Warnung vor der deutschen Wikipedia




Generelle Problematik der Manipulationen in der Wikipedia

Die Enzyklopädie Wikipedia genießt inzwischen sehr großes Vertrauen und wird von großen Teilen der Bevölkerung, leider oft auch unkritisch von Journalisten benutzt. Die darin enthaltenen Informationen sind in hohem Maße meinungsbildend. Dies führt seit Jahren zu vielen, oft erfolgreichen Versuchen, teilweise unter Einsatz kommerzieller Agenturen bzw. bezahlter Autoren, Wikipedia-Einträge zu manipulieren. Beispielsweise wird ein Anbieter eines Medikaments daran interessiert sein, in der Beschreibung des Medikaments dessen Nebenwirkungen zu verharmlosen.

Die internen Arbeitsregeln der Wikipedia-Autorensystems versuchen, derartige Manipulationen durch Mehrheitsentscheidungen zu unterbinden, wobei angenommen wird, daß die Mehrheit der Autoren seriös ist und Autoren mit Fälschungsabsichten a) als solche erkannt und b) von seriösen Autoren überstimmt werden. Diese Grundannahmen sind in Fällen, wo massive wirtschaftliche und/oder ideologische Interessen berührt werden, völlig unrealistisch. Sofern ausreichende Ressourcen zur Verfügung stehen, können die Schutzmaßnahmen ohne weiteres unterlaufen werden. Wesentlich hierbei ist, daß die stimmberechtigten Autoren des Autorensystems anonym bleiben können und über Avatare Rechte haben. Die gleiche reale Person kann bei entsprechendem Arbeitseinsatz mehrere Avatare entstehen lassen. Man kann auch nie ausschließen, daß hinter einem besonders aktiven Avatar mehrere Personen stehen. Ferner kann man die Motive der Autoren und dahinterstehende Finanzierung ihrer Arbeit nicht erkennen.

Die Manipulierbarkeit ist seit vielen Jahren ein prinzipielles und gravierendes Problem der Wikipedia ("... nothing it publishes can be trusted ... An online encyclopaedia that is unable to prevent vandalism on this scale does not deserve to exist.").

