Inhalt

Einstiegslektüre:

* Maskulismus in zwei Minuten
* Kernthemen und -Forderungen
* Maskulismus für Anfängerinnen

"Maskulismus die radikale Ansicht,
daß Männer keine Schweine sind,
sondern Menschen."

Hauptthemen:

* Maskulismus
* Feminismus und feministische Politik
* Gender-Studies und feministische Theorie
* Feministische Rhetorik und Kampfbegriffe
* Medien und feministische Propaganda

Sitemap Stichwortverzeichnis


Aktuelles:
2018-07-11: Gender Empathy Gap Day - Tag der Geschlechter-Empathielücke
2018-06-22: neue Seite Kampfbegriff "Diversität" (inkl. einem Vergleich mit Identitätspolitik)
2018-06-01: neu: umfangreiches Stichwortverzeichnis
2018-05-05: neue Seite über weibliche intrasexuelle Konkurrenz, in memoriam YeyoZa, dem ehedem bekanntesten Twitterer hierzu.

Feminismus und Feminismuskritik





Inhaltsübersicht

Feminismus, Feminismuskritik und Antifeminismus

Falschaussagen, Denkfehler und Doublespeak des Feminismus

Sonstiges

Feminismus, Feminismuskritik und Antifeminismus

Inhaltliche Kernpunkte der Feminismuskritik

Diese Seite behandelt vor allem das Thema, ob, von wem und wie Kritik am Feminismus möglich ist. Die inhaltlichen Kernpunkte der Feminismuskritik sind auf einer eigenen Seite Kernpunkte der allgemeinen Feminismuskritik ausführlich dargestellt, die i.f. als i.w. bekannt vorausgesetzt werden. Hier nur die wichtigsten Gruppen mit Links auf die Abschnitte:

Demokratie- und Verfassungsfeindlichkeit

  1. Der institutionalisierte Feminismus ist eine hochwirksame ideologische Machtstruktur, die in unserer Verfassung nicht vorgesehen ist.
  2. Wesentliche Teile des Feminismus sind direkt und offensichtlich verfassungsfeindlich.
  3. Der institutionalisierte Feminismus ist autoritär und antidemokratisch und kämpft für eine Herrschaft feministischer Funktionäre.
  4. Der Feminismus gefährdet die Meinungsfreiheit.
  5. Der institutionalisierte Feminismus stellt eine versteckte Form der Finanzierung feministischer Parteien (vor allem Grüne, SPD und Linke) dar und unterläuft die Grundsätze der Parteienfinanzierung.
  6. Der Feminismus im Sinne der weiblichen feministischen Aktivisten repräsentiert - trotz gegenteiliger Behauptungen - nicht "die Frauen" und deren Interessen.

Wissenschafts- und Aufklärungs-Feindlichkeit

  1. Feminismus propagiert die Pseudowissenschaft "Gender Studies".
  2. Der Feminismus arbeitet systematisch darauf hin, die Öffentlichkeit zu desinformieren.

Konstruktion sozialer Probleme und weibliche Selbst-Viktimisierung

  1. Der Feminismus löst keine Probleme im Geschlechterverhältnis, sondern er erschafft sie.
  2. Frauen werden durch systematische Desinformation dazu gebracht, sich primär als hilfloses Opfer der Männer oder der gesellschaftlichen Verhältnisse zu verstehen.


Muß man als Maskulist gegen den Feminismus sein?

Ja und nein, die Frage ist so zu pauschal. Festhalten können wir zunächst, daß Maskulismus oft fälschlicherweise mit Antifeminismus gleichgesetzt wird. Diese falsche Gleichsetzung hat mehrere Ursachen, auf die wir i.f. eingehen.

Der Maskulismus kann auf alle Fälle als feminismuskritisch bezeichnet werden. Weil das Thema zum Ausufern neigt und die Details oft kompliziert sind, sei die maskulistische Feminismuskritik vorab anhand einer Analogie veranschaulicht: Der heutige Feminismus ähnelt pazifistischen Eltern, die ihre Kinder windelweich verprügeln, weil sie sich beim Spielen gestritten und laut angebrüllt haben, und die jeden Kritiker ihrer Erziehungsmethoden sofort mit einer Verleumdungsklage überziehen und als Kriegstreiber und Nazi denunzieren. Unsere pseudo-pazifistischen Eltern und der heutige Feminismus haben zwei Gemeinsamkeiten:

  • Die Ziele sind grundsätzlich unterstützenswert, die Methoden zur Erreichung dieser Ziele sind aber leider unbrauchbar, kontraproduktiv oder sogar kriminell.
  • Die Diskussion über die angerichteten Schaden ist ein genauso großes Problem wie der eigentliche Schaden.
Das mißhandelte Kind ist unsere Verfassung, die Gleichberechtigung, die Meinungsfreiheit, Aufklärung und Wissenschaftlichkeit, der soziale Frieden u.a. mehr.

Der Begriff Antifeminismus ist sinnlos

Wenn man Begriffe wie Antifeminismus oder Feminismuskritik genauer beschreiben will, liegt ein Hauptproblem darin, daß der Begriff Feminismus hochgradig mehrdeutig ist. Es bleibt daher weitgehend unklar, was man kritisiert und wogegen man ist. Die wichtigsten üblichen Bedeutungsvarianten sind (teilweise analog zu den Maskulismus-Varianten):
  • Feminismus im Sinne einer sozialen Theorie bzw. Ideologie
  • Feminismus im Sinne einer breiten sozialen Bewegung, die viele "normale" Frauen umfaßt
  • "institutionalisierter Feminismus" im Sinne Machtstruktur in staatlichen Institutionen, also einer kleinen Schicht von Frauen in Machtpositionen, z.B. in feministischen Parteien und Frauenministerien, die regelmäßig stark ideologisch geprägt sind und die nicht unbedingt die Interessen "normaler" Frauen vertreten, aber trotzdem bei Wahlen deren Stimmen erhalten
  • Feminismus im Sinne der ersten, zweiten bzw. dritten historischen Welle.
In einer separaten Seite werden die wichtigsten Feminismus-Varianten und grundlegenden Feminismus-Konzepte etwas ausführlicher dargestellt. Festhalten kann man aber, daß die Theorien und Akteure, die mit dem Etikett Feminismus versehen werden, derart unterschiedlich und teilweise gegensätzlich sind, daß es kaum noch einen gemeinsamen Nenner gibt.

Wegen der Unschärfe des Begriffs Feminismus ist der Begriff Antifeminismus sinnlos. Wenn überhaupt, kann man nur gegen bestimmte Varianten bzw. Strömungen des Feminismus oder konkrete politische Forderungen sein.

