Inhalt

Einstiegslektüre:

* Maskulismus in zwei Minuten
* Kernthemen und -Forderungen
* Maskulismus für Anfängerinnen

"Maskulismus die radikale Ansicht,
daß Männer keine Schweine sind,
sondern Menschen."

Hauptthemen:

* Maskulismus
* Feminismus und feministische Politik
* Gender-Studies und feministische Theorie
* Feministische Rhetorik und Kampfbegriffe
* Medien und feministische Propaganda

Sitemap Stichwortverzeichnis


Aktuelles:
2018-07-11: Gender Empathy Gap Day - Tag der Geschlechter-Empathielücke
2018-06-22: neue Seite Kampfbegriff "Diversität" (inkl. einem Vergleich mit Identitätspolitik)
2018-06-01: neu: umfangreiches Stichwortverzeichnis
2018-05-05: neue Seite über weibliche intrasexuelle Konkurrenz, in memoriam YeyoZa, dem ehedem bekanntesten Twitterer hierzu.

Antimaskulismus in den Medien





Inhaltsübersicht

Merksätze

  1. Unsere Medienlandschaft ist weit überwiegend mittel- bis radikal-feministisch geprägt. "Linksorientierte" Zeitungen wie die SZ oder ZEIT betreiben bei jeder sich bietenden Gelegenheit feministische Indoktrination.
  2. Ca. 30 - 40% der Politikjournalisten sind politisch / ideologisch den Grünen zugehörig, weitere ca. 20% der SPD, und berichten dementsprechend voreingenommen.
  3. Fast deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage werden von feministisch orientierten Frauen (Erbinnen der Gründer) beherrscht.
  4. Mehrere 100 weibliche Journalisten verfolgen im Version ProQuote Medien das verfassungswidrige Ziel, Arbeitsplätze und Machtpositionen über Quoten für Frauen zu reservieren.


Sind unsere Medien feministisch bzw. antimaskulistisch?

Im großen und ganzen Ja.

Solche pauschalen Antworten sind natürlich immer ein bißchen richtig und ein bißchen falsch. Erstens muß man natürlich nach Zeitungen, Radio, Fernsehen und weiteren Medien unterscheiden, innerhalb dieser Klassen jedes einzelne Produkt, selbst bei einem Produkt kann es ein Spektrum geben, das man manchmal an einzelnen Autoren festmachen kann.

Die fallweise mittel- bis radikal-feministische Ausrichtung eines Mediums ergibt sich natürlich direkt und in erster Linie aus der feministischen Indoktrination in den redaktionellen Beiträgen, die indes empirisch nicht flächendeckend erhoben werden kann. Auf diesem und anderen Blogs sind jedenfalls zahllose Fälle einseitiger bis sachlich falscher Berichterstattung dokumentiert (Beispiel aus der Süddeutschen Zeitung, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit feministische Propaganda verbreitet).

Indirekt kann man die feministische Grundausrichtung unserer Medienlandschaft aus Merkmalen der Produzenten ableiten:

  1. Die politischen Journalisten gehören weit überwiegend ideologisch zu den Grünen und zur SPD, Details s. Abschnitt Politikjournalisten als soziologische Gruppe. Die Journalisten bilden daher eine ideologische Echokammer mit einer entsprechenden Gruppendynamik, in der jede Kritik am Feminismus mit sozialem Ausschluß bestraft wird und die fallweise zu einer massiven Radikalisierung geführt hat.

    Hierzu passend haben sich mehrere hundert weibliche Journalisten im Verein ProQuote Medien e.V. zusammengeschlossen, faktisch eine Initiative gegen die Gleichberechtigung von Männern in Medienberufen. Durch Frauenquoten sollen leistungslos Arbeitsplätze für Frauen reserviert werden.

