychologisch. Von Krise keine Spur, man ist an der Macht. Weil aber nicht sein kann, was nicht sein darf, ist für Kimmel und die SZ trotzdem klar, daß der "angry white man" ganz einfach eine ganz schlimme Krise haben und eigentlich depressiv sein muß.



Fazit - die SZ in der Krise?

Die These vom "Mann in der Krise" hat einen ellenlangen Bart. Vor 30 - 40 Jahren hatte sie sogar noch einen gewissen Neuigkeitswert und war damals geeignet, Männer einzuschüchtern.

Gründe, sich heute wieder einmal mit dieser These zu befassen, könnten sein, die soziologischen Phänomene besser verstehen oder Abhilfe schaffen zu wollen - dazu leistet der Schwerpunkt nichts, ganz im Gegenteil werden Falschinformationen verbreitet. Stattdessen reitet er mitleidig bis höhnisch auf den Problemen mancher Männer herum. Der einzig erkennbare Zweck dieses Schwerpunkts ist psychologische Kriegführung gegen den "angry white man" oder ganz einfach alle nichtfeministischen Männer.

Der Versuch, den Lieblingsfeind zu demoralisieren, ist aber letztlich derart unqualifiziert durchgeführt, daß man damit höchstens völlige Anfänger übertölpeln und von ihrer Krise überzeugen kann. Wenn hier jemand eine Krise hat, dann mit Sicherheit die SZ mit ihrer journalistischen Qualität.

Fazit: Krisenlos männlich ist, wer sich von derartigen journalistischen Produkten nicht blenden läßt, die Propaganda durchschaut und sich bei passender Gelegenheit (z.B. den nächsten Bundestagswahlen) revanchiert.

Quellen

  1. Olaleye Akintola: Wo Frauen noch vor Männern niederknien. Süddeutsche, 11.06.2017. http://www.sueddeutsche.de/kultur/maennlichkeit-in-der- ... 3430996
  2. Patrick Bernau: Warum Frauen Probleme mit der Work-Life-Balance. FAZ, 13.06.2017. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen ... 23.html
  3. Jörg Blech, Rafaela von Bredow: Eine Krankheit namens Mann. Spiegel 38/2003, 15.09.2003. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-28591080.html
  4. Johanna Bruckner / Michael Kimmel: "Trump macht die männlichste Politik, die wir je hatten". Süddeutsche, 11.06.2017. http://www.sueddeutsche.de/kultur/maennlichkeit-in-der- ... 3436288
  5. Julian Dörr: Mimimi? (Der Mann in der Krise). Süddeutsche, 11.06.2017. http://www.sueddeutsche.de/kultur/maennlichkeit-in-der-krise-mimimi-1.3476657, http://www.sueddeutsche.de/kultur/maennlichkeit-in-der- ... 3476657, https://www.sueddeutsche.de/kultur/maennlichkeit-in-der ... 3476657
  6. Julian Dörr: Geilheit! Diese ständige Geilheit! Süddeutsche, 11.06.2017. http://www.sueddeutsche.de/kultur/maennlichkeit-in-der- ... 3520059
  7. Christiane Enkeler: Plädoyer für ein neues Männerbild. Deutschlandfunk, 04.03.2017. http://www.deutschlandfunkkultur.de/jack-urwin-boys-don ... =380447
  8. Christiane Lutz / Miranda July: "Ein Mann wird mit 28 zum Genie erklärt und bleibt das für allezeit". Süddeutsche, 11.06.2017. http://www.sueddeutsche.de/kultur/maennlichkeit-in-der- ... 3520068
  9. Gregor Sander: Männer sind die neuen Frauen. Deutschlandfunk Kultur, 11.06.2017. http://www.deutschlandfunkkultur.de/aus-den-feuilletons ... =388425
  10. Caspar Shaller: Männer? Kann man abschaffen, oder? DIE ZEIT, Nr. 12/2017, 16.03.2017. http://www.zeit.de/2017/12/boys-dont-cry-jack-urwin
  11. Ann-Kristin Tlusty: Kann Spuren von Gift enthalten. DIE ZEIT, 06.03.2017. http://www.zeit.de/kultur/2017-03/boys-dont-cry-maennli ... ansicht

Donnerstag, 20. April 2017

Glauben statt denken

Norddeutsche Propaganda

Vor Jahren, als ich mit diesem Blog angefangen habe, interessierten mich vor allem die wissenschaftlichen Grundlagen, die eine Geschlechterpolitik haben kann. Das war kindlich. In der Zeit habe ich gelernt, daß Wissenschaft und Fakten in der Politik keine wesentliche Rolle spielen, sondern nur Medienmacht, Desinformation, Propaganda und Faktenresistenz. Das Erkennen von medialer Meinungsmanipulation und Propagandatechniken gehört daher heutzutage zu den intellektuellen Grundfähigkeiten. Die natürlich trainiert werden müssen, deswegen werfen wir heute einen Blick auf DIE ZEIT und deren Osterausgabe.