Gründe für eine Beschäftigung mit dem Feminismus

Die Unschärfe des Begriffs Feminismus führt zur Frage, warum und aus welchen Perspektiven heraus man sich mit dem Feminismus beschäftigen sollte oder muß. Die wichtigsten Gründe hierfür kann man in zwei Gruppen einteilen:
  • "Kollateralschäden" des Feminismus, von denen nicht nur Männer betroffen sind, sondern die ganze Gesellschaft. Hierzu gehören vor allem die Verfassungsfeindlichkeit vieler feministischer Vorhaben und Strukturen, die Anti-Aufklärung bzw. Wissenschaftsfeindlichkeit und die Beschädigung des sozialen Friedens. Diese generelle Feminismus-Kritik ist in einem eigenen Abschnitt detaillierter dargestellt.
  • Gründe, die eine direkte Konfrontation zwischen Männern und feministischen Akteuren (aber nicht unbedingt allen Frauen) bewirken, z.B. die Grundsätze der Gender Mainstreaming-Strategie.
Zusammengenommen führt das Eintreten für Männerrechte (bzw. für die Demokratie und Aufklärung) zwangsläufig zu einem Gegensatz zu wesentlichen, aber nicht unbedingt allen Teilen des Feminismus. Daher muß man sich zumindest grob mit den Varianten und Strömungen des Feminismus sowie seiner Historie auseinandersetzen. Der Begriff Antifeminismus läßt nicht erkennen, gegen welche Teile des Feminismus man ist und ist daher sehr irreführend und zur Beschreibung des Maskulismus oder von Maskulismus-Varianten ungeeignet.

Gründe für eine direkte Konfrontation zwischen Männern und feministischen Akteuren

  1. Viele heutige Diskriminierungen von Männern wurden durch den Feminismus verursacht oder wesentlich mitverursacht. Hier und heute kämpfen einflußreiche feministische Kreise dafür, weitere Diskriminierungen von Männern durchzusetzen, z.B. Frauenquoten.

    Ob diese Diskriminierungen von "dem Feminismus" alleine oder auch von anderen gesellschaftlichen Entwicklungen mitverursacht wurden bzw. werden, ist nebensächlich. Am klarsten wurde die politisch gewollte Diskriminierung durch die Alice Schwarzer nachgesagte Kriegserklärung "Wenn es unseren Töchtern besser gehen soll, dann muss es unseren Söhnen schlechter gehen", auf die man die heutige Lage der Jungen als die großen Bildungsverlierer wenigstens teilweise zurückführt.

  2. Wesentliche Akteure des Feminismus definieren sich bzw. die Frauen als soziale Klasse, die im Interessengegensatz zur Klasse der Männer steht.

    Zugespitzt formuliert haben relevante, mächtige Akteure des Feminismus den Männern als Klasse den Krieg erklärt, und man(n) kann diese Kriegserklärung nicht einfach ignorieren.

    Sehr viele feministische Akteure sind fest davon überzeugt, daß die Klasse der Männer gegenüber der Klasse der Frauen privilegiert ist und darin ein "historisches und aktuell fortgesetztes Machtungleichgewicht" zulasten der Klasse der Frauen besteht, und zwar in jedem beliebigen Kontext, und daß Männern, also jedem einzelnen Mann, "ein ganzes System von Historie, Traditionen, 'wissenschaftlicher' oder biologischer Nachweise und teilweise sogar Gesetzen zugutekommt, das ihren Worten ein Gewicht verleiht, das Frauen nicht zur Verfügung steht."

    Die Vorstellung, daß Männer und Frauen eigene soziale Klassen bilden, ist zwar soziologisch gesehen absurd, aber dennoch zentral für Begriffe wie benevolent sexism oder Gender Mainstreaming. Unter den inzwischen etablierten Begriffen Mansplaining bzw. benevolent sexism wird der Vorstellung, Männer könnten sich an der Diskussion über die Interessen von Frauen beteiligen, heftig widersprochen, mit durchaus plausiblen Argumenten (die mit vertauschten Rollen analog für die männliche Seite gelten, siehe "Womansplaining bzw. Femsplaining"). Praktisch erkennbar ist der Ausschluß von Männern an der gigantischen feministischen Infrastruktur, für die ca. 5000 Personen hauptamtlich und mehrere 10.000 nebenamtlich arbeiten. Diese Personen sind fast alle weiblich, in den meisten Fällen aufgrund gesetzlicher Zwänge, in den restlichen Fällen kann man die grundsätzliche Ablehnung von Männern als Hauptursache ansehen. Sie sind gesetzlich verpflichtet, ausschließlich für die Interessen von (biologischen) Frauen, also regelmäßig gegen die Interessen von Männern zu arbeiten.

    Die Auffassung von Männern und Frauen als einander entgegengesetzten Klassen ist ferner konstitutiv für die offizielle Gender Mainstreaming-Strategie. Die zugrundeliegende These, daß "die unterschiedlichen ... Interessen von Frauen und Männern ... zu berücksichtigen [sind], da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt" schließt es aus, daß die Interessen von Frauen durch Männer und analog die Interessen von Männern durch Frauen, erst recht nicht durch den fast rein weiblichen institutionalisierten Feminismus vertreten werden können.

  3. Die dominierenden feministisch orientierten Medien setzen Maskulismus und allgemeiner jede Kritik am Feminismus, auch von Frauen geäußerte, mit Antifeminismus gleich. Unabhängig davon, daß diese Gleichsetzung sachlich falsch bzw. eine unzulässige Pauschalisierung ist, gilt sie durch die mediale Propaganda für viele Personen als Faktum. Daher man muß sich mit dieser Weltsicht, um nicht zu sagen Kriegserklärung, auseinandersetzen, ob man will oder nicht.

    Sehr viele Medien arbeiten gezielt darauf hin bzw. verstehen es als ihren "Bildungsauftrag", den Maskulismus negativ zu besetzen und begrifflich als Synonym für Antifeminismus, Faschismus oder sonstige Plagen der Menschheit durchzusetzen. Jegliche Vertretung der Interessen von Männern wird als moralisch verwerfliche Unterdrückung der Frauen verstanden bzw. dargestellt und daher als Antifeminismus bezeichnet, die entsprechenden Aktivisten als Antifeministen. Für die meisten Journalisten ist es aufgrund ihrer ideologischen Prägung prinzipiell nicht denkbar, daß Männer das Recht haben, ihre Interessen zu vertreten, denn als Mitglieder des Patriarchats sind sie ohnehin privilegiert. Daher kann es auch keinen positiv geprägten Begriff für eine männliche Interessenvertretung geben.