  2. Wichtiger als die private politische Orientierung von Journalisten sind die ideologischen Vorgaben der Verlage bzw. der Verlagsinhaber. Diese Inhaber wiederum entscheiden, welche Personen überhaupt eine Stelle als Redakteur bekommen (oder bei Abweichen von der Linie gefeuert werden). Vier der sechs größten deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage werden, was wenig bekannt ist, von feministisch orientierten Frauen beherrscht; ein Branchenkenner kommt zur Einschätzung, fast alle Milliardenkonzerne der Branche seien mehr oder minder feministische Gruppierungen.
Übergeordnet betrachtet kann die feministische Indoktrination, die die Medien seit vielen Jahren betreiben - und die bei etwas Aufmerksamkeit und Sachkunde durchschaubr ist -, als ein zentraler Grund für den allgemeinen Vertrauensverlust in die Medien angesehen werden.


Politikjournalisten soziologisch betrachtet

Die politische Grundausrichtung unserer Medienlandschaft war neben anderen Fragen Untersuchungsgegenstand von drei umfangreichen, sehr gründlichen Studien, auf die immer wieder explizit oder implizit Bezug genommen wird:
  1. Weischenberg (2006) - ein Auszug von Befunden einer Repräsentativbefragung deutscher Journalisten
  2. Ziegler (2008) - Rollenselbstverständnis, und soziale Herkunft unserer medialen Elite
  3. Lünenborg (2010) - Ergebnisse einer Online-Befragung unter mehr als 900 Politikjournalisten, die 2010 im Auftrag des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes (DFJV) durchgeführt wurde.
    Auf statista.com werden Zahlen zur Parteipräferenz von Politikjournalisten in Deutschland angegeben, die identisch mit denen in Lünenborg (2010) sind.
Eine sehr gut lesbare Übersicht über die Studien speziell zur Frage der politischen Ausrichtung der Journalisten gibt Grob (2012).

Alle Studien liefern ein konsistentes Bild zur Parteineigung von Journalisten in Deutschland: Ca. 30 - 40% dieser Politikjournalisten sind politisch / ideologisch den Grünen zugehörig, weitere ca. 20% der SPD. Linke/PDS, CDU und FDP haben nur den Status von Splitterparteien. In der Summe rechnen sich also ca. 50 - 60% aller Journalisten einer feministischen oder radikalfeministischen Partei zu.
Ca. 30 - 35 % ordnen sich keiner Partei zu. Läßt man diese neutralen "Nichtwähler" einmal außen vor, dann rechnen sich fast alle übrigen Journalisten, die in der Geschlechterfrage überhaupt eine Meinung vertreten, einer feministischen oder radikalfeministischen Partei zu.

Offensichtlich weicht das Meinungsspektrum der Journalisten massiv vom Meinungsspektrum des Wahlvolks ab. Dies wird gerne mit zwei Argumenten verharmlost:

