Einführung: feministische Mythen
Falschaussagen über Politik und Demokratie
- Falschaussage (Politik) "Frauen sind in der Politik unterrepräsentiert."
- Falschaussage (Politik) "Der Feminismus setzt sich für gleiche Rechte von Männern und Frauen ein"
- Falschaussage (Politik / Recht) "Auf dem Papier ist die Gleichberechtigung erreicht, in der Realität aber nicht"
Falschaussagen über Wirtschaft
- Falschaussage (Wirtschaft) "Mehr Frauen in Unternehmensvorständen führen zu einem höheren Unternehmenserfolg."
- Falschaussage (Wirtschaft) "In Ländern, wo es Quoten gibt, hat sich das positiv für die Unternehmen ausgewirkt."
- Falschaussage (Wirtschaft) "Die Subprimekrise (ab 2007) wäre mit Frauen an der Macht nicht passiert."
- Falschaussage (Soziales/Wirtschaft) "Frauen besitzen nur 1% aller weltweiten Vermögenswerte."
Falschaussagen über berufliche Karrieren von Frauen
- Falschaussage (Karrieren) "Frauen bekommen für die gleiche Arbeit 23% weniger Lohn als Männer."
- Falschaussage (Karrieren) "Das Gender Pay Gap wird durch Diskriminierung von Frauen verursacht."
- Falschaussage (Karrieren) "Frauen sind in hochbezahlten Stellen unterrepräsentiert."
- Falschaussage (Karrieren) "Frauen werden von einer gläsernen Decke vom beruflichen Aufstieg abgehalten."
- Falschaussage (Karrieren) "Frauen werden beim Probespielen für Orchester diskriminiert."
Falschaussagen über Soziales
- Kampfbegriff "unbezahlte Arbeit"
- Falschaussage (Soziales) "Die von Frauen geleistete Sorgearbeit wird nicht bezahlt"
- Falschaussage (Soziales) "Frauen sind dreifach durch Job, Kinder und Altenpflege belastet"
- Falschaussage (Soziales) "Frauen leisten viel mehr unbezahlte Arbeit im Haushalt als Männer"
- Falschaussage (Soziales) "Altersarmut ist ein Frauenproblem"
- Falschaussage (Soziales) "Frauen leisten so gut wie alle unbezahlte Arbeit"
Geschichtsfälschungen
Falschaussagen über Beziehungen und Sexualität
- Falschaussage (Sexualität) "Zehntausende von Frauen berichten in der #Aufschrei-Kampagne von ihrem täglichen Leid durch Sexismus."
- Falschaussage (Sexualität) "Ein Viertel aller Frauen werden im Laufe ihres Lebens wenigstens einmal vergewaltigt."
- Falschaussage (Sexualität) "Es ist undenkbar, daß eine Frau eine Vergewaltigung erfindet."
Falschaussagen über Frauen an Universitäten
Sonstige Falschaussagen
- Falschaussage (theoretische Grundlagen) "Biologie spielt keine Rolle."
- Falschaussage (theoretische Grundlagen) "Frauen können alles."
Auf dieser Seite sind gängige feministische Falschaussagen bzw. Mythen zusammengestellt. Sie können wie folgt gruppiert werden:
- Rolle und Status von Frauen bzw. Männern in der politischen Öffentlichkeit
- Einfluß von Frauen auf die Gesamtwirtschaft
- berufliche Karrieren von Frauen
- Beiträge von Frauen und Männern zu sozialer Arbeit
- Geschichtsfälschungen
- Stellung von Frauen an Universitäten
- Sexuelle Belästigung von Frauen
Die These von der Unterrepräsentiertheit ist grundsätzlich falsch. Frauen sind repräsentiert, und zwar durch die Personen, die sie gewählt haben, darunter viele Männer! In der in Deutschland und allen modernen Staaten vorhandenen repräsentativen Demokratie (auch indirekte oder parlamentarische Demokratie genannt) werden politische Sachentscheidungen durch Abgeordnete getroffen. Diese Abgeordneten werden frei gewählt. Die Freiheit besteht aus dem aktiven Wahlrecht, wonach jeder Bürger in freier Entscheidung seine Stimme einer Person oder einer Partei geben kann, und dem passiven Wahlrecht, wonach jeder Bürger für ein Amt kandidieren kann.
Mit diesen Grundprinzipien einer Demokratie ist es völlig unvereinbar, den Ausgang von Wahlen vorab anhand ideologischer Dogmen zu bestimmen, indem z.B. ein bestimmter Mindest- oder Höchstanteil an Personen, die bestimmte biologische oder soziale Merkmale aufweisen, festgelegt wird, z.B. Millionäre, Hartz4-Empfänger, Linkshänder, Homosexuelle usw.
Frauen sind also keineswegs unterrepräsentiert, sondern von Personen repräsentiert, die von viele feministischen Akteuren als charakterlich minderwertige Unterdrücker der Frauen angesehen werden - nur unter dieser Annahme ist die heftige Ablehnung von Männern als Interessenvertreter von Frauen denkbar.
Im übrigen ist der Versuch, den Begriff "Repräsentation" umzudefinieren, ein klassischer Fall von Feministischem Doublespeak.
Inhaltlich ist die Aussage grundsätzlich falsch und verlogen, wenn man das Agieren des institutionalisierten Feminismus als Maßstab heranzieht. Dieser hat vor allem für Frauenquoten und ähnliche Regelungen gekämpft, die einseitig Frauen privilegieren und die gerade im Gegensatz zur GG Art. 3 stehen, sich also (sehr erfolgreich) sich für ungleiche Rechte von Männern und Frauen eingesetzt.
Gleiche Rechte bedingen auch gleiche Pflichten. Von einem Einsatz für gleiche Pflichten, z.B, einem Wehr- oder Ersatzdienstauch für Frauen, war ebenfalls nie die Rede.
Für Männer gilt das nicht. Schon im Grundgesetz findet sich eine massive Abweichung von der Gleichberechtigung: die Wehrpflicht galt und gilt immer noch nach Art. 12a GG nur für Männer. Ersatzweise war ein Zivildienst zu leisten. Es ist nicht plausibel darstellbar, daß Frauen nicht wenigstens Zivildienst leisten können.
Es gilt darüber hinaus eine sehr lange Liste von Gesetzen und Verordnungen, die Männer und Frauen unterschiedlich behandelt. Fast ausnahmslos werden Frauen durch diese Gesetze und Verordnungen privilegiert.
Der zweite Teil der obigen Falschaussage ist daher eher unfreiwillig richtig. Mit Bezug auf das hier als Kontextwissen unterstellte Opferabo der Frauen ist eigentlich gemeint, und so wird die Aussage meist auch verstanden, daß Frauen in der sozialen Realität irgendwie benachteiligt sind (was nichts mit Gleichberechtigung zu tun hat) oder sich zumindest so fühlen. Die objektiv vorliegende Gesetzeslage ist genau umgekehrt: Grob geschätzt gibt es zwischen 50 und 100 Bundes- und Länder-Gesetze, die Frauen Privilegien garantieren (darunter mehrere Dutzend ähnliche im Bereich Frauenbeauftragte und Zugang zu Arbeitsplätzen).
Dies hält allerdings führende feministische Politiker keineswegs davon ab, immer wieder anderslautende unwahre Behauptungen zu verbreiten. An Dreistigkeit kaum zu überbieten ist der häufige Hinweis, die unwahre Behauptung sei durch die sog. "McKinsey-Studie" (s.u.) bewiesen.
Das einzige Land, von dem ein flächendecker Erfolgsvergleich von männlich und weiblich geführten Unternehmen bekannt ist, ist Schweden. Schweden ist wegen seiner streng feministischen Ausrichtung ein ideales Versuchsobjekt. In einer äußerst umfangreichen Analyse wurden 125.000 schwedische Unternehmen auf ihre Umsatzrendite hin untersucht. Weiblich geführte Unternehmen verdienten entgegen den Erwartungen statistisch 8,4 % weniger als männlich geführte. Ungleiche Branchenverteilungen und andere Störfaktoren wurden dabei statistisch herausgerechnet.