    Der Feminismus spielt seit rund einer Generation in der Berichterstattung der meisten großen Medien (vielgelesene Tages- oder Wochenzeitschriften und öffentlich-rechtliche Medien) eine Rolle, die mit der Religion in totalitär-religiösen Staatsformen vergleichbar ist: Ungläubigkeit ist ein Straftatbestand, der zumindest sozial scharf geächtet ist und begrifflich negativ besetzt ("Antichrist") wird.



Pro- und Antifeminismus des demokratischen Maskulismus

Die Haltung des (demokratischen, emanzipierten, deutschen) Maskulismus zum Feminismus kann man wie folgt zusammenfassen:
  • Der Maskulismus hat die historischen Errungenschaften des Feminismus im Bereich der Gleichberechtigung längst verinnerlicht und kann daher nicht prinzipiell antifeministisch sein. Dies erklärt die eventuell verblüffende Beobachtung, daß sich viele Maskulisten zugleich als Feministen bezeichnen (oder gemäßigte feministische Standpunkte unterstützen), wobei beide Begriffe stillschweigend in einer gemäßigten, undogmatischen Variante verstanden werden.
  • Für den Maskulismus ist es zweitrangig, ob Diskriminierungen von Männern vom Feminismus oder von einer anderen Ideologie oder Instanz zu verantworten ist, oft läßt sich das gar nicht eindeutig zuordnen. Der Maskulismus fordert auf jeden Fall die Beseitigung der Diskriminierungen.
  • Die meisten maskulistischen politischen Forderungen können durch allgemein akzeptierte ethisch-philosophische Grundüberzeugungen begründet werden, Bezüge auf spezielle feministische Theorien werden nicht benötigt. Speziell für Anfänger bzw. betroffene Männer, die keine Zeit haben, sich intensiver mit dem Maskulismus zu beschäftigen, erübrigt sich daher - das ist die gute Nachricht - die Kenntnis feministischer Theorien.
  • Der Maskulismus ist notwendigerweise antifeministisch in dem Sinne, daß er gegen Aspekte, Untergruppierungen oder ideologische Definitionen des Feminismus ist, die sexistisch oder subversiv sind oder sich für Diskriminierungen von Männern einsetzen. Es ist dabei nicht Aufgabe des Maskulismus, die Hintergründe zu analysieren, warum sich Teile des Feminismus für Diskriminierungen von Männern einsetzen, wie diese Teile des Feminismus entstanden sind und wie man die dort vorhandenen inneren Widersprüche auflösen kann - das muß der Feminismus schon selber leisten.
Wegen der Unschärfe des Begriffs Feminismus und der der resultierenden Unschärfe des Begriffs Antifeminismus ist von der freiwilligen Verwendung des Begriffs Antifeminismus abzuraten, er erzeugt fast immer Verwirrung und Kommunikationsprobleme.

Es gibt allerdings auch Aspekte bzw. Varianten des Feminismus, bei denen schon der gesunde Menschenverstand ausreicht, sie entschieden abzulehnen, mehr dazu hier. Vieles davon ist ungefährlich, weil es eigentlich niemand ernst nimmt. Wirklich gefährlich sind die schon vollzogene oder weiter geplante Unterwanderung der Demokratie und des Rechtsstaats und die Etablierung totalitärer Machtstrukturen, die sich demokratischen Kontrollen entziehen, durch den Feminismus. Dies verlaufen bzw. verliefen weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, Stichworte hierzu sind:



Inwieweit kann man als Mann (bzw. als männlicher Maskulist) zugleich Feminist sein? - gutgemeinter Sexismus und "mansplaining"

Der Feminismus ist seit jeher von sehr vielen Männern mit Worten und Taten unterstützt worden, da die gemäßigten, undogmatischen Feminismusvarianten auf allgemein anerkannten humanistischen Grundlagen beruhen. Ein Teil dieser Männer bezeichnet sich auch explizit als Feminist. Im Prinzip scheint es also möglich zu sein, als Mann bzw. Maskulist zugleich Feminist sein. Bei näherer Betrachtung stößt man allerdings auf zwei wichtige Fragen: ist man überhaupt erwünscht und bringt man die notwendigen Kenntnisse mit?

Bin ich als Mann im Feminismus überhaupt willkommen?

Man sollte sich darüber im klaren sein, daß männliche Feministen oft unerwünscht sind, genauer gesagt Männer, die sich das Etikett anheften, Teil der Frauenbewegung zu sein, und/oder die an Diskussionen oder Aktionen, bei denen es um die Interessen von Frauen geht, inhaltlich teilnehmen wollen.

Eine relativ große Gruppe von Frauen bzw. weiblichen Feministen schließt es mehr oder weniger kategorisch aus, Männer (auch homosexuelle) als Teil der Frauenbewegung zu akzeptieren bzw. als Feministen anzusehen oder mit ihnen zu kooperieren. Gründe hierfür sind:
  • Männer werden als Ursache der historischen, weltweiten Unterdrückung von Frauen und als Mitglieder des Patriarchats angesehen. Per Sippenhaft wird jeder einzelne Mann als untrennbarer Bestandteil des Patriarchats angesehen und somit als Feind.

    Feministische Frauen mit dieser Einstellung fühlen sich teilweise schon belästigt bzw. bedroht, wenn sich irgendein Mann mit ihnen zusammen im Raum befindet. In diesem Zusammenhang wird oft gefordert, in öffentlichen Räumen, z.B. auf Konferenzen, "sichere Räume" ("safe spaces", Schutzräume für Debatten) einzurichten, zu denen Männer keinen Zutritt haben und in denen Frauen vor der Bedrohung durch Männer sicher sind und ungestört diskutieren können.

    Die Abneigung gegen Männer wird in vielen feministischen Zirkeln systematisch gesteigert (vgl. hierzu den Effekt von Triggerwarnungen), in manchen Fällen bis hin zu fanatischem Männerhaß. Auch wenn die betroffenen Frauen nur eine kleine Minderheit (vermutlich im Promillebereich) darstellen, ist diese Gruppe extrem motiviert und durchsetzungsstark und weit überproportional bei der medialen oder politischen Definition feministischer Forderungen erfolgreich.

  • Männern wird ein Mitspracherecht in Frauenfragen abgesprochen, weil ihnen die Lebenserfahrung und die Realitätswahrnehmung als Frau fehlt, sie also bei diesem Thema fachlich inkompetent sind. Beispielsweise sehen sich manche Frauen einer ständigen sexuellen Belästigung im Alltag ausgesetzt, was die meisten Männer weder rational noch emotional nachvollziehen können.