Ostern ist bekanntlich die Zeit der inneren Einkehr und der Erneuerung des Glaubens. Dies dürfte der Grund gewesen sein, warum die ZEIT in ihrer Osterausgabe dem Thema Feminismus gleich 7 Artikel (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7) gewidmet hat. Das ist selbst für die ZEIT eine ungewöhnliche hohe Anzahl, üblich ist einer pro Heft. Günstig erschien der Zeitpunkt womöglich auch deshalb, weil das unermeßliche Leid, das die deutsche Frau, speziell wenn feministisch, täglich erleidet, nur an einem Tag wie dem Karfreitag richtig verstanden werden kann.

Einige der Artikel aus der Druckausgabe sind inzwischen auch auf ZEIT ONLINE publiziert worden (dort neben ca. 5 zusätzlichen Artikeln, die für mehr Feminismus werben), Frei zugänglich ist der Artikel von Carolin Würfel: "Feministin, ich? Ja! Aber wie?"

Frau Würfel darf ihre Meinung häufiger in der Zeit verbreiten. Sie schreibt nach einer Selbstdarstellung "viel über Kunst und Kultur, aber auch über fremde Länder, Feminismus oder Crystal Meth." Ob sie selber schon einmal Methamphetamin ausprobiert hat und in diesem Zustand ihren Artikel geschrieben hat, weiß man nicht. Der Artikel entführt den Leser und besonders die Leserin jedenfalls immer wieder in eine Traumwelt, die mit der mir bekannten Realität nicht viel zu tun hat.

Die österliche Beichte

Würfels Text beginnt mit einer Beichte.
Ich zweifle an mir. .... Ich zweifle daran, ob ich eine gute Feministin bin.
Und zwar deshalb, weil sie der Versuchung nicht restlos widerstanden hat, darüber nachzudenken, ob der Feminismus nicht mehr notwendig sei. Sie fragt sich, wo sie steht, auf der Seite des Guten oder des Bösen? Sie grübelt, warum sie sich davon entmutigen ließ, daß am "Women's March" in Berlin nur US-amerikanische Parolen nachgebetet wurden. Das Leben in einer feministischen Diaspora wie Deutschland ist deprimierend, wenn man die natürlich nicht paradiesischen, aber immerhin Mut machenden Zuständen in den USA zum Vergleich heranzieht. Dort bekennen sich viele feministische Prediger öffentlich und lautstark zu ihrem Glauben, manchmal so laut, daß man ihre Stimmen auch in Deutschland hören kann. Die deutsche Gemeinde nimmt den Glauben erschreckend unernst, wie einen Karneval der Kulturen, irgendwie politisch, aber eigentlich ein großes Familienfest, auf dem viele lustige Selfies entstehen. Frau Würfel durchschaut die Gefahr, daß so dem Feminismus die Ernsthaftigkeit abgesprochen werden kann, und enttarnt die Selfies-Produzentinnen als Wankelmütige im Glauben.

Im weiteren Verlauf widerlegt sie kenntnisreich die Argumente derjenigen, die "Nö." auf die Frage "Brauchen wir den Feminismus überhaupt?" antworten. Sie warnt eindringlich vor den geistigen Sünden, zu denen die Antichristfeministen verführen möchten. Die Antis sind Menschen, die den Irrglauben verbreiten, Feminismus sei eine Art geisteswissenschaftliches Nischenfach mit sehr eigenwilligen, sehr weltfremden Theorien [wahrscheinlich verwechselt sie hier Feminismus mit den Gender Studies, das kann einem leicht passieren], konstruiert von Frauen, die Männer nicht besonders mögen.

Sie versäumt es nicht, anschließend das profunde Wissen der "Unbedingt!"-Antwortenden zu preisen, die die sehr realen Ungerechtigkeiten wie die die Dreifachbelastung durch Job, Kinder und Pflege, die Altersarmut von Frauen, das um 21 Prozent höhere Einkommen von Männern und vor allem die subjektiven Ungerechtigkeiten, die zu den objektiven hinzukommen, korrekt erkennen.