- Sebastian Balzter: Weibliche Chefs machen weniger Gewinn. FAZ, 12.03.2014. https://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/we ... 36.html
Georges Desvaux, Sandrine Devillard-Hoellinger, Pascal Baumgarten: Women Matter - Gender diversity, a corporate performance driver. McKinsey & Company, 2007. https://www.mckinsey.de/sites/mck_files/files/Women_Matter_1_brochure.pdfBeispielsweise verweist EU-Kommissar Viviane Reding wiederholt darauf, u.a. in Frauen in wirtschaftlichen Entscheidungspositionen in der EU: Fortschrittsbericht.
Die Studie ist hochgradig unwissenschaftlich, sie erfüllt nicht einmal elementarste Anforderungen wissenschaftlich sauberen Arbeitens:
- Basis der Statistiken sind "231 public and private companies, as well as non-profit organisations". Über die Zusammensetzung dieser Grundgesamtheit ist nichts bekannt, insb. ob sie repräsentativ für irgendetwas sind. Hiervon wurde 101 Organisationen ausgesucht, bei denen Befragungen durchgeführt wurden. Über die Befragungen werden keine Details (z.B. Stichprobenbildung, Rücklauf) verraten.
- Bewertet wurden 9 Aspekte, die ein Indiz für "organisational excellence" darstellen (Bild 6). Bei den meisten wurden nur marginale Differenzen zwischen rein männlich geführten und gemischt geführten Organisationen (Bild 8) festgestellt. Ferner wurden 3 Aspekte der "economic performance" untersucht. Dabei ergab sich nur beim Average EBIT ein deutlicher Vorteil (Bild 9), wobei allerdings aus ungenannten Gründen die Firmen aus dem Finanzsektor ausgelassen wurden und im Endeffekt nur noch 73 Unternehmen einbezogen wurden.
- Die Unternehmensdaten beziehen sich auf den Zeitraum 2003-2005, Diese liegt überwiegend in der ausgeprägten konjunkturellen Schwächephase von 2002-2004. In derartigen Phasen ist eine risikoaverse, defensive Unternehmensführung vorteilhafter als eine chancenorientierte, die in konjunkturellen Stärkephasen vorteilhafter ist.
- Es fehlt jegliche Analyse, ob die verglichenen Gruppen von Organisationen gleichartig zusammengesetzt sind, z.B. hinsichtlich Länderverteilung, Branche, Größe) und ob die ermittelten, meist kleinen Unterschiede statistisch signifikant sind.
Trotz der gravierenden Mängel wird diese Studie immer wieder als Beweis für die Behauptung, gemischte Teams seien erfolgreicher, zitiert. In seriösen Übersichten und Zusammenfassungen zu diesem Thema wird diese Behauptung eindeutig vermeint.
Ergänzend zu den fachlichen Defiziten bleibt anzumerken, daß McKinsey als Personalrekrutierer arbeitet und umso höhere Beratungshonorare erzielen kann, je verzweifelter die Firmen nach qualifizierten Frauen für Leitungspositionen suchen müssen. Hauptzweck der Studie ist offensichtlich, entsprechende Aufträge zu generieren, ferner sich selbst politisch korrekt als feministisch orientiert darzustellen. Die erste Hälfte des Textes enthält nur allgemein bekannte Statistiken zu Bevölkerungs- und Bildungsentwicklung und beschreibt vor allem politische Gründe, Frauen noch mehr als bisher zu fördern. Insgesamt hat der Text den Charakter einer Werbebroschüre; von daher ist nicht anzunehmen, daß die Autoren ergebnisoffen untersucht haben, ob höhere Frauenquoten in Vorständen wirtschaftlich vorteilhaft sind.
Was sind "die Unternehmen eines Landes"?
Was sind "positive Auswirkungen"? Waren die Unternehmen nach Einführung einer Quote im Landesdurchschnitt "erfolgreicher" geworden als vorher?
Wie mißt man den Erfolg? Am Börsenkurs (sofern gelistet)? Am Umsatz? An Tobin's Q? An der Frauenquote im Vorstand?
Diese Aussage klingt zwar toll, wenn mit voller Inbrunst vorgebracht, ist dermaßen vage, daß sie nahezu sinnfrei ist.
Wenn man nun die unklaren Begriffe einigermaßen plausibel konkretisiert, findet man sofort krasse Gegenbeispiele, die eher die genau umgekehrte Aussage plausibel erscheinen lassen, daß sich Quoten negativ auf die Unternehmen auswirken:
- Das einzige bekannte Fall eines Landes, bei dem man eine Frauenquote zwangsweise eingeführt wurde und bei dem man die Auswirkungen auf "alle wichtigen" Unternehmen genau analysiert hat, ist Norwegen. Dort wurden 2003 eine Frauenquote von 40% verordnet. Hochkarätige wissenschaftliche Publikationen haben einwandfrei nachgewiesen, daß die erzwungene Quote die Unternehmen sehr negativ beeinflußt hat und in großem Stil Firmenwert vernichtet hat. Die bekanntesten wissenschaftlichen Publikationen sind: Kenneth R. Ahern, Amy K. Dittmar: The Changing of the Boards: The Impact on Firm Valuation of Mandated Female Board Representation und David A. Matsa, Amalia R. Miller: A Female Style in Corporate Leadership? Evidence from Quotas" .
- Man vergleiche das wirtschaftlich sehr erfolgreiche Deutschland - als ein Land ohne gesetzliche Frauenquote und mit sehr geringen faktischen Frauenanteilen in Vorständen - mit den anderen EU-Mitgliedstaaten, die oft gesetzliche Quoten oder viel höhere faktische Frauenanteile in den Vorständen haben, aber wirtschaftlich weitaus weniger erfolgreich sind. Offensichtlich besteht eine negative Korrelation zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Frauenquoten. Wegen der Größe von Deutschland ist alleine dieses krasse Gegenbeispiel ausreichend, um zu zeigen, daß die Aussage "In Ländern, wo es Quoten gibt, hat sich das positiv für die Unternehmen ausgewirkt." unhaltbar ist.
Die später oft als finanzielles Ultragift bezeichneten Finanzderivate waren sogenannte Credit Default Swaps bzw. Collateralized Debt Obligations. Diese waren so tückisch konstruiert, daß selbst Banken als Käufer dieser Produkte deren Gefährlichkeit unterschätzten (was Jahre später zu heftige Schadenersatzprozessen führte). Details sparen wir uns hier.
Als maßgebliche Erfinderin des Credit Default Swap (CDS) gilt Blythe Masters. Sie machte bei JP Morgan eine steile Karriere und wurde bereits im Alter von 34 Chief Financial Officer von JP Morgan (von 2004 - 2007). JP Morgan war damals Pionier bei der Einführung von CDS. Sie wurde bei JP Morgan reich und berühmt mit ihrem Ultragift.
Gemäß dem feministischen Motto "Frauen können alles" können Frauen auch Finanzkrisen erzeugen. Ohne die von Frau Masters erfundenen und propagierten CDS (und ohne die Hilfe anderer "erfolgreicher" Kolleginnen) hätte es die Finanzkrise nicht gegeben! Man kann nur spekulieren, ob die Subprimekrise vermieden worden wäre, wenn man keine gewissenlose weibliche Spekulanten auf Machtpositionen in den Banken gelassen hätte.
Philip Cohen: 'Women Own 1% of World Property': A Feminist Myth That Won't Die. The Atlantic, 08.03.2013. https://www.theatlantic.com/sexes/archive/2013/03/women ... 273840/
- Berufsgruppen oder Gehaltsklassen sind keine Parlamente, in denen irgendwelche Bevölkerungsgruppen werden müßten. Dies gilt noch nicht einmal für Parlamente, Parteiämter oder ähnliches.