  1. Journalisten haben angeblich eine professionelle Distanz zu den Themen, über die sie berichten, und können ihre eigenen Vorurteile unterdrücken.
    Diese These ist prinzipiell fraglich, weil die Wahrnehmung der Realität praktisch immer durch Vorurteile gefiltert wird. (Mehr dazu weiter unten.)
  2. Journalisten können gar nicht schreiben, was sie wollen, weil sie nur das schreiben dürfen, was die Herausgeber erlauben (Beispiel: Christian Füller in der TAZ).
    Hier wird genau in der falschen Richtung argumentiert, es wird umgekehrt ein Schuh daraus. Dies führt nämlich zur Frage, wie denn das Meinungsspektrum der Herausgeber aussieht. Die Annahme ist plausibel, daß die Herausgeber genau solche Journalisten einstellen, von denen sie annehmen, daß sie im Sinne der Herausgeber Inhalte produzieren. Insofern stellt das Meinungsspektrum der Journalisten eine gute Prognose für das nicht wirklich erforschte Meinungsspektrum der Herausgeber dar. Letztlich ist es kaum denkbar, daß die Herausgeber ein Meinungsspektrum vertreten, das signifikant vom Meinungsspektrum der Journalisten abweicht. Das Meinungsspektrum der Herausgeber läßt sich relativ gut auch an der Zensurpolitik in den üblichen Foren ablesen, mehr hierzu unten.
Unabhängig davon, aus welchen Gründen Journalisten nicht objektiv berichten, gibt es genügend Indizien, daß sie tatsächlich nicht objektiv berichten:
  • Grob (2012) analysiert an einigen konkreten Themen (Genmais, Strompreise, Fukushima) die Berichterstattung und kommt zur Einschätzung, daß "die deutsche Journalisten bei der Berichterstattung jegliche [professionelle] Distanz verloren" haben. Dies trifft offensichtlich auch auf die Berichterstattung zum Thema Feminismus zu.
  • Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Untersuchung von Prof. Hans Martin Kepplinger, Institut für Publizistik der Universität Mainz.
  • Manfred Güllner, Leiter des Forsa-Instituts, analysiert die extreme Überrepräsentierung der Grünen und grüner Ideologie in den Medien in "Der unheimliche Höhenflug der Grünen". Er erklärt sie mit der Akademisierung des Journalismus und der Herkunft sehr vieler grüner Aktivisten aus der privilegierten Schicht des deutschen Bildungsbürgertums.
  • Der Politikwissenschaftler Thomas Meyer zeigt in seinem Buch "Die Unbelangbaren", daß Journalisten ihre Position immer häufiger nutzen, um nicht zusagen mißbrauchen, um ihre politische Agenda umzusetzen (s.a. Meyer (2015)), also als Vierte Gewalt im Staat versagen. Ergänzt wird der von Meyer kritisierte Einfluß von "Alpha-Journalisten" durch die weitaus verborgender agierenden, aber wohl wichtigsten deutschen Feministinnen, nämlich die (Mit-) Besitzerinnen von Medienkonzernen Liz Mohn und Friede Springer (s. Lieb (2011) und Boldt (2012)).
Welche Auswirkungen die mentale Zugehörigkeit zu einer feministischen Partei hat, hängt natürlich immer auch vom Einzelfall - bei dem die Persönlichkeit des Journalisten und die Vorgaben der Herausgeber zusammenspielen - ab. Ein konkretes, drastisches Beispiel, wie eine einzelne feministische Journalistin ihre Meinungsbildungsmacht nachhaltig mißbrauchte, um die Piraten zu einer feministischen Haltung zu nötigen, liefert der Text Hannah Beitzer - JournalistIn - Presse unter Piraten von Markus Kompa, der die feministische Agitation in vielen Details nachvollzieht.

Politikjournalisten in der Schweiz

In der Schweiz sieht das Parteienspektrum etwas anders aus, aber auch hier sind grüne bzw. sozialdemokratische Parteien bei den Journalisten extrem überrepräsentiert, s. folgende Quellen: Grob (2011), Grob (2014), SaW (2011), Schlittler (2011).

Quellen



Feministisch orientierte Verleger

Bei der Frage, wie feministisch Verleger orientiert sind, beschränken wir uns auf allgemeinpolitische Zeitschriften mit einer überregionalen Bedeutung.

Vier der sechs größten deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage werden von Frauen beherrscht, denen man durchaus feministische Ambitionen nachsagen kann:

  • Liz Mohn (Bertelsmann, Gruner + Jahr),
  • Friede Springer (Axel Springer),
  • Yvonne Bauer (Bauer Media) und
  • Petra Grotkamp (WAZ).
Boldt kommt in einer ausführlichen Analyse der Besitzverhältnisse der Zeitschriftenverlage zur Einschätzung, "fast alle Milliardenkonzerne der Branche [seien] mehr oder minder feministische Gruppierungen". Unter den mächtigen Damen besteht Einigkeit hinsichtlich der feministischen Kernforderung, den Stellenwert von Frauen im Management der Medienunternehmen zu erhöhen.

Im übrigen sagt natürlich das Geschlecht eines Verlegers nichts über die (anti-) feministische Haltung aus, insb. ist keineswegs ausgeschlossen, daß auch männliche Verleger deutlich feministisch orientiert sind. Das beste Beispiel ist ein weiterer Pressekonzern, die DvH (Dieter von Holtzbrinck) Medien GmbH (ZEIT, Tagesspiegel, Handelsblatt, Wirtschaftswoche). Dieser hat zwar einen männlichen Verleger, die streng feministische Ausrichtung der Zeitschriften dieses Konzerns ist aber notorisch bekannt. Sie dokumentiert sich u.a. personell darin, daß die einflußreiche Feministin Jutta Allmendinger zu den Herausgebern der ZEIT gehört. Miriam Meckel, eine bekennende feministische Kämpferin für Frauenquoten (und gegen Grundrechte von Männern) ist Herausgeberin der Wirtschaftswoche und trimmt diese Zeitschrift seit ihrer Machtübernahme auf die feministische Weltsicht, z.B. indem feministisch unpassende Nachrichten unterdrückt werden, s. Hoff (2018).