Wir überspringen hier aus Platzgründen einige Ausführungen, die von hervorragender Kenntnis weiterer alternativer feministischer Fakten zeugen, und leiten zum finalen Schuldbekenntnis über,

dass nämlich der Feminismus in Deutschland so vor sich hinwabert, ... weil wir immer noch wie Duckmäuserinnen leben. ... Und weil wir selbst Schuld daran haben, dass sich in den letzten 40 Jahren so wenig verändert hat.

Die Buße

Dieses schonungslose Schuldbekenntnis macht den Weg frei zur Katharsis, Buße und Besserung. Die Besserung besteht offensichtlich darin, den vielen früheren Sünden - Frau Würfel zählt eine lange Liste auf - abzuschwören, z.B. sich den propagierten Körperidealen anzunähern, und kläglich zu scheitern ... so sein zu wollen, wie mich die anderen haben wollen usw.usw. Männer machen so etwas nie. Der gute Vorsatz lautet mithin:
Die falschen Fragen, sie müssen aufhören. Sie animieren uns zum Zweifeln. Die Frage, ob wir Feminismus brauchen, muss aufhören. Es ist doch klar, warum wir ihn brauchen.
Das ist mit Sicherheit jedem Leser völlig und restlos klar geworden.
Weil es nur logisch und sinnvoll und gerecht ist, dass jeder Mensch - egal welchen Geschlechts - die gleichen Rechte genießt.
Wer würde da nicht von ganzem Herzen zustimmen?
Und: Es gibt auch keine guten und keine schlechten Feministinnen. Es gibt nur Frauen, die jeden Tag Wege nach vorn suchen.
Denn Gott, die allmächtige, wird jede Gläubige bei sich aufnehmen und den Verzweifelten Trost spenden!

Die 20 Gebote oder das Mutterunser

Eine Buße besteht ja üblicherweise darin, das Vaterunser 5* aufzusagen oder die 10 Gebote 10 Mal abzuschreiben. Frau Würfel entscheidet sich für letzteres, kommt aber auf 20 feministische Gebote, die sie nur einmal aufschreibt, was lesefreundlicher ist. Mehrere Gebote ordnen an, beliebig viel zu essen und Dicke schön zu finden, verbieten Rechtfertigungen, Selbstzweifel oder Vergleiche mit intrasexuellen Konkurrentinnen, beziehen auch Männer mit ein, denen zu erklären ist, daß Feminismus sie aus ihren Käfigen befreit, setzen der notorischen weiblichen Neigung, die Männlichkeit des Partners zu beschützen, ein Ende usw.usw. Damit das hier kein Katechismus wird, sei auf die zur Gänze lesenswerte Originalliste verwiesen. Den fulminanten Abschluß bildet Gebot Nr. 20:
20. Hör nicht auf, den Begriff Feminismus zu benutzen. Oder an Feminismus zu glauben.
Besser kann man das Glaubensbekenntnis der Ersatzreligion Feminismus nicht auf den Punkt bringen. Du sollst glauben, und nicht denken. Wann immer Du an Deinem Glauben zweifelst, ist dies eine Prüfung, die ein maskulistischer Wiedertäufer Dir auferlegt!

Die Absolution

Der letzte Satz des Artikels führt die Eucharistiefeier zu ihrem logischen Ende:
Ich bin eine Feministin!
Genaugenommen wußten wir das schon vorher, diese Annahme ist Voraussetzung für die Eingangsfrage "Bin ich eine gute (oder schlechte) Feministin?" Daß sie gar keine Feministin ist, stand nie zur Debatte. Der letzte Satz bedeutet daher in Wirklichkeit: Ich bin eine gute Feministin! (auch wenn das zwischendurch egal war).

Daß sie sich hier selber die Absolution erteilt und keine Priesterin, mag vordergründig ungewohnt erscheinen, ist aber nur eine optische Täuschung. Denn unsichtbar mit anwesend ist die ZEIT-Redaktion, die den Artikel mitverantwortet und vermutlich dieser schonungslosen mentalen Selbstkasteiiung und der erfolgreichen Festigung im Glauben ergriffen gefolgt ist.

Amen.