    In diesem Zusammenhang wird teilweise von gutgemeintem Sexismus ("benevolent sexism" oder teilweise auch "mansplaining") gesprochen: jeder Versuch von Männern, in Frauenangelegenheiten mitzureden, wird, selbst wenn gut gemeint, als fachlich unqualifiziert und letztlich als unerwünschte Einmischung betrachtet und abgelehnt.

    Diese Haltung ist durchaus plausibel und nicht unbedingt mit Männerhaß verbunden, sie kann von explizit geäußerter Ablehnung von Männern bis hin zu eher unterschwelligem Mißtrauen reichen. Ggf. werden Männer nur mit "Gaststatus" zu Diskussionen zugelassen, haben also bei Beschlußfassungen keine Stimme und sind eher untergeordnete Zuträger, die häufig als "Ally" (Verbündete) bezeichnet werden (s. auch diese Sammlung von Statements, wie sich Allies zu verhalten haben).

Die vorstehenden Fragen werden ausführlicher in den Artikeln The trouble with male feminism und "Feminist men: friends or foes?" diskutiert.

Im ersten der beiden vorstehenden Fälle sollte man von Versuchen, mit entsprechenden Frauen zu diskutieren (real oder in on-line Foren), Abstand nehmen, es ist aussichtslos. Bei der zweiten Gruppe sollte man die Verhältnisse explizit klären, um seine Zeit nicht unproduktiv zu verwenden.

Bringe ich die notwendigen Kenntnisse mit?

Der auf diesen Seiten propagierte emanzipierte Maskulismus zielt i.w. auf die Aufhebung struktureller Diskriminierungen von Männern z.B. in Gesetzen und benötigt hierzu nur sehr wenige ethische Grundlagen. Derartige strukturelle Diskriminierungen sind in Deutschland für Frauen seit langem nicht mehr vorhanden. Daher benötigt man zur Begründung feministischer Forderungen durchweg komplexe soziale Theorien, mit denen begründet wird, daß Frauen trotz rechtlicher Besserstellung immer noch diskriminiert werden.
Ein Beispiel hierzu ist die seit Jahren kochende Debatte um Frauenquoten: Bestimmte leitende Stellen werden für Frauen reserviert oder es werden weibliche Bewerber bevorzugt, also Männer formal diskriminiert, mit der Begründung, daß "normalerweise" viel mehr Frauen auf diesen Stellen zu finden sein müßten und entweder männliche Privilegien, unsichtbare Formen von Diskriminierungen ("gläserne Decken") oder andere soziale Prozesse Frauen diskriminieren, Männer also kompensatorisch diskriminiert werden müssen.

Ob diese hier benutzten sozialen Theorien stimmen oder nicht, sei dahingestellt; entscheidend ist, daß man sie (und die Theorien, mit denen Gegenargumente begründet werden) zunächst lernen muß, um qualifiziert mitreden zu können.

Insb. Anfänger, für die diese Seiten gedacht sind, seien davor gewarnt, die Komplexität und den Aufwand zum Erlernen dieser Theorien zu unterschätzen.

Ergänzende Quellen und Materialien

  • Feminist Fun Friday - Die Male-(Feminist)-Tears-Edition - Feministische Männer, oder: eine Verheißung, die keine ist. maedchenmannschaft.net, 19.02.2016. http://maedchenmannschaft.net/feminist-fun-friday-die-m ... dition/
    Die Mädchenschaft, eine führende deutsche Gruppen weiblicher Feministen, war so freundlich, Männern eine längere, illustrierte Liste von unerwünschten Formen feministischer Betätigung zwecks Orientierung anzubieten, z.B. besser Teller abzuwaschen anstatt langatmige und raumbeanspruchende Redebeiträge beizusteuern.

Falschaussagen, Denkfehler und Doublespeak des Feminismus

Was sind die größten Falschaussagen bzw. Denkfehler des Feminismus? Kann es solche Fehler wirklich geben, obwohl so viele Leute die Theorien geprüft haben?

Da hätten wir gleich einen ersten Denkfehler: Wenn sehr viele Leute glauben, daß eine Theorie oder Behauptung stimmt, beweist das die Theorie keineswegs (s. Woozle effect). Sehr viele Leute glauben beispielsweise fest an UFOs, an Horoskope oder an die Intelligent Design-Theorie des Kreationismus. Früher glaubten alle, die Erde sei eine Scheibe.

Wer oder was mit "Feminismus" in "Falschaussagen des Feminismus" gemeint ist, wäre auch noch zu klären. Im Sinne einer Ideologie ist der Feminismus eine Menge von Annahmen über die reale Welt ("Frauen sind empathischer"), Wertungen ("männliche Aggression ist böse, weibliche ist Notwehr") und anzustrebenden gesellschaftlichen Strukturen und Machtverhältnissen ("mindestens 50% Frauen in allen Machtpositionen"). Die Wertungen und Zielvorstellungen sind offensichtlich willkürlich, also nicht hinterfragbare Dogmen, brauchen also nicht bewiesen zu werden. Um diese Willkürlichkeit zu kaschieren, werden sie aber oft als notwendige ("alternativlose") Konsequenz aus den Merkmalen der realen Welt dargestellt.

Weitaus kniffliger sind die Annahmen über die reale Welt. Hierbei handelt es sich um Sachaussagen, deren Wahrheitsgehalt nur empirisch, aber nicht formallogisch überprüft werden kann. Hier sollte man auch als Maskulist auf der Hut sein, keinen Unsinn zu reden (was leider regelmäßig vorkommt). Der Abschnitt "Deterministische und statistische Aussagen und deren Beweisbarkeit" geht auf das Problem ein, daß man i.a. nur statistische Aussagen hat und daß diese i.a. nicht wie deterministische Aussagen bewiesen werden können.

Ein besonderes Problem bei der Beurteilung des Feminismus stellt das verbreitete Doublespeak (von innen betrachtet ist es eher ein Doublethink). Am Beispiel erläutert: eine Hälfte der Akteure behauptet "die Erde ist eine Scheibe", die andere behauptet "die Erde ist eine Kugel". Je nachdem, wie es gerade paßt, wird dann eine der beiden Aussagen aus Ausgangspunkt weitreichender Schlußfolgerungen verwendet. Der Abschnitt Doublespeak des Feminismus geht im Detail darauf ein, wie diese Diskursstrategie genutzt wird, um entweder Falschaussagen oder innere Widersprüche zu kaschieren.