Neben des Personen der Unternehmensinhaber bzw. Verleger können kann natürlich auch die ideologische Ausrichtung von Chefredakteuren und anderen einflußreichen Personen heranzogen werden. Im Endeffekt ist entscheidend, welche Standpunkte die Artikel einer Zeitschrift mehrheitlich vertreten.

Einige kleinere Zeitschriften bzw. deren Verleger stellen ihre feministische Orientierung ziemlich offen zur Schau, beispielsweise die TAZ oder der Freitag. Unter den größeren Zeitschriften ist bei der Süddeutschen und der ZEIT die feministische Orientierung bei der Wahl der Inhalte ziemlich deutlich erkennbar. Die Süddeutsche hat die Darstellung feministischer Standpunkte durch einen eigenen integrierten Blog "Der die das Blog" strukturell verankert. Die Orientierung der ZEIT ist anhand der Zensurpolitik, s.u., gut erkennbar.

Quellen:

  • Klaus Boldt: Frauenwirtschaft. manager magazin, 22.06.2012. http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/a-843746.html
    "Vier der sechs größten deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage werden von Frauen beherrscht: Liz Mohn (Bertelsmann, Gruner + Jahr) und Friede Springer (Axel Springer Börsen-Chart zeigen), Yvonne Bauer (Bauer Media) und besagte Petra Grotkamp [WAZ-Gruppe] dominieren die Szene. Zählte man noch Monika Schoeller hinzu, die frühere Chefin des S. Fischer Verlags und Mitgesellschafterin der Verlagsgruppe Holtzbrinck, und Maria Furtwängler, die einflussreiche Gattin des Münchener Großverlegers Hubert Burda, sind fast alle Milliardenkonzerne der Branche mehr oder minder feministische Gruppierungen."
  • Hans Hoff: Hand an den Mann. Süddeutsche, 15.06.2018. http://www.sueddeutsche.de/medien/me-too-hand-an-den-mann-1.4017431
  • Frank Schirrmacher: Männerdämmerung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2003. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/machtfragen-maennerdaemmerung-1101138.html
    "...haben die Fernsehsender Frauen zu "Gastgebern" des politischen Prozesses gemacht. Sabine Christiansen, Sandra Maischberger, Maybrit Illner, Anne Will und Marietta Slomka sind ohne Zweifel die einflußreichsten politischen Vermittlungsinstanzen des Fernsehens. ... Die entscheidenden Produktionsmittel zur Massen- und Bewußtseinsbildung in Deutschland liegen mittlerweile in der Hand von Frauen.


ProQuote Medien - die Initiative gegen die Gleichberechtigung von Männern in Medienberufen

Eine erwähnenswerte Besonderheit in der deutschen Medienlandschaft ist der Verein ProQuote Medien e.V., s. http://www.pro-quote.de, der sich für Quoten zugunsten weiblicher Journalisten in den leitenden Positionen von Medienunternehmen einsetzt, also für die Aufhebung des Grundrechts auf Gleichberechtigung für Männer in Medienberufen. Der Verein hat über 300 teilweise prominente Mitglieder; natürlich ist auch die oben erwähnte Hannah Beitzer Mitglied.

Gemäß der Satzung setzt sich der Verein für die Gleichstellung (die im Gegensatz zur grundgesetzlichen Gleichberechtigung steht) ein. Offiziell wird die Quote mit diversen Argumenten begründet, die teilweise

  • ein klassischer Sexismus sind, z.B. "Frauen sorgen nachweislich für mehr Effizienz in Führungsteams" (Männer sind also ineffizient; der Nachweis fehlt im übrigen), oder
  • freie, unbewiesene Erfindungen sind, z.B. "Männer fördern bevorzugt Männer", "Konferenzen werden kürzer", oder
  • schlicht Unfug sind, z.B. "Bessere Witze", "mehr Inspiration", "Qualität kommt von Quote".
Hinzu kommen indivuelle Statements, mit denen die zukünftigen weiblichen Chefs ihre sexistische Weltsicht ( "Frauen sind bessere Vorgesetzte"), ihr kurioses Verständnis von Begriffen wie Meinungsfreiheit und Demokratie ("Mehr Frauen in journalistischen Führungspositionen sind eine Chance für die Qualität des Journalismus und letztlich auch für Meinungsfreiheit, Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit") bzw. ihre intellektuelle Brillianz ("Ich bin auch deshalb für die Quote, damit die Diskussion über die Quote ein Ende hat.") demonstrieren.