Manipulation feminismusrelevanter Einträge

Das prinzipielle Problem zeigt sich am Beispiel der Geschlechterthematik besonders ausgeprägt: sämtliche einschlägigen Begriffe (Feminismus, Maskulismus, Gender studies, ...) sind manipuliert und stellen die Themen ausschließlich aus einer strikt feministischen Sicht dar. Beispiele für feministische Verfälschungen:
  • Antifeminismus, und damit implizit jede Feminismuskritik, wird systematisch als unmoralisch und antiemanzipatorisch dargestellt. Er wird einleitend definiert als "ablehnende Haltung" gegen die "Gleichstellung der Geschlechter", "die (offenbar unhinterfragbare!!) Notwendigkeit sozialer Veränderungen zur Vergrößerung der Macht von Frauen in der Gesellschaft", es liegen "bewusst oder unbewusst, frauenfeindliche Einstellungsmuster zugrunde". Jeder Antifeminist ist mit ziemlicher Gewißheit misogyn und sexistisch, denn "eine systematische Abgrenzung von Antifeminismus, Misogynie, Frauenfeindlichkeit und Sexismus gibt es bislang nicht". Lesenswert ist der Abschnitt Antifeminismus der Gegenwart, der ein ganzes Feuerwerk von haltlosen, diskreditierenden Unterstellungen abfeuert (und klassische Haßrede ist).
  • Maskulismus wird definiert als Synonym zu Maskulinismus, Antifeminismus oder Androzentrismus bzw. Maskulinismus. Über das angebliche Synonym Maskulinismus wird er in Formulierungen, die über die Jahre hinweg vielfach wechseln, definiert als "Ideologie naturbedingter männlicher Überlegenheit" oder "Überzeugung, Männer oder bestimmte als männlich erachtete Eigenschaften seien naturbedingt überlegen, sowie die Legitimation männlicher Dominanz". Die Wikipedia schließt damit schon begrifflich aus, daß Männer ein moralisch vertretbares Recht haben, eine soziale Bewegung zu bilden, die ihre (Grund-) Rechte verteidigt.
  • Wichtig ist ferner der Eintrag zu den Gender Studies. Diese sind seit Jahren Gegenstand heftiger, detailliert begründeter Kritik. Im Gegensatz dazu stellt der Wikipedia-Eintrag über die Gender Studies diese von der besten Seite dar, die hochumstrittenen Grundlagen werden kritiklos wiederholt, von der seit Jahren anhaltenden öffentlichen Kritik erfährt der Leser fast nichts, vor allem aber, daß sie von Rechtspopulisten und Maskulinisten stammt bzw. von Statusängsten zeugt (Meinungen mehrere bekannter feministischen Aktivistinnen).
  • Es wird massiv gegen die offiziellen Qualitätssicherungsrichtinien der Wikipedia verstoßen, indem unwissenschaftliche Quellen und unwahre Aussagen zitiert werden. Ein Beispiel hierfür ist die als "Expertise" bezeichnete Publikation des Gunda-Werner-Instituts in der Heinrich-Böll-Stiftung: "Die antifeministische Männerrechtsbewegung - Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung" von Hinrich Rosenbrock. Die Die Heinrich-Böll-Stiftung e. V. (hbs) ist die nach Heinrich Böll benannte parteinahe Stiftung von Bündnis 90/Die Grünen. Innerhalb der ohnehin klar feministisch ausgerichten hbs bildet das Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie die feministische Eliteeinheit. Alleine von daher ist eine unvoreingenommene Darstellung des direkten Debattengegners nahezu ausgeschlossen. Das Werk von Herrn Rosenbrock ist denn auch - kaum überraschend - eine unwissenschaftliche Schmähschrift, i.w. eine wilde Sammlung von Vermutungen über die intellektuellen und moralischen Defekte von Feminismuskritikern. Verurteilt wird ferner, daß sich die Akteure im Internet hinter Avataren verstecken. Daß man sie nicht genau kennt, verhindert aber keineswegs charakterliche Telediagnosen. In der Wikipedia-Darstellung der Männerrechtsbewegung wird die Schmähschrift von Herrn Rosenbrock insg. 8 Mal zitiert. Seine hanebüchenen Thesen werden als objektiv gesicherter Erkennisstand dargestellt.
  • Betroffen sind auch Einträge, in denen relevante Vertreter der Männerrechtsbewegung oder feminismuskritische Forscher diskreditiert werden, mehr dazu s. unten. Umgekehrt werden feministische Aktivisten bzw. Forscher, insb. weibliche, stets positiv bzw. überhaupt dargestellt, obwohl sie die Relevanzkriterien kaum erfüllen.

Das besonders hohe Ausmaß an Manipulation speziell in der deutschen Wikipedia zeigt sich am einfachsten, indem man die deutschsprachigen Einträge mit den entsprechenden englischen vergleicht, z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Maskulismus und https://en.wikipedia.org/wiki/Masculism. Während der englische Eintrag durchaus brauchbare Informationen enthält, verweist der deutsche Eintrag auf einen Eintrag mit der falschen Bezeichnung "Maskulinismus", der hanebüchenen Unsinn enthält.

Vor der deutschen Wikipedia kann daher insgesamt nur dringend gewarnt werden. Trotz eventueller Sprachschwierigkeiten sollte man möglichst immer die englische Wikipedia benutzen (vorerst zumindest, s. Ergänzung 2 unten)