Quellen

  1. Judith E. Innerhofer: Mit Jesus in der Pop-up-Bar. DIE ZEIT (Politik Österreich), 12.04.2017
  2. Joachim Riedl: Auf den Spuren der Fraugott. DIE ZEIT (Politik Österreich), 12.04.2017
  3. Joachim Riedl: Ist Gott eine Frau? DIE ZEIT (Politik Schweiz), 12.04.2017
  4. Susanne Mayer: Voll die Opfer. DIE ZEIT (Feuilleton), 12.04.2017
  5. Lars Weisbrod: "Du Nutte". DIE ZEIT (Feuilleton), 12.04.2017
  6. Carolin Würfel: Feministin, ich? Ja! Aber wie? DIE ZEIT (zeitmagazin), 12.04.2017 http://www.zeit.de/zeit-magazin/2017/16/feminismus-2017 ... wortung
  7. Sascha Chaimowicz: Der lange Weg zur Gleichberechtigung: Wir zeigen Frauen, die vorangehen. DIE ZEIT (zeitmagazin), 12.04.2017

Sonntag, 26. März 2017

Die Postfaktizität des Martin Schulz

Inhaltsübersicht

Als postfaktische Politik wird schlagwortartig ein politisches Denken und Handeln bezeichnet, bei dem Fakten nicht im Mittelpunkt stehen. Die Wahrheit einer Aussage tritt dabei hinter den emotionalen Effekt der Aussage vor allem auf die eigene Interessengruppe zurück.
https://de.wikipedia.org/wiki/Postfaktische_Politik
Die Tagesschau berichtet heute über die zentralen konkreten Vorhaben, die SPD-Kanzlerkandidat Schulz in den ersten 100 Tagen angehen will, sollte er denn Kanzler werden: "Managergehälter begrenzen, Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern abbauen, die EU stärken". Daß sich Herr Schulz Sorgen um die Einkünfte "seiner Töchter" macht, hat er schon vor kurzem tiefbewegt und sorgenschwer auf Twitter verlautbart:
Unsere Töchter bekommen im Schnitt 21 % weniger Gehalt als unsere Söhne. Wir brauchen Lohngerechtigkeit! Das ist eine Frage des Respekts.
18. März 2017
Diesem Appell an die Menschlichkeit und GG Art. 1 könnte man jetzt auf der Sachebene antworten und Herrn Schulz darauf hinweisen, daß seine Aussage objektiv falsch ist, sofern er nicht schon mit ca. 18 Jahren Vater geworden ist. Nach einer auch von der SPD vielzitierten Publikation des Statistischen Bundesamts beträgt selbst das unbereinigte Gender Pay Gap (GPG) für die Altersklassen
  • 24 Jahre und jünger: 2,0 %,
  • 25 bis 29 Jahre 8,5 %,
  • 30 bis 34 Jahre 14,2 %
(s. S.32 in Finke (2010)). Das GPG wird nämlich weit überwiegend von Leuten wie Herrn Schulz selber (!) produziert, die das 3- bis 5-fache wie ihre zuverdienende Ehefrau verdienen. Ab einer Altersklasse von 55 Jahren liegt das GPG bei fast 30%. Herr Schulz könnte also am meisten für mehr Geschlechtergerechtigkeit tun, indem er sofort zurücktritt und seinen Posten einer möglichst jungen Frau übergibt...

Man könnte auch noch darauf hinweisen, daß professionelle Statistiker das unbereinigte GPG als "Unstatistik" ansehen und daß halbwegs aufgeklärte Menschen allenfalls noch über das bereinigte GPG diskutieren. Aber das wäre langweilig, nachdem das GPG seit Jahren medial durchgekaut ist, und würde die Spielregeln der postfaktischen Politik verletzen, was unfair wäre. Zumal wir uns im Wahlkampf befinden, da versprechen sowieso alle Parteien das Blaue vom Himmel.