- Das hier benutzte moralische Prinzip - Anspruch auf Repräsentation von Kollektiven - wird nur selektiv auf Berufe angewandt, bei denen Männer die Mehrheit haben und die (aus oft falsch eingeschätzten Vorteilen) Sozialneid auslösen. Als ernstzunehmendes moralisches Prinzip müßte es aber immer angewandt werden.
- Schlechtes Wetter ist kein Unrecht, von Unrecht kann man nur reden, wenn zugleich ein Verantwortlicher benannt wird. Dies ist hier nicht möglich.
Anstelle von Repräsentationsquoten sollte alleine die Qualifikation der Bewerber für die Besetzung von Stellen relevant sein - bei öffentlichen Ämtern ist dieses Prinzip der Bestenauslese grundgesetzlich verankert. Die Zusammensetzung von Berufsgruppen oder Stellentypen ergibt sich daher primär anhand des Angebots an Bewerbern (m/w). Die Bestenauslese kann aufgrund von zwei nichtdiskriminatorischen Gründen zu einer sehr ungleichen Geschlechterzusammensetzung führen:
- Aufgrund der Arbeitsmarktsegregation kann die Arbeitnehmerschaft durch ein Geschlecht dominiert sein.
- Der allgemeine IQ und andere Talentmaße haben zwar für Männer und Frauen den gleichen Durchschnitt, bei Männern ist die Varianz aber höher als bei Frauen. Dies macht es wahrscheinlich (aber keineswegs zwingend, denn auch andere Faktoren spielen eine Rolle, s. Pinker (2005)), daß in einem konkreten Arbeitsmarktsektor die qualifiziertesten Bewerber überwiegend männlich sind.
- Steven Pinker: PSYCHOANALYSIS Q-and-A: Steven Pinker. The Harvard Crimson, 19.01.2005. https://www.thecrimson.com/article/2005/1/19/psychoanal ... -in-an/
Diese Aussage ist offensichtlich nicht wörtlich zu nehmen, sondern als Metapher zu interpretieren, wonach versteckte, ggf. geheime, jedenfalls nicht sofort sichtbare Hindernisse Frauen beim beruflichen Aufstieg behindern.
Prinzipiell müßten eigentlich die Feministinnen, die die Existenz der gläsernen Decke postulieren, ihre Behauptungen selber präzisieren und beweisen. Worin die postulierten Hindernisse bestehen, wie sie funktionieren und welche Instanzen dabei welche Effekte auslösen, bleibt allerdings i.d.R. völlig offen. In der Regel wird von der "Unterrepräsentanz von Frauen" (s. Kampfbegriff "Unterrepräsentanz von Frauen") ausgehend geschlußfolgert, daß es irgendetwas sein muß, was man aber nicht genau benennen kann.
Anders gesehen wird hier mit der Hypnosetechnik Ambiguität gearbeitet, mit der Debattengegner irritiert werden sollen.
Eventuelle Präzisierungen, worin die unsichtbaren Mechanismen der gläsernen Decke bestehen, laufen regelmäßig auf unbeweisbare Verschwörungstheorien hinaus, in denen das Patriarchat bzw. "partriarchale Zustände", angebliche Stereotype und diverse freie Erfindungen die Hauptrollen spielen.
Die Verhältnisse sind hier ganz ähnlich wie bei dem verwandten Kampfbegriff "strukturelle Benachteiligung", bei dem ebenfalls offen bleibt, welche Strukturen angeblich vorhanden sind.
Es gibt unzählige Widerlegungen der Theorie von einer gläsernen Decke. Danach ist der geringer berufliche Aufstieg großenteils verursacht durch falsche Berufswahl, andere Präferenzen bei der Lebensgestaltung (ausgeglichene Work-life-Balance), lange Elternzeiten, sofern Kinder vorhanden sind, höherer Risikoaversion und weiteren Faktoren.
Implizit wird ferner immer behauptet, daß diese hinderlichen Mechanismen für Männer nicht vorhanden sind oder zumindest deren beruflichen Aufstieg weniger stark behindern (obwohl ihnen auch nichts geschenkt wird). Sichtbare Mechanismen wie Frauenförderprogramme, Quoten usw., die bewußt als Handicap für Männer gedacht sind, sprechen unterdessen eher für einen gläsernen Fahrstuhl für Frauen.
Diese These wurde von einem inzwischen legendären Papier Goldin (2000) scheinbar bestätigt. Die Studie verglich verdecktes Probespielen - die Kandidaten spielen hinter einem Vorhang, ihr Geschlecht ist für die Jury nicht erkennbar - mit offenem Probespielen. Die Studie kommt u.a. zu dem Ergebnis:
We find that the screen increases - by 50 percent - the probability that a woman will be advanced from certain preliminary rounds and increases by severalfold the likelihood that a woman will be selected in the final round.In dieser Aussage ist eher unklar, was mit "certain preliminary rounds" gemeint ist und welche Relevanz die Endrunde im gesamten Prozeß hat. Die "50 Prozent" und "um ein Vielfaches" klingen jedenfalls imposant.
(Wir stellen fest, daß der Sichtschutz die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau in bestimmten Vorrunden weiter kommt, - um 50 Prozent - erhöht und die Wahrscheinlichkeit, daß eine Frau in der Endrunde ausgewählt wird, um ein Vielfaches steigert.
Für aufmerksame Leser blieb indes schleierhaft, wie Goldin und Rouse aufgrund ihrer eigenen Statistiken auf diese Zahlen kommen konnten. Nach den Rohdaten ist das verdeckte Vorpielen für Männer günstiger, nicht für Frauen. Die Rohdaten sprechen also für das genaue Gegenteil der zentralen Aussage des Papiers. Ferner werden hier Durchschnittswerte sehr kleiner Populationen verglichen, die eine sehr hohe Standardabweichung haben, das ist ein krasser Anfängerfehler. Die Aussagen von Goldin und Rouse sind daher statistisch völlig unhaltbar. Details der Fehler werden u.a. in Pallesen (2019), Pallesen (2019a) und Gelman (2019) dargestellt. Einige Kommentatoren rätseln, wieso ein derart mathematisch fehlerhaftes Papier die Begutachtung überstehen konnte. Selbst aufmerksam lesenden Journalisten hätte etwas auffallen sollen.
Es gibt also keine statistische Evidenz, daß verdecktes Vorspielen die Chancen von Frauen (oder Männern) verbessert. Es handelt sich hier eindeutig um fake science. Die oben zitierte Formulierung der Autorinnen ist hochgradig irreführend, und es fällt schwer, dahinter keine Absicht zu sehen, zumal bei Prof. Goldin feministischer Aktivismus unübersehbar ist.
Legendär ist das Papier trotzdem geworden, laut Google Scholar wurde es bisher über 1800 Mal zitiert und wird weiterhin ca. 100 Mal pro Jahr zitiert. Das eigentlich Interessante an dem Papier ist, daß die eklatanten handwerklichen Fehler 18 Jahre lang unentdeckt blieben und weiterhin ignoriert werden, obwohl die Fehler schon seit 2019 zumindest in der Fachöffentlichkeit diskutiert wurden. Das Papier kann daher als weiteres Beispiel für die Unwissenschaftlichkeit der Gender Studies angesehen werden, ferner für das Phänomen, daß die Kritikfähigkeit der Medien umgekehrt proportional zur politischen Korrektheit von "wissenschaftlichen" Ergebnissen ist.
Von einer Parität ist man jedenfalls noch entfernt. Man würde also erwarten, daß das verdeckte Probespielen noch perfektioniert wird, um auch kleinste Diskriminierungen auszumerzen. Das Gegenteil ist der Fall. Woke Aktivisten fordern heute die Abschaffung des verdeckten Probespielens, weil inzwischen andere Opferstatusgruppen an der Spitze der Opferstatushierarchie stehen, namentlich Schwarze und Indigene. Diese Minderheiten sind ebenfalls als Kollektive unterrepräsentiert, und das verdeckte Probespielen macht es unmöglich, sie gezielt zu bevorzugen.
