Inhalt

Einstiegslektüre:

* Maskulismus in zwei Minuten
* Kernthemen und -Forderungen
* Maskulismus für Anfängerinnen

"Maskulismus die radikale Ansicht,
daß Männer keine Schweine sind,
sondern Menschen."

Hauptthemen:

* Maskulismus
* Feminismus und feministische Politik
* Gender-Studies und feministische Theorie
* Feministische Rhetorik und Kampfbegriffe
* Medien und feministische Propaganda

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Aktuelles

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2016-09-01: Neue Seite Das feministische Definitionsmacht-Konzept anläßlich der Lohfink-Affäre
2016-07-19: Vorsicht: das neue Sexualstrafrecht! Aktuelle Rechtsberatung von Dr. Stevens: Welche 08/15-Sexualpraktiken (innerhalb und außerhalb einer Ehe!) Ihnen dank der neuen lex Schwesig mindestens 6 Monate Gefängnis einbringen und erst nach 10 Jahren verjährt sind.


Donnerstag, 20. April 2017

Glauben statt denken

Norddeutsche Propaganda

Vor Jahren, als ich mit diesem Blog angefangen habe, interessierten mich vor allem die wissenschaftlichen Grundlagen, die eine Geschlechterpolitik haben kann. Das war kindlich. In der Zeit habe ich gelernt, daß Wissenschaft und Fakten in der Politik keine dominante Rolle spielen, sondern nur Medienmacht, Desinformation, Propaganda und Faktenresistenz. Das Erkennen von medialer Meinungsmanipulation und Propagandatechniken gehört daher heutzutage zu den intellektuellen Grundfähigkeiten. Die natürlich trainiert werden müssen, deswegen werfen wir heute einen Blick auf DIE ZEIT und deren Osterausgabe.

Ostern ist bekanntlich die Zeit der inneren Einkehr und der Erneuerung des Glaubens. Dies dürfte der Grund gewesen sein, warum die ZEIT in ihrer Osterausgabe dem Thema Feminismus gleich 7 Artikel (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7) gewidmet hat. Das ist selbst für die ZEIT eine ungewöhnliche hohe Anzahl, üblich ist einer pro Heft. Günstig erschien der Zeitpunkt womöglich auch deshalb, weil das unermeßliche Leid, das die deutsche Frau, speziell wenn feministisch, täglich erleidet, nur an einem Tag wie dem Karfreitag richtig verstanden werden kann.

Einige der Artikel aus der Druckausgabe sind inzwischen auch auf ZEIT ONLINE publiziert worden (dort neben ca. 5 zusätzlichen Artikeln, die für mehr Feminismus werben), Frei zugänglich ist der Artikel von Carolin Würfel: "Feministin, ich? Ja! Aber wie?"

Frau Würfel darf ihre Meinung häufiger in der Zeit verbreiten. Sie schreibt nach einer Selbstdarstellung "viel über Kunst und Kultur, aber auch über fremde Länder, Feminismus oder Crystal Meth." Ob sie selber schon einmal Methamphetamin ausprobiert hat und in diesem Zustand ihren Artikel geschrieben hat, weiß man nicht. Der Artikel entführt den Leser und besonders die Leserin jedenfalls immer wieder in eine Traumwelt, die mit der mir bekannten Realität nicht viel zu tun hat.

Die österliche Beichte

Würfels Text beginnt mit einer Beichte.
Ich zweifle an mir. .... Ich zweifle daran, ob ich eine gute Feministin bin.
Und zwar deshalb, weil sie der Versuchung nicht restlos widerstanden hat, darüber nachzudenken, ob der Feminismus nicht mehr notwendig sei. Sie fragt sich, wo sie steht, auf der Seite des Guten oder des Bösen? Sie grübelt, warum sie sich davon entmutigen ließ, daß am "Women's March" in Berlin nur US-amerikanische Parolen nachgebetet wurden. Das Leben in einer feministischen Diaspora wie Deutschland ist deprimierend, wenn man die natürlich nicht paradiesischen, aber immerhin Mut machenden Zuständen in den USA zum Vergleich heranzieht. Dort bekennen sich viele feministische Prediger öffentlich und lautstark zu ihrem Glauben, manchmal so laut, daß man ihre Stimmen auch in Deutschland hören kann. Die deutsche Gemeinde nimmt den Glauben erschreckend unernst, wie einen Karneval der Kulturen, irgendwie politisch, aber eigentlich ein großes Familienfest, auf dem viele lustige Selfies entstehen. Frau Würfel durchschaut die Gefahr, daß so dem Feminismus die Ernsthaftigkeit abgesprochen werden kann, und enttarnt die Selfies-Produzentinnen als Wankelmütige im Glauben.