Ergänzende Quellen und Materialien



Häufige feministische Falschaussagen

Die folgende Liste ist eine Übersicht über häufig auftretende feministische faktische Falschaussagen, die argumentativ widerlegt werden können (im Gegensatz zu Doublespeak, der i.d.R. Sachdiskussionen aushebeln will). Aus Platzgründen sind die Detailargumente in separaten Seiten ausgelagert.

Falschaussagen über Politik und Demokratie

Falschaussagen über Wirtschaft, Finanzen, Soziales

Falschaussagen über Beziehungen und Sexualität

Falschaussagen über Frauen an Universitäten

Sonstige Falschaussagen



Doublespeak des Feminismus

Doublespeak ist eine Diskussions- bzw. Kommunikationsstrategie, bei der der Sinn von Worten verzerrt, vernebelt oder sogar in sein Gegenteil verkehrt wird. Man kann Doublespeak auch als ein spezielle Form der Hypnosetechnik Ambiguität ansehen. Edward S. Herman charakterisiert Doublespeak wie folgt:
"What is really important in the world of doublespeak is the ability to lie, whether knowingly or unconsciously, and to get away with it; and the ability to use lies and choose and shape facts selectively, blocking out those that don't fit an agenda or program."
(Wesentliches Merkmal von Doublespeak ist die Möglichkeit, zu lügen, egal ob wissentlich oder unbewußt, und damit ungestraft durchzukommen; ferner die Möglichkeit, zu lügen und selektiv Fakten auszusuchen und zurechtzubiegen und dabei diejenigen Fakten zu unterdrücken, die nicht zu den eigenen Absichten oder Programmen passen.)
Der Feminismus setzt Doublespeak systematisch als Diskursstrategie ein, um entweder Falschaussagen oder innere Widersprüche zu kaschieren und um im Endeffekt Diskussionen über Sachargumente zu vermeiden. Insofern zählt Doublespeak als Betrugsversuch.

"Der Feminismus" in diesem Sinne sind sowohl einzelne Personen, die feministische Forderungen stellen oder - beispielsweise bei Frauenquoten - aufgrund ihrer politischen Machtposition feministische Prinzipien diktatorisch durchexerzieren können. Dazu gehören auch unterschiedliche Denkschulen, die sich widersprechende Theorien aufstellen. Daß hier scheinbar die Linke nicht weiß, was die Rechte tut, ist hier keine Entschuldigung, sondern gerade das Mittel, mit dem die Doublespeak-Effekte erzeugt werden.

Das regelmäßig zu hörende Argument, die inneren Widersprüche seien ein Zeichen von Meinungsvielfalt und Ideenreichtum, ist ein plumpes Ablenkungsmanöver und ebenfalls Doublespeak. Gegen die Meinungsvielfalt in einem Debattierclub ist nichts einzuwenden, der Staatsfeminismus ist im Gegensatz dazu ein Milliardengeschäft und eine Bewegung, die darauf zielt. Männern Grundrechte abzuerkennen und eine Art Apartheid-System zugunsten von Frauen zu etablieren.

Beispiele für Doublespeak des Feminismus: Begriffsverschiebungen

  1. Gleichberechtigung, also die gleiche Behandlung von Männern und Frauen im Recht, wird zu Gleichstellung uminterpretiert, also statistischer Ergebnisgleichheit von individuellen Entscheidungen, z.B. bei der Berufswahl, obwohl Gleichstellung praktisch das exakte Gegenteil von Gleichberechtigung ist.
  2. Der Begriff Gleichstellung, der suggeriert, Männer und Frauen würden gleich behandelt, ist faktisch eine ausschließliche Frauenbevorzugung. Die damit intendierte Verschleierungstaktik führte z.B. dazu, daß die früheren Frauenbeauftragten zu Gleichstellungsbeauftragten umetikettiert wurden, analog bei Kommissionen, Gesetzen usw.
  3. Der Begriff Frauenförderung impliziert normalerweise, daß Männer in der gleichen Angelegenheit nicht gefördert werden, weil im Prinzip den Frauen ein Vorteil verschafft werden soll. In Wirklichkeit handelt es sich also um Frauenbevorzugung.
  4. Die völlig verschiedenen Begriffe "Nachteil" und "Diskriminierung" werden regelmäßig gleichgesetzt, um Männer ohne Beweise als Täter denunzieren zu können, s. separaten Abschnitt.
  5. Begriffe wie "Sensibilisierung" oder "geschlechtersensible Gestaltung von ..." werden gerne im Rahmen einer geschickten Umdeutung dazu verwendet, feministische Propaganda zu kaschieren und/oder eine feministisch verzerrte Realitätswahrnehmung moralisch aufzuwerten, s. separate Seite.
  6. Der Feminismus bezeichnet sich immer wieder als emanzipatorisch. Emanzipation bedeutet den Kampf diskriminierter Bevölkerungsgruppen dagegen, von politischen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen zu sein. Der Feminismus war und ist extrem erfolgreich darin, die Bevölkerungsgruppe der Männer systematisch von sie benachteiligenden politischen Entscheidungsprozessen auszuschließen, weswegen er als eine der größten Bedrohungen demokratischer Prinzipien angesehen wird. Emanzipation wird somit im Feminismus umdefiniert als bedingungslose Anerkennung der hochstrittigen feministischen Theorien und politischen Ziele. Ein besonders dreistes Beispiel der Umdefinition des Begriffs Emanzipation findet sich beim Emanzipationsministerium NRW.
  7. Der Begriff Emanzipation wird ferner oft assoziiert mit der Trennung von Staat und Kirche, also als Befreiung von religiösen Dogmen und Vorschriften und willkürlichen, wissenschaftlich nicht begründbaren Zwängen von Weltanschauungen. Tatsächlich ist die feministische Ideologie in hohem Maße wissenschaftsfeindlich (vgl. Gender Studies), teilweise religiös verankert und teilweise mystisch.
  8. Der Begriff unterrepräsentiert suggeriert, in einer "repräsentativen" Demokratie müßten Frauen gemäß ihrem Bevölkerungsanteil in Parlamenten oder beliebigen anderen Institutionen vertreten sein und hätten somit Anspruch auf die Hälfte der Sitze o.ä. Eine Quotendemokatie ist indes völlig unvereinbar mit dem Grundgesetz, die Forderung danach ist unmittelbar verfassungsfeindlich.

Beispiele für Doublespeak bei der Begründung von Frauenquoten

s. separate Seite.