Die Botschaften von Martin Schulz
Gemäß dem Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun dient Kommunikation nicht nur der Nachrichtenübermittlung, sondern auch der Selbstoffenbarung, also der Selbstdarstellung des Sprechers. In Wahlkampfzeiten ist das womöglich der einzige Sinn von Kommunikation. Was offenbart Martin Schulz also mit seinem Tweet und seinem 100-Tage-Programm über sich?
  1. daß er gemäß dem üblichen männlichen Beschützerinstinkt als edler Ritter immer auf Seiten der Frauen kämpfen wird
  2. daß ihm seine Söhne suspekt sind, weil sie zuviel verdienen
  3. daß er ein guter Feminist ist und jegliche feministische Propaganda kritiklos übernimmt
  4. daß er ein sog. mathematischer Analphabet ist; als Zahlenanalphabetismus (bzw. Innumeracy) bezeichnet man das Unvermögen, zahlenmäßig dargestellte Sachverhalte zu verstehen
  5. daß er die jahrelange Diskussion um die Ursachen des GPGs nicht mitbekommen und/oder verstanden hat und ähnlich wie Kreationisten nicht mehr zugänglich für rationale Argumente ist.
Nun sind diese Selbstoffenbarungen nicht alle vorteilhaft, der Effekt hängt ab vom Empfänger der Botschaft:
  • Der Zahlenanalphabetismus und das Argumentieren mit dem unbereinigten GPG gilt in vielen Kreisen als dümmstmöglicher Populismus, mit dem man sich nur blamieren kann.
  • Bei anderen Innumeraten kann es hingegen ein Gefühl der Gemeinsamkeit und des liebevollen Verständnisses erzeugen.
Je nach der Häufigkeitsverteilung der beiden Empfängertypen in der Wählerschaft kann der Gesamteffekt also positiv oder negativ sein. Herr Schulz will sicherlich einen positiven Gesamteffekt erzielen, seine Selbstdarstellung verrät daher viel über seine Einschätzung der typischen mathematischen Kompetenzen seiner Wähler.
Postfaktische Politik
... ist, wie schon erwähnt, politisches Denken und Handeln, bei dem Fakten nicht im Mittelpunkt stehen. Womöglich sind auch die Selbstoffenbarungen von Herrn Schulz nicht ganz faktengetreu, es ist alles andere als klar, daß Herr Schulz wirklich so mathematisch unbegabt ist, wie er sich darstellt. Zumal wir uns in der Ära eines Donald Trump befinden, dessen Erfolgsrezepte gerne kopiert werden.

An der medialen Kunstfigur "Martin Schulz" wirkten laut Focus schon in Brüssel fünf Pressesprecher, zwei Protokollanten und ein Redenschreiber aus einem Team von insg. 33 persönlichen Assistenten mit. Die SPD-Zentrale dürfte auch noch mitgeholfen haben. Es ist schwer vorstellbar, daß die aktuellen Äußerungen von Schulz nicht mit der Parteizentrale abgesprochen sind und man sich keine Gedanken über den erhofften Gesamteffekt auf die Wählerstimmen gemacht hat. Unter dieser Annahme geht die SPD offenbar davon aus, überwiegend Zahlenanalphabeten und masochistisch veranlagte Söhne, die es gut finden, weniger zu verdienen, in ihrer Wählerschaft zu haben. Das ist ein politisches Denken und Handeln, bei dem so einige Fakten in der aktuellen politischen Landschaft verdrängt werden und das sozusagen in einer anderen Dimension postfaktisch ist:

  • Die SPD scheint davon auszugehen, daß ihr die Benutzung von Fake-Statistiken und der erwünschte männliche Masochismus von den anderen Parteien nicht vorgehalten und als Wahlkampfmunition gegen sie verwendet wird. Bei den Grünen ist diese Annahme sicher richtig, mit den Grünen tritt sie eher in eine Bieterkonkurrenz bzgl. feministischer Wohltaten.

    Bei allen anderen Parteien ist dies sehr fraglich. Zumindest die FDP hat schon in NRW heftig gegen die feministische Politik opponiert, wenn auch erfolglos. Die AfD wird sich erst recht nicht diese Steilvorlage entgehen lassen, Martin Schulz als Heilsbringer zu dekonstruieren.

  • Schwer einzuschätzen ist die Wirkung der nicht-mainstream Medien, darunter die Blogosphäre und die großen Zeitschriften-Foren. Dort wird der Populismus von Schulz bzw. der SPD mit Sicherheit benannt und scharf angegriffen werden. Eventuell versucht die SPD auch hier, von Trump zu lernen, der seinen Wahlkampf weitgehend auf das reichweitenstarke TV konzentriert hatte und der in den neuen Medien mit Ausnahme von Twitter wenig präsent war. Wenn Herr Maas es noch rechtzeitig hinbekommt, per Gesetz jegliche Feminismuskritik im Internet als Haßsprech zu kriminalisieren, wäre das Problem sogar aus der Welt geschafft.