Diese Kehrtwende ist ein markantes Beispiel dafür, daß "wissenschaftliche Erkenntnisse" immer nur dann rezipiert bzw. akzeptiert werden, wenn sie zu den ideologischen Zielen passen.
- Andrew Gelman: Did blind orchestra auditions really benefit women? Statistical Modeling, Causal Inference, and Social Science, 11.05.2019. https://statmodeling.stat.columbia.edu/2019/05/11/did-b ... -women/
- Claudia Goldin, Cecilia Rouse: Orchestrating Impartiality: The Impact of "Blind" Auditions on Female Musicians. American Economic Review 90:4, p.715-741, 04.09.2000. https://www.aeaweb.org/articles?id=10.1257/aer.90.4.715
- Jonatan Pallesen: Orchestrating false beliefs about gender discrimination. Medium, 19.02.2019. https://medium.com/@jsmp/orchestrating-false-beliefs-ab ... 48e1d02
- Jonatan Pallesen: Blind auditions and gender discrimination. jsmp.dk, 12.05.2019. https://jsmp.dk/posts/2019-05-12-blindauditions/
- Anthony Tommasini: To Make Orchestras More Diverse, End Blind Auditions. New York Times, 16.07.2020. https://www.nytimes.com/2020/07/16/arts/music/blind-aud ... ce.html
- Es wird implizit unterstellt, daß überhaupt ein
Anspruch auf Bezahlung besteht und daß der männliche
Lebenspartner bzw. ggf. das Kollektiv aller Männer diesen
Anspruch zu erfüllen hat. Bei alleinlebenden Frauen ist
besonders offensichtlich, wie absurd dieser Anspruch ist:
Eine solche Frau wird für ihre Hausarbeit nicht bezahlt,
aber sie hat auch keinen plausiblen Anspruch gegen
irgenddjemand auf Bezahlung, weil sie den Aufwand selber
verursacht und die Früchte der Arbeit selber konsumiert.
In zahlreichen feministischen Falschaussagen wird vielfach
ausgeblendet, wer Arbeiten beauftragt und wer die Früchte
der Arbeit konsumiert hat und insofern zu einer Kompensation
infreage kommt, mehr dazu hier.
- Neben finanziellen Vergütungen treten auch
Gegenleistungen in Form von "Naturalien" oder andere
wesentliche Kompensationen auf, d.h. die Arbeit ist gar
nicht unbezahlt. Diese Kompensationen werden schlicht
negiert bzw. geleugnet.
Der Begriff "bezahlte Arbeit" wird hier reduziert auf übliche nichtselbständige Arbeitsverhältnisse, bei denen die Arbeit und die finanzielle Vergütung in einem engen zeitlichen und quantitativen Zusammenhang stehen. Ähnlich gilt dies für viele Selbständige, z.B. Handwerker oder Steuerberater. Es gilt indes nicht mehr für freie Buchautoren oder Maler (Künstler). Letztere erschaffen Werke, für die sie einen Käufer finden müssen. Sie haben aber keine Garantie, einen solchen in kurzer Zeit zu finden, und der erzielte Preis hängt grundsätzlich nicht mit dem geleisteten Aufwand zusammen.
Viele "unbezahlte" Arbeiten werden tatsächlich regelmäßig ähnlich wie bei Schriftstellern vergütet. Wegen der Unkalkulierbarkeit und des Risikos, nichts zu bekommen, kann man dies als eine zweitklassige Art der Vergütung ansehen. Es ist aber genauso falsch, die Existenz dieser Vergütungen zu leugnen.
- als Auftrag von einer unbekannten Instanz vergeben worden sind und die daher
- einen zumindest moralisch begründeten Anspruch auf eine finanzielle oder materielle Kompensation von dieser Instanz begründen.
In den beiden wichtigsten Fällen, nämlich der Betreuung der eigenen Kinder und ggf. pflegebedürftigen Eltern, ist dieser Standpunkt nicht haltbar.
Im sozialen Mittelstand geht es oft auch darum, eine teure professionelle Betreuung in einem Altenpflegeheim (sofern nicht von einer Pflegeversicherung finanziert) zu vermeiden, weil sie das spätere Erbe massiv reduzieren würde. Faktisch ist ein derartiges Erbe eine spätere Bezahlung der Betreuungsarbeit.
Die Kinderbetreuung ist ferner innerhalb einer Ehe oder eheähnlichen Gemeinschaft keineswegs unbezahlt. Sie begründet nämlich je nach der gewählten Arbeitsteilung in der Ehe einen formaljuristischen wie auch moralischen Rechtsanspruch auf Teile des Einkommens des Ehepartners, entweder als direkte Geldzahlung oder indirekt durch die Übernahme der gemeinsamen Lebenshaltungskosten für Miete, Nebenkosten, Ernährung usw.
- unbezahlte Tätigkeiten, bei denen der :
- bezahlte Tätigkeiten
Die obigen Aussagen werden meist im Rahmen der Geschlechterdebatte verwendet, um unterschiedliche berufliche Erfolge von Frauen und Männern zu erklären und um Frauen als Opfer von geschlechtsbezogenen Diskriminierungen darzustellen. Implizit soll meist ausgedrückt werden, daß Männer Faulpelze sind und nichts tun. Explizit wird dieser Vorwurf in Behauptungen, Männer würden nicht durch Kindererziehung und Altenpflege belastet, sondern können ihre ganze Energie (!) auf das Karrieremachen verwenden. Beweise werden i.d.R. nicht geliefert, sondern es wird nur an dumpfe Neidkomplexe bei Frauen appelliert.
Inhaltlich sind diese Aussagen natürlich grober Unfug. Halbwegs seriös formuliert müßte es statt "sind ... belastet" eigentlich lauten: "sind ... mehr als Männer belastet". Auch hier bleibt immer noch unklar, wieviel mehr Frauen angeblich belastet sind, ob dieses Mehr für jede einzelne Belastung gilt oder nur für die Gesamtheit (z.B. in Summe der Stunden pro Woche gerechnet) und für welche Lebensabschnitte es gilt.
Außerdem endet die Belastung durch ein oder mehrere Kinder irgendwann, ab der Pubertät wird eine zu intensive Bemutterung von den meisten Kindern sogar abgelehnt. Auf ein Berufsleben von ca. 40 Jahren gerechnet beträgt die Zeit der Kindererziehung typischerweise also nur rund 40 bis 60 % (bei mehreren Kindern).
Daß sich sehr viele Väter erheblich bei der Kindererziehung engagieren und dabei die gleichen Karrierenachteile erleiden wie Frauen, wird unterschlagen.
Sehr viele Männer haben außerdem Zivildienst geleistet, der im Zeitraum 1963 bis1996 zwischen 15 und 20 Monaten dauerte und der ebenfalls großenteils mit Pflegetätigkeiten absolviert wurde.
- Eckart Hammer: Unterschätzt: Männer in der Angehörigenpflege: Was sie leisten und welche Unterstützung sie brauchen. Kreuz Verlag, 2014. https://www.amazon.de/gp/product/3451612658
- Carsten Wippermann: Kinderlose Frauen und Männer. Ungewollte oder gewollte Kinderlosigkeit im Lebenslauf und Nutzung von Unterstützungsangeboten. BMFSFJ, 08.2014. https://www.bmfsfj.de/blob/94130/bc0479bf5f54e5d798720b ... ata.pdf
- Frauen würden länger im Haushalt als Männer arbeiten und
- diese Arbeiten seien unbezahlt, was wiederum die implizite Behauptung enthält, diese Arbeiten würden überhaupt ein Vergütungsanspruch gegen irgendjemanden erzeugen. Dieser Vergütungsanspruch wird insb. in Berechnungen der Gesamtarbeitszeitbelastung von Männern und Frauen aufgestellt, in denen die Hausarbeitsstunden mit der beruflichen Tätigkeit (von Männern) verrechnet werden, also implizit als Kompensation für das Einkommen, das ein Mann für die Familie verdient, verrechnet werden.