Beispiele für Doublespeak im Zusammenhang mit biologischen Dispositionen

Mit Dimorphismus bezeichnet man in der Biologie das Auftreten von zwei deutlich verschiedenen Erscheinungsvorkommen bei derselben Art. Bei Menschen liegt Dimorphismus in sehr ausgepägter Form als Geschlechtsdimorphismus vor: männliche und weibliche Individuen unterscheiden sich in sehr vielen biologischen Merkmalen deutlich voneinander, darunter die Gehirnstrukturen und der Hormonhaushalt. Die Verhaltensbiologie liefert viele Indizien, daß diese biologischen Unterschiede zu statistisch signifikanten Verhaltensunterschieden zwischen Männern und Frauen führen. Frauen sind z.B. risikoaverser als Männer und können besser Stimmungen in Gesichtern erkennen. Derartige biologisch begründeten Verhaltens- oder Leistungsunterschiede zwischen Männern und Frauen bezeichnen wir i.f. als biologische Dispositionen.

Der Feminismus in der Variante des radikalen bzw. Gleichheits-Feminismus widerspricht der Existenz biologischer Dispositionen und stellt die Gleichheitsthese auf, daß sich Männer und Frauen "von Natur aus" statistisch identisch verhalten und daß alle geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen ausschließlich sozial anerzogen worden sind und daher durch Umerziehung kuriert werden können (allerdings ohne einen Beweis für die Gleichheitsthese zu liefern).

Der Differenzfeminismus geht vom Gegenteil aus, der Existenz biologischer Dispositionen, ebenso wird das Argument spezieller Fähigkeiten von Frauen in vielen feministischen Argumentationen benutzt.

  1. Offensichtlich ist es ein extremer innerer Widerspruch, in einer einzigen Ideologie machmal biologische Dispositionen anzunehmen und manchmal deren Existenz strikt abzustreiten.
    Politisch dominiert in Deutschland eindeutig der radikale Feminismus. Die Gleichheitsthese ist fundamental für die radikalfeministischen Theorien, und ohne die Gleichheitsthese kann man Frauenquoten nicht begründen und sehr viele angebliche Frauendiskriminierungen nicht beweisen.
    I.f. werden daher vor allem Beispiele gelistet, in denen der Feminismus die Gleichheitsthese selber widerlegt.
  2. Die Gender Mainstreaming-Strategie unterstellt massive Differenzen bei den biologischen Dispositionen, Details s. separate Seite.
  3. Ähnliche Argumente liegen der Ablehnung von "benevolent sexism" bzw. "mansplaining" zugrunde.
  4. Die feministischen Parteien setzen sich vehement dagegen ein, Homosexualität als Krankheit, die irgendwie heilbar ist, anzusehen (wo ihnen ausnahmsweise zuzustimmen ist). Die sexuelle Präferenz eines Menschen ist in der Tat weitgehend durch bereits beim Fötus entstehende Gehirnstrukturen vorbestimmt und kann nur durch gravierende Veränderungen im Gehirn, z.B. infolge eines Unfalls oder Infarkts, verändert werden. Die sexuelle Präferenz legt fest, ob man von männlichen oder weiblichen Personen sexuell angezogen bzw. erregt wird. Operativ gesehen ist die sexuelle Präferenz eine soziale Verhaltensweise, nämlich mit bestimmten Personen sexuellen Kontakt zu haben oder danach zu suchen, sie zum umwerben usw., also ein biologisch bestimmtes Sozialverhalten in einem zentralen Lebensbereich.

Beispiele für Doublespeak in feministischen Gesetzen

  1. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) hat laut § 1 das Ziel "Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, .... zu beseitigen". Insb sind nach § 2, Nr. 1 "Benachteiligungen ... unzulässig in Bezug auf die Bedingungen, einschließlich Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen, für den Zugang zu unselbstständiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit, ...". Dies hindert keineswegs eine ganze Reihe anderer Gesetze daran, den etliche 1000 Stellen umfassenden Arbeitsmarkt für "Gleichstellungsbeauftragte" ausschließlich für Frauen zu reservieren.
  2. Das derzeit (Anfang 2014) geplante neue Gesetz über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen schreibt in §3 Aufgaben, Absatz (4) den Hochschulen vor:
    Die Hochschulen fördern bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Hochschule und wirken auf die Beseitigung der für Frauen bestehenden Nachteile hin.
    Männer haben sogar in mehreren Paragraphen (z.B. §24, 37a) dieses Gesetzes weniger Rechte als Frauen. Gleichberechtigung von Frauen und Männern bedeutet daher "logischerweise", nur Nachteile, die Frauen für sich definieren, zu beseitigen; für Männer können geschlechtsbedingt keine Nachteile bestehen und daher auch nicht beseitigt werden.

Beispiele für Doublespeak des Feminismus: innere Widersprüche

  1. "Es gibt nur einen Feminismus", sagt die Grüne Renate Künast; "Zu keinem Zeitpunkt gab es nur einen Feminismus wie die in Stein gemeißelte Lehrmeinung, sondern seit den Anfängen standen stets mehrere Konzepte nebeneinander", sagt die grüne Böll-Stiftung.
  2. Man "verurteilt die Bevormundung von Menschen", propagiert aber gleichzeitig, Andersdenkende mit Gewaltandrohungen oder Sachbeschädigungen einzuschüchtern und zu vertreiben.
  3. Während die Achtung der sexuellen Orientierung für Homosexuelle vehement gefordert wird, weil sie biologisch determiniert ist (s.o.), wird dies für Heterosexuelle häufig abgelehnt. Heterosexuelles öffentliches Verhalten wird vielfach als heteronormative oder partiarchale Oppression, Sexismus o.ä. denunziert. Es wird alles daran gesetzt, schon in den Schulen typisches Verhalten von Jungen pauschal zu kriminalisieren.
  4. Feminismus behauptet, überkommene Geschlechterrollen aufzubrechen. Tatsächlich werden die konventionellen Geschlechterrollen in heterosexuellen Beziehungen mit allen Mitteln bekämpft. Wenn man von wenigstens zwei konventionellen Geschlechterrollen, einer eher männlichen und einer eher weiblichen, ausgeht, dann werden diese durch eine einzige ersetzt, die eine Art Mittelding zwischen den beiden klassischen Rollen darstellt (mehr zur Frage, was überhaupt Geschlechterrollen sind s. hier und hier). Die Vielfalt der Geschlechterrollen wir also reduziert, nicht vergrößert.
  5. Auf der Seite über die Sprachmanipulationen des Feminismus wird auf die erstaunliche Diskrepanz näher eingegangen, auf die Nichtberücksichtigung im generischen Maskulinum äußerst sensibel zu reagieren und umfangreiche Sprach- und Rechtschreibreformen zu verlangen, gleichzeitig aber Männer systematisch sprachlich aktiv zu diskreditieren, z.B. als als potentielle Vergewaltiger, patriarchale Unterdrücker und Ursache allen Unglücks.