Das einzige eventuell akzeptable Argument ist mehr Diversität, das in mehreren Varianten immer wieder neu formuliert wird. Nun sind aber bekanntlich grüne bzw. feministische Standpunkte und Weltanschauungen unter den deutschen Journalisten (m/w) extrem überrepräsentiert. Wenn man also mehr Diversität haben wollte, müßte man eigentlich in den leitenden Funktionen mehr maskulistische Standpunkte verankern, die ein Gegengewicht zur einseitig feministischen Berichterstattung bilden könnten. Es ist bis dato unbekannt, ob diese Konsequenz bei ProQuote schon verstanden worden ist.

Es sind somit gewisse Zweifel angebracht, ob die präsentierten Argumente ernst bzw. ehrlich gemeint sind. Die einzige wirklich ernst zu nehmende Motivation scheint vielmehr die in der Satzung verankerte Förderung des beruflichen Aufstiegs von Frauen in Medienberufen zu sein. Genau diesen Vorwurf ("Eigeninteresse, das Sie geschickt als gesellschaftliche Relevanz inszenieren.") hat Thomas Tuma im Mai 2013 in dem Essay "Die ScheinriesInnen - ProQuote oder: Wie unabhängiger Journalismus zum Propagandainstrument verkam" formuliert und sich sehr kritisch mit dem Machtmißbrauch seiner weiblichen Kollegen auseinandergesetzt. Tuma weist auf das Mißverhältnis hin, für die Interessen von nur 150 zahlenden Mitgliedern des Vereins eine bundesweite Propagandakampagne durchzuführen, Medienunternehmungen bei unerwünschten Entscheidungen öffentlich an den Pranger zu stellen und sich anzumaßen, über Gut und Böse zu entscheiden. Tuma beklagt auch die praktisch nicht existente Gegenwehr zu diesen Vorgängen, die verzerrte Berichterstattung von weiblichen Journalisten über beruflich erfolgreiche Frauen ("positivistisch-affirmativer Kitsch") und den resultierenden Verlust an Meinungspluralität und Glaubwürdigkeit. Die harte Kritik von Tuma dürfte eine der Hauptursachen sein, warum er inzwischen seinen Job beim Spiegel verloren hat.

Die mediale Kampfkraft von Pro-Quote läßt sich auch daran ablesen, daß fast alle wichtigen politischen Talkshows inzwischen von Frauen geleitet werden, die Mitglieder bei Pro-Quote sind, z.B. Sabine Christiansen, Sandra Maischberger und Anne Will. Die enorme Meinungsbildungsmacht, die diese Sendungen haben, hat Schirrmacher eingehend analysiert.

Vor diesem Hintergrund ist offensichtlich die einzig denkbare Konsequenz, weibliche Journalisten, die Mitglied oder Unterstützer von ProQuote sind, als mehr oder minder aktive gender-feministische Missionare zu verstehen und ihre Meinungen und medialen Produkte mit entsprechender Vorsicht zu genießen.

Nachbemerkung: Aufgrund diverser Gründe, darunter sicherlich die anhaltende Förderung von Frauen, sind Männer ohnehin eine aussterbende Spezies im Journalismus. Neuen Statistiken zufolge sind z.B. unter einschlägigen Akademiekursen nur noch 29% der Teilnehmer männlich. Innerhalb der letzten 30 Jahre ist der Journalismus von männlich dominierten Branche zu einer weiblich dominierten geworden. Mit einer Generation Verzögerung werden daher auch alle Leitungsfunktionen weiblich besetzt sein - die Wünsche von ProQuote werden also so oder so in Zukunft in Erfüllung gehen.

Quellen