Im weiteren Verlauf widerlegt sie kenntnisreich die Argumente derjenigen, die "Nö." auf die Frage "Brauchen wir den Feminismus überhaupt?" antworten. Sie warnt eindringlich vor den geistigen Sünden, zu denen die Antichristfeministen verführen möchten. Die Antis sind Menschen, die den Irrglauben verbreiten, Feminismus sei eine Art geisteswissenschaftliches Nischenfach mit sehr eigenwilligen, sehr weltfremden Theorien [wahrscheinlich verwechselt sie hier Feminismus mit den Gender Studies, das kann einem leicht passieren], konstruiert von Frauen, die Männer nicht besonders mögen.

Sie versäumt es nicht, anschließend das profunde Wissen der "Unbedingt!"-Antwortenden zu preisen, die die sehr realen Ungerechtigkeiten wie die die Dreifachbelastung durch Job, Kinder und Pflege, die Altersarmut von Frauen, das um 21 Prozent höhere Einkommen von Männern und vor allem die subjektiven Ungerechtigkeiten, die zu den objektiven hinzukommen, korrekt erkennen.

Wir überspringen hier aus Platzgründen einige Ausführungen, die von hervorragender Kenntnis weiterer feministischer Fakten zeugen, und leiten zum finalen Schuldbekenntnis über,

dass nämlich der Feminismus in Deutschland so vor sich hinwabert, ... weil wir immer noch wie Duckmäuserinnen leben. ... Und weil wir selbst Schuld daran haben, dass sich in den letzten 40 Jahren so wenig verändert hat.

Die Buße

Dieses schonungslose Schuldbekenntnis macht den Weg frei zur Katharsis, Buße und Besserung. Die Besserung besteht offensichtlich darin, den vielen früheren Sünden - Frau Würfel zählt eine lange Liste auf - abzuschwören, z.B. sich den propagierten Körperidealen anzunähern, und kläglich zu scheitern ... so sein zu wollen, wie mich die anderen haben wollen usw.usw. Männer machen so etwas nie. Der gute Vorsatz lautet mithin:
Die falschen Fragen, sie müssen aufhören. Sie animieren uns zum Zweifeln. Die Frage, ob wir Feminismus brauchen, muss aufhören. Es ist doch klar, warum wir ihn brauchen.
Das ist mit Sicherheit jedem Leser völlig und restlos klar geworden.
Weil es nur logisch und sinnvoll und gerecht ist, dass jeder Mensch - egal welchen Geschlechts - die gleichen Rechte genießt.
Wer würde da nicht von ganzem Herzen zustimmen?
Und: Es gibt auch keine guten und keine schlechten Feministinnen. Es gibt nur Frauen, die jeden Tag Wege nach vorn suchen.
Denn Gott, die allmächtige, wird jede Gläubige bei sich aufnehmen und den Verzweifelten Trost spenden!