Sonstige Beispiele für feministisches Doublespeak

  1. Unter Gendermedizin bzw. Frauengesundsheitsforschung versteht man die Erforschung und Behandlung von geschlechtsspezifischen Krankheiten. "Geschlecht" wird darin fast immer biolgisch verstanden. Der zug. Wikipedia-Eintrag (Vorsicht: der Eintrag wurde erheblich von Fiona Baine und Co. editiert) stellt fest: "Die Gender Medizin widmet sich neben den sozialen und psychologischen Unterschieden den Symptomen und Ausprägungen von Krankheiten bei Frauen und Männern, die durch unterschiedliche genetische und biologische Voraussetzungen begründet sind."

    Das soziale Geschlecht ("Gender"!) einer Person spielt also gerade keine Rolle in der Gendermedizin, der Begriff Gendermedizin ist unzutreffend bzw. in sich unsinnig, denn das soziale Geschlecht hat auf die Körperfunktionen praktisch keinen Einfluß. Diesen krasse Fehlbenutzung des Begriffs Gender kann am ehesten als bewußtes Doublespeak erklärt werden, da geschlechtsspezifische Medizin(forschung) positiv besetzt ist und diese Prägung auf den Kampfbegriff Gender übertragen werden soll.
    Andererseits ist die Fehlbenutzung so ausgeprägt und peinlich, daß die Ursache womöglich darin liegt, daß die feministischen Akteure selber durch ihr Doublespeak völlig konfus geworden sind.

Ergänzende Quellen

  • Jens Alber: Doppelstandards der Gleichstellung. FAZ, 25.03.2011. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-leh ... le=true
    Beschreibt, wie diametral entgegengesetzte Argumente bei zwei feministischen Argumentationen benutzt werden: (a) Argumentationen zugunsten von geschlechtsneutralen Tarifen von Lebens- oder Krankenversicherungen (die zu höheren Beiträgen für Männer führten, die das höhere Risiko von Frauen mittragen müssen), (b) Argumentationen zugunsten von Frauenquoten in lukrativen Positionen.


Denkfehler (Begriffswelt) "Nachteile vs. Diskriminierungen"

Wenn man sich als Anfänger mit feministischen Argumentationen befaßt, wird man zumindest verwundert sein über diverse ungewohnte, aus der Umgangssprache nicht bekannte Begrifflichkeiten wie Lookismus, Ableismus, Ageismus oder Klassismus. Die vorstehenden und weitere Begriffe arbeiten mit einer versteckten Bedeutungsverschiebung, indem der Begriff "Nachteil" als "Diskriminierung" umgedeutet wird. Dieser Denkfehler sei am Beispiel des Begriffs Ableismus erläutert: Behinderte haben offensichtlich durch ihre Behinderung mehr Probleme als Nichtbehinderte, also die meisten Menschen, insofern also in den meisten Fällen nicht selber verschuldete Nachteile. Aus diesen wird nun unzulässigerweise eine Diskriminierung konstruiert:
  • Eine Diskriminierung unterstellt begrifflich, daß eine gesellschaftliche Gruppe einen Nachteil für eine andere Gruppe erschafft. Entscheidend ist die aktive Rolle der diskriminierenden Gruppe, nur deswegen kann ihr auch die Verantwortung für die Benachteiligung zuerkannt werden. Behinderungen werden aber nicht von den Nichtbehinderten erschaffen, sie sind durch Unfälle, Zufälle oder sonstige Ursachen entstanden.
    Die Begriffsverschiebung von "Nachteil" zu "Diskriminierung" konstruiert somit eine Schuldzuweisung an Nichtbehinderte. Diese Logik ist absurd. Zur Unterstützung dieser absurden Logik wird oft die Privilegientheorie bemüht: Nichtbehindertsein wird als unverdientes Privileg uminterpretiert und das fehlende Bewußtsein bzw. fehlende Eingeständnis dieses (nicht existierenden) Privilegs wird als schuldvergrößernd und aktive Diskriminierung interpretiert.
  • Der Nachteil durch eine Behinderung ist manchmal lästig, manchmal lebensbestimmend, es gibt eine weite Skala der Auswirkungen. Deswegen muß eine qualifizierte Betrachtung notwendigerweise das Ausmaß der Nachteile und das soziale Umfeld berücksichtigen. Die Bewertung der Nachteile ist immer auch eine subjektive Interpretation derselben.
    Begriffe wie Ableismus unterdrücken eine qualifizierte Betrachtung und suggerieren eine vermeintliche Eindeutigkeit: man gehört entweder zur Gruppe der Diskriminierten oder der Diskriminierenden. Ein komplexes Problem wird auf die binäre Mitgliedschaft in zwei künstlich geschaffenen, einander entgegengesetzten Gruppen reduziert.
Die hier beobachtete Begriffsverschiebung und willkürliche Bildung sozialer Gruppen sind auch wesentliche Komponenten der der Privilegientheorie; diese geht aber noch einen Schritt weiter und leitet daraus Rechtsansprüche der Gruppe der Diskriminierten ab.

Ob der Denkfehler absichtlich oder unabsichtlich ist, ist für seine Bewertung unerheblich. Man kann den Einsatz von unklaren Begriffen und heimlichen Begriffsverschiebungen als rhetorische Tricks und Übertölpelungsmanöver oder sogar als Hypnosetechnik einordnen. Da diese Begriffe andererseits auch in feministischen Theorien benutzt werden, werden sie hier in der Abteilung "Denkfehler" behandelt.

Teilweise wird argumentiert, die Begriffe würden als Teil der wissenschaftlichen Fachsprache benötigt. Wegen der offensichtlichen wissenschaftlichen Mängel ist dies nicht nachvollziehbar, sondern wiederum eine rhetorische Finte.