Diskreditierung von Feminismuskritikern

Feminismuskritiker aus dem journalistischen Bereich und feminismuskritische Forscher werden regelmäßig durch subjektive, sehr einseitige Wertungen diskreditiert und verzerrt dargestellt, z.B. durch Behauptungen, sie seien "umstritten", sie "hetzten" oder sie "stilisierten" die "sogenannte Jungenkrise" zu einer der bedeutendsten Herausforderungen, sie seien Antifeministen (also moralisch minderwertig) usw. Beispiele sind:
  • Arne Hoffmann, der den feminismuskritischen Blog genderama betreibt
  • Warren Farrell, der schon in den 1990er Jahren den Mythos Männermacht widerlegte. Aus seinem Eintrag: "Die Person Warren Farell ist in der Geschlechterdebatte umstritten. Die Feministin Susan Faludi hat Farrell in ihrem populären Buch Backlash - Die Männer schlagen zurück als einen Vertreter der sogenannten Backlash-Bewegung beschrieben und damit als Antifeminist oder Maskulist eingeordnet." Dann ist ja alles klar.
  • Gerhard Amendt, ein feminismuskritischer Soziologe und emeritierter Professor für Geschlechter- und Generationenforschung der Universität Bremen
  • Monika Ebeling, ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar, die sich für benachteiligte Männer einsetzte
  • Birgit Kelle, deren Rezeption angeblich fast nur negativ ist
  • Christina Hoff Sommers, eine Vertreterin des liberalen Feminismus und Kritikerin des Genderfeminismus, die sehr viel publiziert hat und stark rezipiert worden ist. In ihrem Wikipedia-Eintrag werden daraus 3 Einzelnachweise, davon ist einer ein Text über Angry men's movements, die Sommers angeblich durch falsche Behauptungen unterstützt.
Ähnlich unter die Räder können Feministinnen kommen, die nicht völlig linientreu sind. Ein Beispiel ist Mithu Sanyal, die eine marginale Änderung feministischer Sprachcodes vorschlug, was zu einem Storm aus feministischen Kreisen führte. Über diese "Kontroverse" berichtet ihr Eintrag weitschweifig unter Zitierung drittklassiger Quellen uns stellt sie so als umstrittenen Autor dar.

Personelle Ressourcen und Vorgehen der feministischen Manipulation

Groben Schätzungen zufolge verfügen die feministischen Autoren saisonal schwankend über eine Arbeitskraft von 3 - 10 ganztags arbeitenden Personen; da die einzelnen Editiervorgänge protokolliert werden, ist der Umfang der reinen Editierarbeiten (ohne Vorbereitungen) gut dokumentiert. Neben viele Freiwilligen (s. Ergänzungen unten) kann als eine Hauptquelle für Arbeitskraft die Feministische Infrastruktur angesehen werden, die mehrere 1000 feministische Akteure finanziert.

In erster Linie werden die eigentlichen Artikelinhalte verfälscht - die einzelnen Themen werden nicht mehr enzyklopädisch-neutral bzw. objektiv dargestellt, sondern einseitig und auf dem Qualitätsniveau von Propagandamaterial. Wichtige Erkenntnisse, die feministische Dogmen infrage stellen, werden in den Literaturlisten gelöscht, auch wenn es sich um erstrangige wissenschaftliche Publikationen handelt. Umgekehrt wird feministisches Propagandamaterial, das offensichtlich gravierende Qualitätsmängel aufweist und keiner wissenschaftlichen Qualitätsicherung unterworfen war, als maßgebliche Literatur ausgeführt und ausgiebig zitiert.

Neben der Verfälschung der eigentlichen Artikelinhalte werden auch auf den zugehörigen Diskussionsseiten alle Proteste gegen und Hinweise auf die Verfälschungen und Verstöße gegen die Wikipedia systematisch gelöscht.

Zu den bekanntesten feministischen Avataren gehören:

Sehr ausführliche Beispiele, wie diese Gruppe von feministischen Akteuren die Kontrollmechanismen der Wikipedia aushebelt, finden sich z.B. hier, hier und hier.

Auf allen Wikipedia-Seiten befindet sich oben ein Link "Versionsgeschichte". Auf der so erreichbaren Seite sind alle Änderungen des Wikipedia-Eintrags protokolliert. Sobald einer der oben genannten Avatare als Autor auftritt, sollte der Inhalt der Seite als manipuliert und i.d.R. sehr einseitige Darstellung angesehen werden.