Die 20 Gebote oder das Mutterunser

Eine Buße besteht ja üblicherweise darin, das Vaterunser 5* aufzusagen oder die 10 Gebote 10 Mal abzuschreiben. Frau Würfel entscheidet sich für letzteres, kommt aber auf 20 feministische Gebote, die sie nur einmal aufschreibt, was lesefreundlicher ist. Mehrere Gebote ordnen an, beliebig viel zu essen und Dicke schön zu finden, verbieten Rechtfertigungen, Selbstzweifel oder Vergleiche mit intrasexuellen Konkurrentinnen, beziehen auch Männer mit ein, denen zu erklären ist, daß Feminismus sie aus ihren Käfigen befreit, setzen der notorischen weiblichen Neigung, die Männlichkeit des Partners zu beschützen, ein Ende usw.usw. Damit das hier kein Katechismus wird, sei auf die zur Gänze lesenswerte Originalliste verwiesen. Den fulminanten Abschluß bildet Gebot Nr. 20:
20. Hör nicht auf, den Begriff Feminismus zu benutzen. Oder an Feminismus zu glauben.
Besser kann man ein Glaubensbekenntnis nicht auf den Punkt bringen. Du sollst glauben, und nicht denken. Wann immer du an Deinem Glauben zweifelst, ist dies eine Prüfung, die ein maskulistischer Wiedertäufer dir auferlegt!

Die Absolution

Der letzte Satz des Artikels führt die Eucharistiefeier zu ihrem logischen Ende:
Ich bin eine Feministin!
Genaugenommen wußten wir das schon vorher, Diese Annahme ist Voraussetzung für die Eingangsfrage "Bin ich eine gute (oder schlechte) Feministin?" Daß sie gar keine Feministin ist, stand nie zur Debatte. Der letzte Satz bedeutet daher in Wirklichkeit: Ich bin eine gute Feministin! (auch wenn das zwischendurch egal war).

Daß sie sich hier selber die Absolution erteilt und keine Priesterin, mag vordergründig ungewohnt erscheinen, ist aber nur eine optische Täuschung. Denn unsichtbar mit anwesend ist die ZEIT-Redaktion, die den Artikel mitverantwortet und vermutlich dieser schonungslosen mentalen Selbstkasteiiung und der erfolgreichen Festigung im Glauben ergriffen gefolgt ist.

Amen.

Quellen

  1. Judith E. Innerhofer: Mit Jesus in der Pop-up-Bar. DIE ZEIT (Politik Österreich), 12.04.2017
  2. Joachim Riedl: Auf den Spuren der Fraugott. DIE ZEIT (Politik Österreich), 12.04.2017
  3. Joachim Riedl: Ist Gott eine Frau? DIE ZEIT (Politik Schweiz), 12.04.2017
  4. Susanne Mayer: Voll die Opfer. DIE ZEIT (Feuilleton), 12.04.2017
  5. Lars Weisbrod: "Du Nutte". DIE ZEIT (Feuilleton), 12.04.2017
  6. Carolin Würfel: Feministin, ich? Ja! Aber wie? DIE ZEIT (zeitmagazin), 12.04.2017 http://www.zeit.de/zeit-magazin/2017/16/feminismus-2017 ... wortung
  7. Sascha Chaimowicz: Der lange Weg zur Gleichberechtigung: Wir zeigen Frauen, die vorangehen. DIE ZEIT (zeitmagazin), 12.04.2017