Die Annahme, daß Hausarbeit einen (Rechts-) Anspruch auf Bezahlung erzeugt, ist offensichtlich falsch bei Alleinlebenden. In der Destatis-Publikation Holz (2004) (s. dort Abbildung 2, Spalte "Haushaltsführung"; angegeben sind separate Zeiten für Personen mit und ohne Armutsrisiko, i.f. werden gerundete Durchschnitte der beiden Zeiten angegeben) finden sich hierzu folgende Zahlen:
- Alleinlebende Frauen verwenden ca. 230 Minuten pro Tag für die Haushaltsführung,
- Alleinlebende Männer ca. 160 Minuten pro Tag, also eine gute Stunde weniger als Frauen.
Alleinlebende Frauen verursachen also statistisch ca. 70 Minuten mehr Hausarbeit als Männer.
Holz (2004) gibt ferner Zahlen für Paarhaushalte an: In Paarhaushalten (ohne Kinder) reduziert sich die tägliche Zeit für die Haushaltsführung nicht etwa durch eigentlich zu vermutende Rationalisierungseffekte, sondern sie erhöht sich sowohl für Männer wie Frauen um rund 50 Minuten auf ca. 280 bzw. 210 Minuten pro Tag. D.h. der Abstand von ca. 70 Minuten bleibt hier erhalten, die Annahme ist daher plausibel, daß auch hier Frauen mehr Hausarbeit als Männer verursachen.
- Erlend Holz: Alltag in Armut: Zeitverwendung von Familien mit und ohne Armutsrisiko. Alltag in Deutschland - Analysen zur Zeitverwendung. Beiträge zur Ergebniskonferenz der Zeitbudgeterhebung 2001/02 am 16./17. Februar 2004 in Wiesbaden; Statistisches Bundesamt, Forum der Bundesstatistik, Bd. 43/2004, S. 39-66, 16.02.2004. https://www.bmfsfj.de/blob/76282/2fa7741a57733d863baa10 ... ata.pdf
Hier liegt ein klassischer Fall einer gefälschten Statistik und Vernebelungstaktik vor, der die Fakten regelrecht auf den Kopf stellt.
Als altersarm definieren kann man Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Nach den letzten Zahlen des Statistischen Bundesamts sind 415.568 Männer und 484.278 Frauen betroffen. Die Frauenquote unter den Altersarmen beträgt somit 53.8%. Das ist eine knappe Mehrheit, die Darstellung "Altersarmut ist ein Frauenproblem" ist somit eine grobe Verfälschung dieser Quote.
Für eine sachliche Bewertung des Problems müßte aber die Altersstruktur der Bevölkerung berücksichtigt werden: wegen der signifikant höheren Sterblichkeit von Männern weist die Bevölkerungspyramide für die Altersgruppen ab 65 Jahre einen deutlichen Frauenüberschuß aus. Bei den großen Altersgruppen von 70 - 80 Jahren kommen 115 - 130 Frauen auf 100 Männer, bei den kleineren Altersgruppen ab 80 kommen 150 bis über 300 Frauen auf 100 Männer.
Daher ist der Anteil der Personen, die von Altersarmut betroffen sind, bei Männern höher als bei Frauen. Wenn überhaupt, dann sind also Männer und nicht Frauen bei dem Risiko Altersarmut aufgrund des Geschlechts benachteiligt. Insofern laufen auch Versuche, die nicht vorhandene Benachteiligung von Frauen infolge Kindererziehung zu erklären, ins Leere. Es scheint je nach ideologischer Prägung kaum vorstellbar zu sein, daß auch Väter in die Kindererziehung investieren und deswegen weniger Karriere als Männer ohne Kinder machen. Das Risiko, wegen Kindern im Alter weniger Rente zu beziehen, ist somit für Männer ebenfalls vorhanden. Die implizite Behauptung, ausschließlich Frauen seien davon betroffen, ist reine Propaganda.
- Hauke JanssenHauke Janssen: Münchhausen-Check: "Weiblich, alt, arm"Münchhausen-Check: "Weiblich, alt, arm". SpiegelSpiegel, 26.10.2013. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/muenchhausen- ... 80.html, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/muenchhausen- ... 80.html
- welche Arten von Arbeit gemeint sind,
- ob überhaupt ein Anspruch auf Bezahlung besteht,
- wieviel Arbeit Männer vergleichsweise leisten.
Am markantesten ist hier das "Übersehen" des Wehr- oder
Zivildienstes. Die meisten heute erwachsenen Männer mußten 1
- 2 Jahre ihres Lebens in einer Karserne verbringen und dort
ganztags für die Sicherheit des Vaterlands arbeiten. Bei
nominal ca. 1700 Stunden Arbeitszeit pro Jahr haben die
meisten Männer nach dem Wehrdienst bereits einen Vorsprung
von 2000 - 3000 nahezu unbezahlter Arbeitsstunden zum Wohle
der Allgemeinheit geleistet.
Die häufige Argumentation, dies würde dadurch kompensiert,
daß manche Frauen Kinder bekommen, ist falsch.
Schwangerschaften sind freiwillig, Kinder sind individueller
Lebenssinn und die eigentliche Kompensation für die
Beschwerden einer Schwangerschaft, nicht zu reden vom
Aufwand für die Kindererziehung, den Männer und Frauen
gemeinsam tragen. Der Wehr- oder Zivildienst wurde dagegen
staatlich erzwungen, der individuelle Nutzen ist Null.
Schwangerschaften werden meist - wenn schon ein
Arbeitsverhältnis besteht - vom Staat durch die
Lohnfortzahlung bezahlt (eine Schwangere muß bzw. darf nicht
arbeiten, erhält aber weiter den vollen Lohn vom
Arbeitgeber, dem Arbeitgeber wird dieser arbeitsfreie Lohn
von der Krankenkasse, also der Allgemeinheit, erstattet).
Ferner wird regelmäßig übersehen, daß Männer weit überwiegend die Mannschaften der freiwilligen Feuerwehren, der Trainer von Sportvereinen etc. stellen. Hierzu sind sie zwar abgesehen von Ausnahmen nicht gezwungen, es handelt sich trotzdem um wichtige Dienstleistungen für die Allgemeinheit. Wenn diese Arbeiten nicht von freiwilligen übernommen würden, müßten ggf. bezahlte Kräfte angestellt werden, d.h. die Allgemeinheit hat einen geldwerten Nutzen von diesen freiwilligen Dienstleistungen.
In die gleiche Kategorie fällt die aktive Mitarbeit in Parteien bzw. in kommunalen Parlamenten oder sonstigen Organen der demokratischen Selbstverwaltung. Hier ist regelmäßig viel administrative Arbeit, z.B. bei der Abwicklung von Wahlen, der Entwicklung von Entscheidungvorlagen in Kommissionen usw., zu leisten. Es wird notorisch darüber geklagt, daß Frauen hier kaum vertreten sind, um Macht auszuüben. Dies ist ist aber nur Folge davon, daß kaum Frauen bereit sind, die unbezahlte Vorarbeit zu leisten.
Die wichtigen weiteren Arten von (angeblich) unbezahlter Arbeit werden indidivuell in den folgenden Abschnitten diskutiert. Es stellt sich regelmäßig heraus, daß die pauschale Aussage, Frauen leisteten so gut wie alle (ober auch nur wesentlich mehr) unbezahlte Arbeit, unhaltbar ist.
Geschichtsfälschungen sind daher im Feminismus guter Brauch, man kann hierbei zwei typische Ziele unterscheiden:
- Geschichtsfälschungen, die den historischen und immerwährenden Opferstatus von Frauen beweisen sollen.
