Inhalt

Einstiegslektüre:

* Maskulismus in zwei Minuten
* Kernthemen und -Forderungen
* Maskulismus für Anfängerinnen

"Maskulismus die radikale Ansicht,
daß Männer keine Schweine sind,
sondern Menschen."

Hauptthemen:

* Maskulismus
* Feminismus und feministische Politik
* Gender-Studies und feministische Theorie
* Feministische Rhetorik und Kampfbegriffe
* Medien und feministische Propaganda

Sitemap Stichwortverzeichnis


Aktuelles:
2018-06-01: neu: umfangreiches Stichwortverzeichnis
2018-05-05: neue Seite über weibliche intrasexuelle Konkurrenz, in memoriam YeyoZa, dem ehedem bekanntesten Twitterer hierzu.

Dienstag, 10. April 2018

Pseudo-Debatten in der Wagenburg (von Jens Jessen, Bernd Ulrich et al.)





Inhaltsübersicht

Thesen

Am 04.04.2018 erschien in der ZEIT ein als Hauptbeitrag prominent plazierter Essay von Jens Jessen "Der bedrohte Mann". Die Bedrohung liegt laut Jessen darin, daß Männer systematisch von der Geschlechterdebatte ausgeschlossen würden und stattdessen ein radikalisierter Feminismus totalitäre Strukturen realisiert habe, die jede substantielle Kritik unterdrücke. Der Leitartikel erzeugte ein erhebliches Blätterrauschen in den Feuilletons und den zu erwartenden aggressiven Shitstorm von Feministen gegen Jessen in den "sozialen" Netzen (der unfreiwillig Jessens Thesen bestätigt). Thesen zum Artikel:
  1. Der Artikel ist sehr gut geschrieben. Seine Thesen als solche sind prinzipiell richtig, aber für jemanden, der außerhalb der feministischen Filterblase lebt, nichts neues, sondern eher Standardwissen.
  2. Die Thesen von Jessen sind aufgrund des Feuilleton-Formats nicht explizit und präzise formuliert, insbesondere soweit es sich eigentlich um empirische Aussagen über "die Feministinnen", "die Männer" o.ä. handelt. Qualitativ belegt er die Existenz der postulierten Phänomene mit vielen guten Beispielen, dies sagt aber nichts über die quantitative Relevanz der Phänomene aus. Kurz gesagt behandelt er ein soziologisches Problem mit dem Handwerkzeug eines Literaturwissenschaftlers, das funktioniert nicht.
  3. Aufgrund der in b. genannten Defizite bietet der Essay zahllose Angriffspunkte für Falschinterpretationen und Unterstellungen, die auch prompt en masse bei den feministischen Kommentatoren zu beobachten waren (sofern sie den Essay überhaupt gelesen haben) und die dort das etablierte Wagenburg-Denken nur verstärkt haben.
  4. In Rahmen der Publikationsstrategie der ZEIT bzw. von ZEIT Online betrachtet ist der Jessen-Essay der durchschaubare Versuch, so etwas wie eine offene Debatte über den Feminismus vorzutäuschen. Unter hunderten Artikeln, die jährlich feministische Propaganda verbreiten, befinden sich pro forma immer 2 - 5% feminismuskritische, dies ist einer davon. In 4 Wochen wird er vergessen sein.
  5. Das eigentlich Interessante an diesem Fall ist das geschickte Empörungsmanagement der ZEIT und die scheinbare Unmöglichkeit, auch 5 Jahre nach der Aufschrei-Kampagne männliche, feminismuskritische Standpunkte in der Öffentlichkeit zu vertreten. Der Essay ist ein Aufreger mit einigen für Feministinnen ziemlich provokanten Wahrheiten. Auf Kosten von 2 oder 3 vor Wut gekündigten Abonnements feuert er den feministischen Aktivismus an und gibt der ZEIT in der Replik, die sie mit dem Artikel zusammen angekündigt hat, die Chance, sich als Hüter der feministischen Ideologie zu präsentieren und die Wagenburg wieder nach außen abzudichten.

Sonntag, 18. März 2018

Faust in der Tasche - die Wirkungen der MeToo-Kampagne





Inhaltsübersicht

Merksätze

  1. Die MeToo-Kampagne ist unter den ca. 60 feministischen Twitter-Kampagnen der letzten 5 Jahre mit Abstand die umfangreichste und mit bisher 5 Todesopfern die folgenreichste.
  2. Die feministischen Kampagnen sind vor allem deshalb so erfolgreich, weil sie durch die großen Medien massiv unterstützt und sozusagen industriell produziert werden. Wir zeigen dies hier am Beispiel der MeToo-Kampagne, die von ZEIT Online mit knapp 200 Artikeln von ca. 120 Autoren massiv gesponsort wurde.
  3. Die Artikel der ZEIT-Online-Kampagne vertreten zu ca. 90% feministische Standpunkte bzw. Propaganda, kritische Artikel sind die Ausnahme. Die medienpsychologische Gesamtwirkung der Kampagne ist eine pauschale Hetze gegen "die Männer".
  4. Daß die Kampagne i.w. feministische Propaganda und Desinformation betreibt, wird von einem sehr großen Teil der Leser durchschaut, wie man an den weit überwiegend negativen Kommentaren erkennt. Die Kampagne unterminiert daher (ggf. ungewollt) das ohnehin schwindende Vertrauen in die Presse.
  5. Die Protagonisten schreiben ihrer Kampagne zu, eine gesellschaftliche Debatte über eventuelle Probleme im Geschlechterverhältnis anzuschieben. Tatsächlich scheint es umgekehrt zu sein: die Fronten werden vielfach verhärtet, eine rationale Diskussion wird unwahrscheinlich, und - wie eine Protagonistin wohl zu recht vermutet - ein Großteil der Männer verabschiedet sich aus der Diskussion, mit der Faust in der Tasche.

Sonntag, 28. Januar 2018

Cat Man, Aziz Ansari und die Strafbarkeit von schlechtem Sex






Cat Man, Aziz Ansari und die Strafbarkeit von schlechtem Sex



Eine typische Eigenschaft von feministischen Twitter-Kampagnen besteht darin, einen beliebigen Anlaß zu haben, der nach einer bald folgenden thematischen Verallgemeinerung der Kampagne i.d.R. darauf hinausläuft, den immerwährenden Alltagssexismus, unter dem Frauen leiden, und deren Opferstatus zu beschwören.

So auch bei der MeToo-Kampagne: Nur eine winzige Minderheit von Frauen kommt in Kontakt mit einem kriminell agierenden Filmmogul. Alltäglicher sind hingegen Kontakte, bei denen Männer aufdringlich sind und/oder die nach einem brauchbaren Anfang im weiteren Verlauf unangenehm werden, oder kurz gesagt wo der Sex schlecht ist.

Dieses Problem war der Thema des kürzlich in die Schlagzeilen hochgeschwappten Skandals um Aziz Ansari. Diese Affäre hatte wiederum einen Vorläufer im Dezember 2017 in Form einer intensiven Debatte um die Kurzgeschichte "Cat Man", die hier kaum wahrgenommen wurde. Den enormen Presserummel um die Aziz-Ansari-Affäre versteht man wohl nur richtig vor dem Hintergrund der "Cat Man"-Debatte. Beide Debatten weisen viele Gemeinsamkeiten auf und behandeln unter der Oberfläche Themen, die seit 10 oder mehr Jahren im Rahmen der Title-IX-Gesetzgebung hitzig, um nicht zu sagen unversöhnlich debattiert werden.