    Wir sind hier aber nicht in den USA. Mit feministischen Wohltaten kann man allenfalls in unserer gutbürgerlichen sozialen Mitte punkten, die ist anders zusammengesetzt als die Wählerschaft von Trump. In dieser Wählerschicht ist es gefährlich, als Imitator von Trump, Linkspopulist und Diskursverweigerer dazustehen.

  • Wenn man sich die Tweets von Martin Schulz ansieht und dort diejenigen mit programmatischen Aussagen herausfischt (neben Grüßen an liebe Parteigenossinnen), dann dominieren mit Abstand zwei Themen: mehr Gewerkschaften und mehr Feminismus, dort speziell der Kampf gegen das GPG. Dabei ist die "Entgeltgleichstellung" (im lex Schwesig) de facto ein Trojanisches Pferd, das in erster Linie die Macht von Betriebsräten und Gewerkschaften stärken soll. Das GPG ist nur ein Vorwand, es kann mit der lex Schwesig prinzipiell nicht reduziert werden. Dazu passend sollen als allererstes die Managergehälter begrenzt werden. Die SPD macht sich damit zumindest auf Twitter optisch zu einer ein-Thema-Partei: Gewerkschaftsmacht und Umverteilung.

    Ob sie mit diesem Themenschwerpunkt die aktuellen Sorgen und Interessen der breiten Bevölkerung trifft, wage ich zu bezweifeln.


Samstag, 18. März 2017

Volksverdummung in der Tagesschau


In unserer Demokratie haben die Presse und die Medien ja eigentlich die Aufgabe, die Öffentlichkeit parteiunabhängig und möglichst objektiv zu informieren. Anläßlich des heutigen Equal Pay Days liefert die Tagesschau einen Beitrag in der Rubrik #kurzerklärt von Charlotte Gnändiger vom WDR mit dem Titel Werden Frauen beim Verdienst benachteiligt?

Der Beitrag ist pure Propaganda, die wesentlichen Fakten werden falsch dargestellt, große Teile gehen komplett am eigentlichen Thema vorbei, und wo er das Thema Lohnunterschied behandelt, versucht er vor allem zu skandalisieren und zu desinformieren. Der Beitrag kann direkt als Werbematerial für die Grünen oder die SPD in den aktuellen Wahlkämpfen verwendet werden, weil er das Thema völlig einseitig und ideologisch verzerrt darstellt. Besser wäre Frau Schwesig statt Frau Gnändiger im Video aufgetreten.