- Geschichtsfälschungen, die besondere Leistungen von Frauen beweisen und diese glorifizieren sollen, die i.w. nur das Selbstwertgefühl von Frauen stärken sollen, bis hin zu unrealistischer Suprematie.
- Hexenverfolgungen, s. hierzu eigenen Abschnitt. Diese Geschichtsfälschung war lange Zeit eine entscheidende Basis für das Selbstbild der feministischen Bewegung und erklärt teilweise deren Radikalisierung.
- die Hypothese von einem prähistorischen Matriarchat, das später von "den Männern", die sich zu einem Patriarchat zusammengerottet hatten, gewaltsam beseitigt wurde.
- die kontrafaktische Behauptung, Ehefrauen hätten bis 1977 eine Erlaubnis des Ehemanns zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit benötigt.
- die kontrafaktische Behauptung, der Feminismus habe das Wahlrecht für alle Frauen mit friedlichen - eben weiblichen - Mitteln erkämpft, womit implizit behauptet wird, "die Männer" hätten das Recht zu wählen gehabt, die Frauen nicht.
- die Glorifizierung der Suffragetten als Heldinnen, die Anfang des 20. Jahrhunderts angeblich "vor allem mit passivem Widerstand, Störungen offizieller Veranstaltungen bis hin zu Hungerstreiks für ein allgemeines Frauenwahlrecht eintraten." Tatsächlich übten sie einen gewalttätigen Terror aus, inkl. Brandstiftung, Bombenanschläge und Mordversuchen und waren Teil der Frauenvereinigung "Orden der weißen Feder" (Order of the White Feather), die während des Ersten Weltkrieges Männer diffamierten, die sich nicht freiwillig zum Kriegsdienst meldeten und die für den Tod tausender Männer verantwortlich sind.
- die scheinbar authentische, tatsächlich gefalschte Selbstdarstellung von Betty Friedan in ihrem Buch "The Feminine Mystique", das wiederum auf (Geschichts-) Fälschungen anderer Autorinnen aufbaut und das einen enormen mobilisierenden Einfluß auf die 2. feministische Welle hatte.
- die angebliche Verfolgung lesbischer Frauen im Nationalsozialismus. Tatsächlich war Homosexualität unter Frauen im Nationalsozialismus nach § 175 nicht strafbar, lesbische Frauen wurden nicht verfolgt, weil sie lesbisch waren, sondern weil sie Jude oder Widerstandskämpfer waren. Im Gegensatz dazu wurden tausende Schwule aufgrund ihrer Homosexualität bestialisch ermordet.
- die Falschdarstellung von Ada Lovelace als historisch erster Programmierer.
- die Legende von den Trümmerfrauen, die angeblich einige Millionen Tonnen Bauschutt weggeräumt haben.
- Es fand tatsächlich eine Vergewaltigung statt und der Mann wurde verurteilt.
- Es fand tatsächlich eine Vergewaltigung statt und der Mann wurde aus Mangel an Beweisen nicht verurteilt.
- Es handelt sich um eine Falschbeschuldigung, es fand also keine Vergewaltigung statt. Eine Falschbeschuldigung ist eine Straftat, die dazu führt, daß die Frau umgekehrt angeklagt wird. Die Frau wurde verurteilt.
- Es handelt sich um eine Falschbeschuldigung, aber die Frau wurde aus Mangel an Beweisen nicht verurteilt.
Über die Zahl der tatsächlichen Vergewaltigungen kann daher nur spekuliert werden, zumal von einer hohen Zahl nicht angezeigter Fälle auszugehen ist. Mit sehr viel Spekulation kann man daher schließen, daß in Deutschland pro Jahr mehrere 10.000 Vergewaltigungen stattfinden. Bei rund 40 Mio. Frauen in Deutschland liegt damit die Wahrscheinlichkeit, im Zeitraum von einem Jahr Opfer einer Vergewaltigung zu werden, in der Größenordnung von 1/1000. Der Anteil der Männer, die eine Vergewaltigung begehen, ist kleiner, weil viele Vergewaltigungen von Mehrfachtätern begangen werden.
Sofern man einen historisch gleichmäßigen Verlauf dieser Jahresquoten unterstellt, sind selbst bei einem Durchschnittszeitraum von 30 Jahren nur eine einstellige Prozentzahl betroffener Frauen zu erwarten.
- Heather Mac Donald: The Campus Rape Myth - The reality: bogus statistics, feminist victimology, and university-approved sex toys. City Journal Vol. 18, no. 1, 2008. https://www.city-journal.org/2008/18_1_campus_rape.html
- Christina Hoff Sommers: Researching the "Rape Culture" of America. An
Investigation of Feminist Claims about Rape. chapter 10,
pp. 209-226 of Who Stole Feminism? (Simon &
Schuster Inc., New York, 1994). 1994. https://www.leaderu.com/real/ri9502/sommers.html
sehr viele Quellenangaben
- Christina Hoff Sommers: In Making Campuses Safe for Women, a Travesty of Justice for Men. The Chronicle of Higher Education, 2011-06-05. https://chronicle.com/article/In-Making-Campuses-Safe-for/127766/
- Caroline Kitchens: The Rape 'Epidemic' Doesn't Actually Exist. US News, 24.10.2013. https://www.usnews.com/opinion/blogs/economic-intellige ... culture
- Wendy McElroy: Making Men Rapists. The Future of Freedom Foundation, 12.03.2014. https://fff.org/explore-freedom/article/making-men-rapists/
viele Quellenangaben
- Wendy McElroy: The Big Lie of a "Rape Culture". The Future of Freedom Foundation, 07.04.2014 . https://fff.org/explore-freedom/article/the-big-lie-of-a-rape-culture/
- Rape shield laws in den USA und Kanada, Wikipdia, http://en.wikipedia.org/wiki/Rape_shield_law
- Hanna Rosin: When Men Are Raped. Slate, 29.04.2014. https://slate.com/human-interest/2014/04/male-rape-in-a ... en.html
- http://www.avoiceformalestudents.com/the-language-of-mi ... rators/ listet rund 30 misandrische Statements (mit Quellenangaben) von Verantwortlichen an Universitäten, die bei männlichen Studenten z.B. Falschbeschuldigungen für vertretbar halten und die Unschuldsannahme abschaffen wollen.
In der breiteren Öffentlichkeit sind weniger krasse Standpunkte verbreitet, z.B. daß "eigentlich eher" der Frau geglaubt werden muß, die letztlich auf dem Konzept der ethischen Überlegenheit von Frauen basieren. Ähnlich unhaltbar sind Schätzungen, die Falschbeschuldigungsquote betrage nur vernachlässigbare 3 % (s.u. Quellen).
Einigermaßen seriöse Schätzungen wie die des Bayerischen Landeskriminalamts (s.u.) kommen auf eine Falschbeschuldigungsquote von 33%. Diese hohe Quote ist keineswegs überraschend, denn das Risiko einer Frau, bei einer intelligent angestellten Falschbeschuldigung erwischt und verurteilt zu werden, ist sehr gering. Motive für Falschbeschuldigungen gibt es zu Genüge, angefangen von psychischen Erkrankungen wie im aktuellen Fall Kark Dall über Beziehungsprobleme, Rachegefühle nach Trennungen oder Auseinandersetzungen um das Sorgerecht für gemeinsame Kinder.
- Erich Elsner; Wiebke Steffen: Vergewaltigung und sexuelle Nötigung in
Bayern. München 2005. Bayerisches Landeskriminalamt. 1. Auflage.
ISBN 3-924400-16-4, 2005. https://www.polizei.bayern.de/content/4/3/7/vergewaltig ... pfi.pdf
S. 157: ... Die nach Meinung der polizeilichen Sachbearbeiter zumindest "eher" als Vortäuschung oder falsche Verdächtigung einzustufenden Fälle machen zusammen mit den ohnehin als Vortäuschung oder falsche Verdächtigung angezeigten einen Anteil von etwa einem Drittel an allen den Vorfällen aus, die sich für die Polizei zunächst als Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung dargestellt haben.