Sonntag, 26. März 2017

Die Postfaktizität des Martin Schulz

Als postfaktische Politik wird schlagwortartig ein politisches Denken und Handeln bezeichnet, bei dem Fakten nicht im Mittelpunkt stehen. Die Wahrheit einer Aussage tritt dabei hinter den emotionalen Effekt der Aussage vor allem auf die eigene Interessengruppe zurück.
https://de.wikipedia.org/wiki/Postfaktische_Politik
Die Tagesschau berichtet heute über die zentralen konkreten Vorhaben, die SPD-Kanzlerkandidat Schulz in den ersten 100 Tagen angehen will, sollte er denn Kanzler werden: "Managergehälter begrenzen, Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern abbauen, die EU stärken". Daß sich Herr Schulz Sorgen um die Einkünfte "seiner Töchter" macht, hat er schon vor kurzem tiefbewegt und sorgenschwer auf Twitter verlautbart:
Unsere Töchter bekommen im Schnitt 21 % weniger Gehalt als unsere Söhne. Wir brauchen Lohngerechtigkeit! Das ist eine Frage des Respekts.
18. März 2017
Diesem Appell an die Menschlichkeit und GG Art. 1 könnte man jetzt auf der Sachebene antworten und Herrn Schulz darauf hinweisen, daß seine Aussage objektiv falsch ist, sofern er nicht schon mit ca. 18 Jahren Vater geworden ist. Nach einer auch von der SPD vielzitierten Publikation des Statistischen Bundesamts beträgt selbst das unbereinigte Gender Pay Gap (GPG) für die Altersklassen
  • 24 Jahre und jünger: 2,0 %,
  • 25 bis 29 Jahre 8,5 %,
  • 30 bis 34 Jahre 14,2 %
(s. S.32 in Finke (2010)). Das GPG wird nämlich weit überwiegend von Leuten wie Herrn Schulz selber (!) produziert, die das 3- bis 5-fache wie ihre zuverdienende Ehefrau verdienen. Ab einer Altersklasse von 55 Jahren liegt das GPG bei fast 30%. Herr Schulz könnte also am meisten für mehr Geschlechtergerechtigkeit tun, indem er sofort zurücktritt und seinen Posten einer möglichst jungen Frau übergibt...

Man könnte auch noch darauf hinweisen, daß professionelle Statistiker das unbereinigte GPG als "Unstatistik" ansehen und daß halbwegs aufgeklärte Menschen allenfalls noch über das bereinigte GPG diskutieren. Aber das wäre langweilig, nachdem das GPG seit Jahren medial durchgekaut ist, und würde die Spielregeln der postfaktischen Politik verletzen, was unfair wäre. Zumal wir uns im Wahlkampf befinden, da versprechen sowieso alle Parteien das Blaue vom Himmel.

Die Botschaften von Martin Schulz

Gemäß dem Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun dient Kommunikation nicht nur der Nachrichtenübermittlung, sondern auch der Selbstoffenbarung, also der Selbstdarstellung des Sprechers. In Wahlkampfzeiten ist das womöglich der einzige Sinn von Kommunikation. Was offenbart Martin Schulz also mit seinem Tweet und seinem 100-Tage-Programm über sich?
  1. daß er gemäß dem üblichen männlichen Beschützerinstinkt als edler Ritter immer auf Seiten der Frauen kämpfen wird
  2. daß ihm seine Söhne suspekt sind, weil sie zuviel verdienen
  3. daß er ein guter Feminist ist und jegliche feministische Propaganda kritiklos übernimmt
  4. daß er ein sog. mathematischer Analphabet ist; als Zahlenanalphabetismus (bzw. Innumeracy) bezeichnet man das Unvermögen, zahlenmäßig dargestellte Sachverhalte zu verstehen
  5. daß er die jahrelange Diskussion um die Ursachen des GPGs nicht mitbekommen und/oder verstanden hat und ähnlich wie Kreationisten nicht mehr zugänglich für rationale Argumente ist.
Nun sind diese Selbstoffenbarungen nicht alle vorteilhaft, der Effekt hängt ab vom Empfänger der Botschaft:
  • Der Zahlenanalphabetismus und das Argumentieren mit dem unbereinigten GPG gilt in vielen Kreisen als dümmstmöglicher Populismus, mit dem man sich nur blamieren kann.
  • Bei anderen Innumeraten kann es hingegen ein Gefühl der Gemeinsamkeit und des liebevollen Verständnisses erzeugen.
Je nach der Häufigkeitsverteilung der beiden Empfängertypen in der Wählerschaft kann der Gesamteffekt also positiv oder negativ sein. Herr Schulz will sicherlich einen positiven Gesamteffekt erzielen, seine Selbstdarstellung verrät daher viel über seine Einschätzung der typischen mathematischen Kompetenzen seiner Wähler.

Postfaktische Politik

... ist, wie schon erwähnt, politisches Denken und Handeln, bei dem Fakten nicht im Mittelpunkt stehen. Womöglich sind auch die Selbstoffenbarungen von Herrn Schulz nicht ganz faktengetreu, es ist alles andere als klar, daß Herr Schulz wirklich so mathematisch unbegabt ist, wie er sich darstellt. Zumal wir uns in der Ära eines Donald Trump befinden, dessen Erfolgsrezepte gerne kopiert werden.