Transkription mit Kommentaren
[Sprecherin:] An den ersten 55 Arbeitstagen jedes Jahres arbeite ICH - umsonst!
Daß die Sprecherin tatsächlich die ersten 55 Arbeitstage jedes Jahres umsonst arbeitet, ist eher unwahrscheinlich und dieses Jahr mit einiger Sicherheit falsch, da sie alleine für dieses Video gewisse Einkünfte gehabt haben sollte. Natürlich ist die Falschaussage nicht wörtlich gemeint, also irgendwie ironisch (wir lachen später darüber). Unterbewußt werden jedenfalls schon im ersten Satz Emotionen geschürt, zumal hier eine schutzbedürftige attraktive junge Dame behauptet, sie selber werde diskriminiert.
[Kunstpause]
Zumindest theoretisch.
Denn statistisch gesehen bekommen Frauen in Deutschland soviel weniger Gehalt als Männer, daß sie bis zum 18. März gerade nichts verdienen.
Diese Aussage ist objektiv falsch. Das GPG bezieht sich auf die Bruttostundenlöhne. Diese falsche Aussage bezieht sich aber auf das Jahresbruttoeinkommen. Da Männer im Schnitt ca. 39 Stunden pro Woche arbeiten, Frauen aber nur ca. 32, also fast 20% weniger, ist die Einkommensdifferenz beim Jahresbruttoeinkommen noch deutlich größer als als beim Bruttostundenlohn.
Alles nur Statistik? Oder werden Frauen beim Verdienst tatsächlich benachteiligt?
Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich 21% weniger als Männer.
Das ist das berüchtigte unbereinigte GPG, das Äpfel mit Birnen vergleicht, das eine "Unstatistik" bzw. Fake-Statistik ist und das daher als Basis für den Equal Propaganda Day benutzt wird.
Damit gehören sie seit Jahren zu den Schlußlichtern in Europa.
Der Begriff "Schlußlicht" ist eine im Prinzip willkürliche negative Bewertung einer statistischen Größe im Vergleich zu anderen statistischen Größen, nämlich unbereinigten GPGs von anderen Ländern.
Implizit unterstellt wird hier, daß die kleineren Zahlen irgendwie gut oder zumindest besser sind. Eine Begründung für die relative Bewertung wird nicht gegeben.
Unterschlagen wird, daß in Ländern mit kleinerem GPG typischerweise die Erwerbsbeteiligung von Frauen deutlich geringer ist, weil die Möglichkeiten für Frauen, in Teilzeit zu arbeiten, dort viel schlechter sind. Da Teilzeitbeschäftigung einer der wesentlichen stundenlohnsenkenden Faktoren ist, entfallen in diesen Ländern die schlechter bezahlten Teilzeitbeschäftigungen ersatzlos und das GPG wird um mehrere Prozentpunkte kleiner. D.h. eine faktische Verschlechterung der Arbeitsmöglichkeiten für Frauen wird als mehr Gerechtigkeit verkauft! Dieser Ländervergleich ist eine reine Volksverdummung!
Aber: für diese Statistik zählt nur der Durchschnittslohn von Männern und Frauen.
Sie berücksichtigt nicht, daß Frauen eher in schlechter bezahlten Branchen arbeiten, häufiger in Teilzeit und selten als Führungskräfte.
Rechnet man diese Unterschiede mit ein, dann schrumpft die Lohnlücke auf noch 6%.
Nein, die letzte Aussage ist falsch. Das tatsächlich bereinigte GPG (das keine moralisch bewertete "Lücke", sondern eine emotionslose statistische Größe ist) liegt irgendwo zwischen 0 und 6%, die 6% sind nur eine Obergrenze. Wahrscheinlich liegt es unter 3%.
Manche sagen deshalb: alles nicht so schlimm mit der Lohnlücke, dem Gender Pay Gap.
Es gibt eben Unterschiede in Arbeitsart und -Zeit.
Bingo! Wo sie recht hat, hat sie recht!
Ja, die gibt es, und zwar auch im privaten.
Das zeigt der Gender Care Gap, also die Lücke in Sachen Versorgung von anderen, und diese Lücke ist groß.
Man beachte den heimlichen Themenwechsel. Das GPG betrifft nur Beschäftigungsverhältnisse und die darin gezahlten Bruttostundenlöhne. Was Männer und Frauen in ihrer privaten Freizeit machen, hat aber auf die Bruttostundenlöhne keinen direkten Einfluß. Deswegen gehen langatmige Erläuterungen zum durchschnittlichen Privatleben von Männern und Frauen komplett am Thema vorbei.

Der einzige Sinn des Exkurses über die Haushaltsarbeitszeiten besteht darin, Frauen wieder einmal als Opfer zu stilisieren.

Mehr als doppelt soviel wie Männer arbeiten Frauen, wenn es um Haushalt, Kinder, und die Pflege von Angehörigen geht. Fast 90 Minuten mehr sind es - pro Tag.
Leider verrät uns Frau Gnändiger nicht, auf welcher Quelle die Angabe "90 Minuten mehr pro Tag" beruht. Männer arbeiten im Schnitt ca. 39 Stunden pro Woche, Frauen aber nur ca. 32. Nach diversen Quellen ist die Summe von beruflicher Arbeitszeit und privater (die nur sehr unzuverlässig zu messen ist) bei Männern und Frauen praktisch gleich. D.h. die hier postulierten 10.5 Stunden Mehrarbeit im Haushalt pro Woche erscheinen deutlich zu hoch.

Die Erwähnung von "Haushalt, Kinder, und die Pflege von Angehörigen" ist irreführend.
Die Belastung durch Kinder dauert nur ca. 13 - 15 Jahre, verglichen mit einem Berufsleben von ca. 40 Jahren beträgt die Zeit der Kindererziehung also nur rund ein Drittel.
Laut Hammer (2014) werden rund 5 Millionen ältere Menschen in Deutschland von etwa ebenso vielen Angehörigen zu Hause betreut und gepflegt. Rund ein Drittel dieser Angehörigen, ca. 1.8 Millionen bzw. 36%, sind Männer. M.a.W. betreuen 3.2 Millionen Frauen ältere Menschen. Auf die Gesamtzahl der Erwerbstätigen (ca. 21.3 Millionen Männer, 18.6 Millionen Frauen) bezogen sind das nur kleine Anteile.