- Arne Hoffmann: Freispruch: Sind Sie der nächste Jörg Kachelmann? eigentümlich frei, 31.05.2011. https://ef-magazin.de/2011/05/31/3014-freispruch-sind-s ... helmann
Listet eine größere Zahl von Quellen und Studien, in denen der Anteil der Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigungsanklagen untersucht wurde. Der Anteil liegt typischerweise im Bereich von 30 - 50%, in Extremfällen bei 80%.
- Mythos 3 % - Falschbeschuldigungsquote bei Vergewaltigungsvorwürfen http://litigationiswar.wordpress.com/2011/07/04/mythos- ... rwurfen
- Gabriele Wolff: Alice Schwarzer und der Fall Jörg Kachelmann - Zwischenbilanz III, 30.1.2011. http://www.gabrielewolff.de/files/zwischen3.html
-
An International Timeline Of False Rape Allegations 1674-2015;
Compiled And Annotated By Alexander Baron
https://www.falserapetimeline.org/a-false-rape-timeline.html
Dokumentiert ca. 4000 Einzelfälle, dei meisten ab ca. 1990
-
http://falserapesociety.blogspot.de/
Diese Webseite war von 2008-2012 sehr aktiv mit über 2500 Blogposts, in denen viele einzelne Fälle von Falschbeschuldigung beschrieben werden. Hinzu kommt eine Liste von ca. 70 einschlägigen Studien und Veröffentlichungen. Die Fälle bzw. Publikationen beziehen sich durchweg auf die USA.
Derartige Verschwörungstheorien werden sowohl in redaktionellen Artikeln wie in Kommentaren dazu immer wieder geäußert. Nachweise werden nicht erbracht, wenn überhaupt, dann persönliche Erlebnisse von Frauen oder genauer gesagt die dadurch ausgelösten Gefühle oder Verdächtigungen.
Die Fakten besagen exakt das Gegenteil der Verschwörungstheorien. Gerade an Universitäten sind Strukturen, die Frauen bevorteilen und Männer diskriminieren, offensichtlich, und die Beseitigung dieser strukturellen Diskriminierung von Männern ist eine der Kernthemen und -Forderungen des Maskulismus.
Die Unterstellung, weibliche Bewerber würden
benachteiligt, "weil in den Kommissionen hauptsächlich
Männer sitzen", verrät bestenfalls eine völlige
Unkenntnis, wie Berufungsverfahren ablaufen, wenn man es
nicht als bewußte Falschaussage bzw. Propaganda
interpretiert.
In allen Stufen von
Berufungsverfahren ist neben den Fachvertretern aus dem
jeweiligen Fachbereichen stets die Frauenbeauftragte
involviert. Diese kann sämtliche Unterlagen einsehen und
hat durch Sonderrechte, die faktisch auf eine Art
Veto-Recht hinauslaufen, eine extrem starke Machtposition.
D.h. die Interessen von weiblichen Bewerbern werden
weitaus nachdrücklicher verfolgt als die von männlichen.
Hierzu tragen auch Verfahrensvorschriften bei, wonach auch
weibliche Bewerber zu Vorträgen eingeladen werden müssen,
die bei gleicher Papierlage als Mann nicht eingeladen
worden wären.
Sämtliche Schritte des Verfahrens müssen penibel
dokumentiert werden. Die umfängliche Dokumentation wird
mehrfach auf dem Instanzenweg (z.B. im Dekanat, im
Fakultätsrat, im Senat, im Rektorat, im Ministerium) von
verschiedenen Personen, darunter sehr vielen Frauen,
überprüft. Dabei wird akribisch danach gesucht, ob
weibliche Bewerber irgendwie benachteiligt wurden und das
strategische Ziel der Frauenförderung beachtet wurde.
Der Gender- (oder Radikal-) Feminismus behauptet, daß es keinen derartigen relevanten biologischen Einfluß gibt, sondern daß beobachtbare geschlechtsspezifische Präferenzen, darunter sogar die persönliche Geschlechtszugehörigkeit, sozial konstruiert, also willkürlich und damit änderbar sind. Mann nennt dies auch die "blank slate"-Hypothese, nach der der Mensch ein unbeschriebenes Blatt Papier ist und Sprache, Werte, Verhalten usw, dort ausschließlich kulturell eingeschrieben werden. Diese Auffassung bzw. Ideologie wird auch als Genderismus bezeichnet. D.h. jede einzelne Person kann z.B. zu einer beliebigen gewünschten sexuellen Orientierung oder beruflichen Präferenz hin erzogen werden. Teilweise wird auch die Existenz biologischer Geschlechter abgestritten, weil in seltenen Ausnahmefällen, z.B. Intersexuelle (Zwitter), Personen keinem der beiden normalen Geschlechter zugeordnet werden können. Diese Auffassung ist aber ähnlich fragwürdig wie die Aussage, Menschen hätten normalerweise nicht 5 Finder, sondern beliebig viele, weil in Ausnahmefällen Personen mit 4 oder 6 Fingern pro Hand geboren werden.
Daß das soziale Geschlecht einer Person völlig unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht ist, ist bei fast allen Einzelpersonen so offensichtlich absurd, daß die Genderismus-These z.T. nur statistisch postuliert wird, d.h. im Einzelfall kann zwar ein biologischer Einfluß vorhanden sein, aber es wird postuliert, daß bei Männern und Frauen eigentlich (sozusagen "von Natur aus") bestimmte biologische Dispositionen statistisch gleich verteilt auftreten würden und Abweichungen davon auf äußere Einflüsse zurückgehen.
Der Differenzfeminismus und alle bekannten Varianten des Maskulismus behaupten das Gegenteil, also daß es einen relevanten biologischen Einfluß geben kann bzw. sehr wahrscheinlich gibt. Als Evidenz wird auf eine Vielzahl von Forschungsergebnissen in der Verhaltensbiologie (Zwillingsforschung, Vererblichkeiten von Talenten usw.) verwiesen. Das berühmte Buch von Steven Pinker The Blank Slate. The Modern Denial of Human Nature stellt den Forschungsstand dazu sehr umfangreich dar.
Die Behauptung des Differenzfeminismus ist deutlich weniger präzise als die des Genderfeminismus, weil das das Ausmaß dieses Einflusses offen bleibt, und von daher viel leichter mit Indizien zu unterstützen und somit weitaus leichter plausibel zu begründen. Die die "blank slate"-Hypothese steht vor dem großen Problem, daß sie mit sehr vielen biologischen und medizinischen Erkenntnissen nicht kompatibel ist und zu kaum beweisbaren Hilfsannahmen greifen muß.
Beide Behauptungen sind prinzipiell nicht eindeutig beweisbar bzw. widerlegbar, wie alle soziologischen Theorien. Dies gilt auch für die leichter begründbare Behauptung des Differenzfeminismus.
Hieraus schlußfolgert der Genderfeminismus, seine eigene, entgegengesetzte Behauptung sei richtig. Diese Schlußfolgerung ist falsch, dieser bekannte logische Fehlschluß wird als Argumentum ad ignorantiam bezeichnet. Man erkennt den Denkfehler an einem simplen Beispiel:
- A behauptet, morgen werde das Wetter schön.
- B behauptet das Gegenteil, morgen werde das Wetter nicht schön.
- A weist B nach, daß der von B gelieferte Beweis
nicht ausreicht, Bs Behauptung zu beweisen, B seine Behauptung
also nicht beweisen kann.
Wir wissen nun also nicht, ob die Behauptung von B stimmt. (Es kann aber trotzdem sein, daß die B seine Behauptung mit einem anderen, diesmal richtigen Beweis, der ihm vorher nicht eingefallen ist, beweisen kann.)