Sonstiges

Die "Wer braucht Feminismus"-Kampagne - eine Analyse

Seit ca. 2013 findet mit prominenter Unterstützung eine von den Grünen initiierte Werbekampagne für den Feminismus unter dem Titel "Wer braucht Feminismus" statt, s. http://werbrauchtfeminismus.de/. Diese Werbekampagne ist die deutsche Kopie der amerikanischen Kampagne "Who needs feminism?". Auf der Webseite erfahren wir:
Ziel unser Kampagne ist, den Begriff Feminismus mit Inhalten zu füllen und ihm ein Gesicht zu geben. Wir möchten alle ermuntern, eine eigene Definition von Feminismus zu entwickeln und mit uns zu teilen.
Bei der "Wer braucht Feminismus"-Kampagne scheint die Antwort "Niemand!" nicht vorgesehen zu sein, denn die Seite liefert eine lange Liste von positiven Antworten von prominenten grünen oder feministischen Personen. Manche dieser Antworten sind absurd ("Ich brauche Feminismus, weil ich eine Frau bin"), manche sind substanzlose, unbewiesene Anpreisungen des Feminismus ("Ich brauche Feminismus, weil an ihm unsere Zukunft hängt") oder übliche Propaganda-Behauptungen ("Ich brauche Feminismus, weil ich das Patriarchat zerschlagen will.").

Auf den Seiten der sozialen Medien, z.B. Tumblr, kommen Privatpersonen zu Worte, die auf handgeschriebenen Blättern mit dem vorgedruckten Satzanfang "Ich brauche Feminismus" Gründe anführen wie "damit ich meine Gedanken frei aussprechen kann!", "um die Welt besser zu machen", "weil mein Körper und meine Kleidung keine sexuellen Übergriffe rechtfertigen!", "damit Klugheit nicht im Kochtopf ersäuft". Es werden soziale Phänomene beschreiben, allerdings sehr vage und allgemein formuliert, die die Antwortenden intuitiv als negativ bewerten. Dieser Bewertung wird man sich in den meisten Fällen selbstverständlich anschließen, weil es sich mehr oder weniger um Trivialitäten handelt, und man die benutzten Gummibegriffe so einschränken kann, daß die Aussage zutrifft.

Medienpsychologisch betrachtet signalisieren die Antworten der Kampagne einem Leser, daß die Zustimmung zum Feminismus ist völlig einmütig und enthusiastisch ist und daß sämtliche Frauen unter Sexismus leiden, und zwar laufend und irgendwie verursacht von Männern.
Die "Wer braucht Feminismus"-Kampagne ist also offensichtlich insb. als bewußtseinsbildende Maßnahme gedacht, die analog zur #Aufschrei-Kampagne den Begriff Alltagssexismus als dominierende Realitätswahrnehmung verankern soll. Den antwortenden Frauen ist das vermutlich nicht bewußt.

Die Unlogik des Antwortschemas

Das Antwortschema selber ist - was bei einer Imagekampagne nicht überrascht - in sich unlogisch, es enthält einen gut versteckten Denkfehler:
  • Der "weil..."-Teil der Aussagen beschreibt regelmäßig ein negativ bewertetes Phänomen. Offensichtlich ist damit der Wunsch gemeint, daß dieses Phänomen verschwinden soll, in einigen Fällen ist dieser Wunsch sogar explizit formuliert.
  • Dieser Wunsch wird als Begründung für "den Feminismus" präsentiert. Dies unterstellt implizit, daß der Feminismus - und nur der Feminismus - diesen Wunsch erfüllen kann. Diese Unterstellung ist fast immer unbewiesen und hochumstritten. Die durch das "weil" suggerierte Kausalität ist schlicht nicht vorhanden und nicht nachvollziehbar dargestellt.
Die Kampagne tut so, als würde sie den Feminismus gerade erst im Sinne der unterdrückten Frauen definieren ("...eine eigene Definition von Feminismus zu entwickeln"). In Wirklichkeit dient die vorgegebene Antwortstruktur "Ich brauche Feminismus, weil ..." dazu, "dem Feminismus" eine umfassende Kompetenz zu attestieren, alle Probleme zu lösen, die Frauen äußern oder die generell die Menschheit plagen. Im Kern ist dies eine extreme Selbstbeweihräucherung. Implizit werden Wunderdinge versprochen. Wenn man diese Versprechungen explizit formuliert: "der Feminismus wir all eure Probleme lösen", wird sofort klar, wie unerfüllbar, um nicht zu sagen lächerlich dieser Anspruch ist.

Konzepte, wie die Wunderdinge bewirkt werden sollen, werden nicht genannt, es fehlt auch jegliche Analyse der Ursachen der unerwünschten Phänomene oder eine programmatische Aussage, was "der Feminismus" (TM) konkret zu unternehmen gedenkt. Allerdings wird suggeriert, daß diese Kompetenz vorhanden ist und daß dem Feminismus uneingeschränkte Machtbefugnisse zukommen sollten, damit er mittels seiner geheimen, aber unbeschränkt vertrauenswürdigen Rezepten die Welt verbessern kann.

Literatur



Was ist der Unterschied zwischen Antifeminismus und Feminismus-Kritik?

Keiner bzw. kein praktisch nutzbarer. Wenn man eine Sache kritisiert, ist man natürlich in irgendeiner Weise gegen ("anti") diese Sache. Das Ausmaß der Kritik bzw. Gegnerschaft bleibt in beiden Fällen offen. Meist wird "Kritik" intuitiv als gemäßigter und weniger grundsätzlich als "Gegnerschaft" gewertet, zumal Kritik auch positiv gemein sein kann. Es ist aber in der Praxis kaum möglich, beim Feminismus "Kritik" und "Gegnerschaft" klar voneinander abzugrenzen.

Diese rein sprachlichen Betrachtungen sind insofern zweitrangig, als in weiten Teilen unserer Gesellschaft (z.B. feministische Parteien, feministische Medien) der Feminismus den Rang einer Staatsreligion hat und jeder Zweifel an den Segnungen des Feminismus oder den Dogmen, auf denen er beruht, mental nur als eine Art Blasphemie aufgefaßt werden kann. (In der EU gibt es allen Ernstes Bestrebungen, Kritik am Feminismus unter Strafe zu stellen, s. hier und hier.)
Bei diesen Denkstrukturen ist Kritik am Feminismus, namentlich substantielle Kritik, ein eindeutiger Beweis von Antifeminismus im Sinne einer völligen Ablehnung aller Frauenrechte (resultierendes Muster in Diskussionen: "Ich stehe dem heutige Feminismus kritisch gegenüber." - "Dann sind Sie also dafür, daß Männer weiterhin Frauen ungestraft vergewaltigen können?!!"), von Misogynie oder Frauenhaß (die Unterstellung von Haß ist derzeit besonders in Mode), von rechtsradikaler oder totalitärer Gesinnung usw. Feminismus-Kritik und Antifeminismus sind hier begrifflich nicht mehr unterscheidbar. Verstärkt wird dies durch die schon erwähnte "Erziehungsarbeit" unserer feministisch prägten Medien.