Für viele Frauen ein Grund, warum sie beruflich nicht so durchstarten können wie Männer, und so Gehaltseinbußen inkauf nehmen müssen.
Für viele Männer kann man genau das gleiche sagen. Statistisch sind diese Sonderbelastungen bei Männern und Frauen heutzutage nicht besonders unterschiedlich. Hier wird wahrheitswidrig suggeriert, daß nur Frauen von den privaten Sonderbelastungen betroffen sind! Beruflich durchstarten können vor allem kinderlose Frauen und Männer. Diese Gruppe verdient gut genug, um die eventuell pflegebedürftigen Eltern professionell betreuen zu lassen. Die Argumentation, das Gender Care Gap sei eine wesentliche indirekte Ursache für das GPG, ist reiner Dummenfang.
Rechnen wir es einmal aus mit den durchschnittlichen 6% Unterschied.
Das macht bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3500 Euro schon 210 Euro weniger im Monat.
Und im ganzen Jahr sind es sogar mehr als 2500 Euro weniger.
Legen wir einmal 45 Beitragsjahre zugrunde, wie es die Politik gerne tut, dann verdienen Frauen im Laufe ihres Berufslebens mehr als 113.000 Euro weniger als Männer.
Wir hatten die 6% Gehaltsunterschied schon als Fake News enttarnt und sollten besser keinen Hochrechnungen aus Basis falscher Ausgangsgrößen anstellen. Da sich Teilzeitbeschäftigung lohnsenkend auswirkt, kann man Teilzeitlöhne auch nicht auf Vollzeitbeschäftigungen hochrechnen, denn bei Vollzeitbeschäftigung entfällt der Teilzeit-Abschlag. Diese Hochrechnung ist unseriös.

Diese Hochrechnungen liefern keine neuen Informationen, sondern dienen nur zur Skandalisierung (macht 8 von 10 Goebbels-Propagandapunkten). Zufällig übersehen wird auch, daß dieser Mehrverdienst weitgehendst von Sozialabgaben (ca. 30%) und Spitzensteuersatz (ca. 40%) abgeschöpft und sozial umverteilt wird (insb. an Frauen im Rahmen des Familienlastenausgleichs). Auf dem Konto des Empfängers kommt bestenfalls ein Drittel an.

Geld, das ihnen übrigens auch bei der Rente fehlt.
Noch ein Themenwechsel? Erziehungszeiten - ein wesentlicher Einflußfaktor auf das GPG - werden bei der Rente zumindest teilweise als Beitragszeiten angerechnet. Hier wird in bester Propagandamanier ein hochkomplexes Thema - Rentenberechnung - kurz angerissen, unheilschwanger das Leid der Frauen erwähnt, und einmal mehr das immerwährende Opferabo der Frauen als Faktum bestätigt.

Dreist und postfaktisch ist dieser Hinweis auf die Rente insofern, als der Anteil der Personen, die von Altersarmut betroffen sind, bei Männern höher ist als bei Frauen. Wenn überhaupt, dann sind also Männer und nicht Frauen bei dem Risiko Altersarmut aufgrund des Geschlechts benachteiligt.

Der neuste Ansatz der großen Koalition: ein Gesetz für Lohngerechtigkeit.
Es setzt vor allem auf Transparenz. Angestellte größerer Firmen dürfen künftig erfragen, wieviel Kollegen in vergleichbaren Positionen verdienen.
Frauen könnten so leichter für sich einfordern, was männliche Kollegen vielleicht schon bekommen.
Das Auskunftsrecht kann wenig ändern, denn es gibt kein relevantes bereinigtes GPG. Die lex Schwesig kann das GPG nicht wesentlich verändern.
Aktuell schließt sich die Lohnlücke nur sehr langsam.
Ginge es in diesem Tempo weiter, dann könnten bestenfalls meine Enkelinnen vom Ende des Gender Pay Gaps profitieren - in knapp 50 Jahren.
Seit Jahren schließt sich die Mathematikkompetenz- und Seriösitätslücke bei Feministinnen sehr langsam, man hat eher den Eindruck, es wird nur noch schlimmer. Dazu trägt auch dieser Tagesschau-Beitrag bei.

Erschreckend ist hier vor allem, daß ein sich seriös gebendes Medium wie die Tagesschau derartiger faktenwidriger, teilweise aufhetzender feministischer Propaganda einen kostenlosen Werbeplatz einräumt.


Nachtrag:
Unter dem Video schreibt sich Frau Gnändinger mit 3 n, in der Seitenleiste nur mit 2 n. Vermutlich ist Gnändiger richtig, der Name wurde daher oben im Text korrigiert.