Konkret im Beispiel: es ist also nicht bewiesen, daß das Wetter morgen schlecht sein wird. - Hieraus können wir aber nicht schlußfolgern, daß die gegenteilige Behauptung von A damit bewiesen wäre, daß also morgen das Wetter schön sein wird.
Die Korrektheit dieser Behauptung ist aber zentral für den
(politisch bei uns dominierenden) Genderfeminismus. Von
dieser Behauptung werden viele massive Eingriffe in den
Rechtsstaat abgeleitet.
Ein Beispiel ist die Schlußfolgerung, daß Männer und
Frauen statistisch
gleichstarkes Interesse an allen Berufen haben und auch
gleich gut dazu befähigt sind. Die in vielen Berufen
auftretenden ungleichen Geschlechterverhältnisse weichen
also von der ideologisch postulierten Gleichverteilung ab.
Diese Diskrepanz zwischen Ideologie und Realität wird als
Beweis dafür gewertet, daß Frauen diskriminiert werden.
Aus den unterstellten Diskriminierungen von Frauen wird
in einem weiteren Schritt abgeleitet, kompensatorische
rechtliche Diskriminierungen von Männern durch
Frauenquoten einzurichten.
- Zusammenstellung von ca. 50 Originalquellen mit biologischen Begründungen zu Geschlechterunterschieden: http://allesevolution.wordpress.com/2013/05/08/ubersich ... hieden/
- David C. Geary: Male, Female: The Evolution of Human Sex Differences, Second Edition. APA Books, ISBN 978-1-4338-0682-7, 01.11.2009. https://www.apa.org/pubs/books/4318066
- Steven Pinker: The Blank Slate: The Modern Denial of Human
Nature. Penguin Books, 528 S., ISBN
978-0142003343, 2002. https://www.amazon.de/The-Blank-Slate-Modern-Denial/dp/0142003344
Zusammenstellung der wichtigsten Belege für die biologische Begründung der Geschlechterunterschiede aus Pinkers Buch
- Susan Pinker: Das Geschlechterparadox. Über begabte Mädchen,
schwierige Jungs und den wahren Unterschied zwischen
Männern und Frauen (Originaltitel: The Sexual Paradox.
Extreme Men, Gifted Women and the Real Gender Gap). DVA, 2008.
Aufbereitung und Verdichtung von rund 400 wissenschaflichen Originalpublikationen mit dem Gesamtresümee, daß Männer und Frauen signifikant verschiedene Talentverteilungen haben und biologische Dispositionen eine wesentliche Ursache des unterschiedlichen Sozialverhaltens sind.
- Johanna Uekermann: Die Dekonstruktion der Geschlechter und ihre politischen
Folgen. blog.jusos.de, 17.09.2012. https://web.archive.org/web/20130511173344/http://blog. ... -folgen
Große Teile des Genderfeminismus streiten vehement ab, daß es so etwas wie ein biologisches Geschlecht gibt. Dies ist eine extreme Version der These "Biologie spielt keine Rolle". In diesem Text stellt die neue Vorsitzende der Jusos dar, warum die Jusos für die "Die Dekonstruktion der Geschlechter" kämpfen. Mit Bezug auf Judith Butler gilt "auch das das biologische ... Geschlecht als gesellschaftlich konstruiert ... Die Einteilung in 'männlich' bzw. 'weiblich' keine natürliche, unausweichliche Einteilung, ... Und was konstruiert wurde kann folglich auch wieder dekonstruiert werden." Der Artikel diskutiert ferner den inneren Widerspruch, daß man weiterhin Schutzräume für Frauen und Frauenquoten fordert, obwohl man die natürliche Existenz von Geschlechtern bestreitet.
Zunächst einmal muß der Begriff "etwas können" ersetzt werden durch "etwas erlernen können, also am Ende die gewünschten intellektuellen und/oder körperlichen Fähigkeiten aufweisen", denn von Natur aus können Menschen nicht sehr viel. Noch genauer sollte es heißen "etwas mit vertretbarem Arbeits- und Betreuungsaufwand erlernen können". Unter dieser Annahme kann man einige ganze Reihe von Versuchen durchführen zu erraten, was mit "Frauen können alles" wirklich gemeint sein kann und die Aussage in eine einigermaßen sinnvolle zu ändern:
- "Jede Frau kann alles, also jede Tätigkeit
ausüben."
Offensichtlich falsch. - "Es gibt eine Frau (irgendwo auf dieser
Welt), die kann jede Tätigkeit ausüben."
Offensichtlich auch falsch. - "Zu jeder Tätigkeit findet man eine oder
mehrere Frauen, die diese Tätigkeit ausüben können."
Offensichtlich falsch, fliegen kann niemand. - "Zu jeder Tätigkeit, die wenigstens ein
Mann ausüben kann, findet man eine oder mehrere oder
gleich viele Frauen, die diese Tätigkeit auch gleich gut
ausüben können."
Unbewiesen bzw. offensichtlich falsch, einige Dutzend Männer, aber noch keine Frau haben die 100m in unter 10 Sekunden gelaufen. - "Die Aussage 'Frauen können nicht X' (für
X irgendeine Tätigkeit einsetzen) ist falsch."
Das stimmt, denn die auch dies ist eine vage, unbeweisbare Aussage, also in diesem Sinne falsch. Daraus kann man aber nicht folgern "Frauen können X bzw. alles". Aus einer falschen Aussage kann man prinzipiell gar nichts folgern. - "Man soll keine Vorurteile gegen Frauen
haben, die frauenuntypische Tätigkeiten ausüben (wollen),
und ihnen das nicht miesmachen oder sie entmutigen."
Mit dieser Aussage sind auch eingefleischte Maskulisten einverstanden, nur hat sie mit "Frauen können alles" praktisch nichts mehr gemeinsam.
Diese definitiv falsche Interpretation der Aussage ist
eine notwendige Voraussetzung, wenn Frauenquoten in
Berufen gefordert werden, an denen Frauen kein Interesse
haben oder in denen sie unterdurchschnittliche Leistungen
erbringen, und wenn der geringe Frauenanteil
ausschließlich auf gläserne Decken und ähnliche unsicht-
und unbeweisbaren sozialen Mechanismen zurückgeführt wird.
Man kann die Aussage in diesem Kontext ggf. etwas präziser
fassen in der Form: "Die statistische Verteilung von
Talenten ist bei Jungen und Mädchen gleich. Die
beobachteten statistischen Leistungsdifferenzen sind nur
Auswirkungen sozialer Einflüsse." Diese Aussage ist
unbewiesen bzw. nicht beweisbar und es gibt plausible
Gegenbeispiele (s. z.B. BBC-Videos).
Ferner stellt sie die Argumentationslogik auf den Kopf:
Wenn die sozialen Einflüsse tatsächlich derart dominieren,
dann spielen die natürlichen Talente als Ausgangsgröße
offenbar keine Rolle in den Lernprozessen. Dann kann man
aber auch nicht vom Endergebnis auf diese Ausgangsgröße
zurückschließen
Die regelmäßige Interpretation der Aussage im Sinne der 1. Variante ist auch Ursache des vielbeklagten Überforderung, der sich Mädchen bzw. Frauen ausgesetzt sehen: Jede Frau bemerkt an sich selber, daß die ideologische Aussage "jede Frau kann alles" für sie nicht stimmen kann. Sofern sie sich nicht von der feministischen Ideologie emanzipiert und die Aussage nicht als falsch erkennt, führt sie die Diskrepanz zwischen Ideologie und Realität auf persönliches Versagen zurück. Diese bei Frauen massenhaft auftretende Gefühl des Versagens und Überfordertseins ist einer der gesellschaftlich relevanten Kollateralschäden des Feminismus.
Nachbemerkung: Die Aussage "Männer können alles" ist natürlich genausogroßer Unsinn. Allerdings haben Männer das Privileg, seit Jahrzehnten als das dümmere Geschlecht denunziert zu werden, was sie davor bewahrt, diese unsinnige Aussage ernst zu nehmen.