An der medialen Kunstfigur "Martin Schulz" wirkten laut Focus schon in Brüssel fünf Pressesprecher, zwei Protokollanten und ein Redenschreiber aus einem Team von insg. 33 persönlichen Assistenten mit. Die SPD-Zentrale dürfte auch noch mitgeholfen haben. Es ist schwer vorstellbar, daß die aktuellen Äußerungen von Schulz nicht mit der Parteizentrale abgesprochen sind und man sich keine Gedanken über den erhofften Gesamteffekt auf die Wählerstimmen gemacht hat. Unter dieser Annahme geht die SPD offenbar davon aus, überwiegend Zahlenanalphabeten und masochistisch veranlagte Söhne, die es gut finden, weniger zu verdienen, in ihrer Wählerschaft zu haben. Das ist ein politisches Denken und Handeln, bei dem so einige Fakten in der aktuellen politischen Landschaft verdrängt werden und das sozusagen in einer anderen Dimension postfaktisch ist:

  • Die SPD scheint davon auszugehen, daß ihr die Benutzung von Fake-Statistiken und der erwünschte männliche Masochismus von den anderen Parteien nicht vorgehalten und als Wahlkampfmunition gegen sie verwendet wird. Bei den Grünen ist diese Annahme sicher richtig, mit den Grünen tritt sie eher in eine Bieterkonkurrenz bzgl. feministischer Wohltaten.

    Bei allen anderen Parteien ist dies sehr fraglich. Zumindest die FDP hat schon in NRW heftig gegen die feministische Politik opponiert, wenn auch erfolglos. Die AfD wird sich erst recht nicht diese Steilvorlage entgehen lassen, Martin Schulz als Heilsbringer zu dekonstruieren.

  • Schwer einzuschätzen ist die Wirkung der nicht-mainstream Medien, darunter die Blogosphäre und die großen Zeitschriften-Foren. Dort wird der Populismus von Schulz bzw. der SPD mit Sicherheit benannt und scharf angegriffen werden. Eventuell versucht die SPD auch hier, von Trump zu lernen, der seinen Wahlkampf weitgehend auf das reichweitenstarke TV konzentriert hatte und der in den neuen Medien mit Ausnahme von Twitter wenig präsent war. Wenn Herr Maas es noch rechtzeitig hinbekommt, per Gesetz jegliche Feminismuskritik im Internet als Haßsprech zu kriminalisieren, wäre das Problem sogar aus der Welt geschafft.

    Wir sind hier aber nicht in den USA. Mit feministischen Wohltaten kann man allenfalls in unserer gutbürgerlichen sozialen Mitte punkten, die ist anders zusammengesetzt als die Wählerschaft von Trump. In dieser Wählerschicht ist es gefährlich, als Imitator von Trump, Linkspopulist und Diskursverweigerer dazustehen.

  • Wenn man sich die Tweets von Martin Schulz ansieht und dort diejenigen mit programmatischen Aussagen herausfischt (neben Grüßen an liebe Parteigenossinnen), dann dominieren mit Abstand zwei Themen: mehr Gewerkschaften und mehr Feminismus, dort speziell der Kampf gegen das GPG. Dabei ist die "Entgeltgleichstellung" (im lex Schwesig) de facto ein Trojanisches Pferd, das in erster Linie die Macht von Betriebsräten und Gewerkschaften stärken soll. Das GPG ist nur ein Vorwand, es kann mit der lex Schwesig prinzipiell nicht reduziert werden. Dazu passend sollen als allererstes die Managergehälter begrenzt werden. Die SPD macht sich damit zumindest auf Twitter optisch zu einer ein-Thema-Partei: Gewerkschaftsmacht und Umverteilung.

    Ob sie mit diesem Themenschwerpunkt die aktuellen Sorgen und Interessen der breiten Bevölkerung trifft, wage ich zu bezweifeln.