Ergänzungen

  1. Im Blog Genderama wird regelmäßig über die Manipulation der Wikipedia berichtet. Dort befindet sich auch eine umfangreiche Sammlung von Artikeln zur Manipulation der Wikipedia, u.a. Politische Manipulation in der Wikipedia (Teil 1: Konkretes) und Politische Manipulation in der Wikipedia (Teil 2: Grundsätzliches).
  2. Eine umfangreiche Sammlung von Artikeln zur Manipulation der deutsche Wikipedia findet man auf Facebook unter Ideologiefreie Deutsche Wikipedia - Jetzt.
  3. Neben den eigentlichen Wikipedia-Einträgen - mehr sehen normale Benutzer nicht - werden auch die Diskussionsseiten systematisch von Kritik und Hinweisen auf die Manipulationen und Verstöße gegen die Wikipedia-Richtlinien gesäubert (s. hierzu eine detaillierte Darstellung mit vielen Beispielen).
  4. Die feministische Autorengruppe "betreut" nicht nur alle feminismusrelevanten Einträge, sondern kümmert sich auch um das Image feministischer Parteien, z.B. im August 2013 anläßlich der Bundestagswahl um die Löschung von unerwünschten Informationen über die Pädophilie bei den Grünen.
  5. FemTechNet, eine "organization of feminist educators and scholars", organisiert(e) die Kampagne 'Storming Wikipedia'. Gegenstand einer Lehrveranstaltung, die an 15 Universitäten angeboten wird und in der 300 Studenten immatrikuliert waren, ist "to enter `feminist thinking' into Wikipedia". Gegen 300 synchron vorgehenden Autoren, die strittige Inhalte der Wikipedia im Sinne einer bestimmten Ideologie verzerrt darstellen wollen, dürften die Schutzmechanismen wirkungslos sein, d.h. der Erfolgswahrscheinlichkeit der Kampagne ist sehr hoch.

    Man fragt sich allerdings, ob das wirklich nötig ist, denn alleine das Wikipedia:WikiProject Feminism verfügt über über 200 Mitglieder.

  6. Am 27.9.2013 trat eines der Gründungsmitglieder der Wikimedia Deutschland Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V. aus dem Verein aus, weil dieser große Summen aus den eingeworbenen Spendenmittel zur Förderung von "Pseudowissenschaften wie die sogenannten Gender-Studies" verwendet und sich offensichtlich nicht mehr der Aufklärung und der Förderung freien Wissens verpflichtet fühlt.
  7. Spannend zu verfolgen war, wie in der ersten Jahreshälfte 2013 der Begriff "Sexismus" passend zu den Intentionen der Aufschrei-Kampagne immer weiter ausgedehnt wurde.
  8. Prof. Dr. Walter Krämer, Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der TU Dortmund, verbietet die Benutzung von Wikipedia-Inhalten u.a. wegen ideologischer Verfälschungen (abgerufen am 16.07.2016):
    Warnung vor Wikipedia

    Zitate aus der deutschen Wikipedia sind ab jetzt in akademischen Abschlussarbeiten an meinem Institut nicht mehr erlaubt. Anders als die englische wird die deutsche Wikipedia von Ideologen dominiert. Außerdem steckt sie in vielen Artikeln zu Wirtschaftswissenschaften und Statistik voller Fehler. Generell ist das Niveau von Artikeln zur Statistik weit unterhalb einer Bachelorarbeit an unserer Fakultät.

    Walter Krämer

Quellen zur Manipulation der Wikipedia

  1. Jens Berger: Willkommen in Absurdistan - wie die Wikipedia sich selbst zerstört. Nachdenkseiten, 09.03.2017. http://www.nachdenkseiten.de/?p=37340
  2. Michael Brückner: "Die Akte Wikipedia: Falsche Informationen und Propaganda in der Online-Enzyklopädie", 2014, http://www.amazon.de/Die-Akte-Wikipedia-Informationen-O ... 445123X,
    Rezension des Buchs auf Genderama
  3. Torsten Kleinz: Fake-Accounts: Wikipedia enttarnt Sockenpuppen-Netzwerke. heise online, 02.09.2015, http://www.heise.de/meldung/Fake-Accounts-Wikipedia-ent ... 06.html
  4. Propaganda in der Wikipedia; Swiss Propaganda Research, Publiziert: Oktober 2018; Aktualisiert: September 2019 https://swprs.org/propaganda-in-der-wikipedia/
  5. Alexander Unzicker: Wikipedia auf dem Weg zum Orwellschen Wahrheitsministerium. Telepolis, 27.05.2018. https://www.heise.de/tp/features/Wikipedia-auf-dem-Weg- ... ite=all