Samstag, 14. Februar 2015

Ich brauche Maskulismus, weil ...

Allen Unkenrufen und Dämonisierungsversuchen zum Trotz hat sich der Maskulismus™ in den letzten Jahren gut entwickelt. Grob festmachen kann man dies an einer gestiegenen Anzahl von aktiven Blogs, an immer mehr und qualitativ besseren Kommentare in den Foren der großen Zeitungen, und ggf. durch diesen "Druck von der Basis" veranlaßt sogar vereinzelten Artikeln in Mainstream-Medien, die sich im Gegensatz zu früher trauen, Standpunkte von Männern zu thematisieren und dabei - kaum vermeidbar - feministische Dogmen zu hinterfragen.

Aber da geht noch mehr, und so ist dieser Blogpost einerseits ein Versuch, noch mehr Interessenten für die Anliegen von Männern zu aktivieren und im Idealfall auch zu aktiver Mitarbeit zu motivieren. Wie immer in Leben gilt auch hier: nur wer mitmacht, kann gestalten. Dabei gehe ich von der These aus, daß der Maskulismus nur deshalb erfolgreich sein konnte, weil die Aktivisten überzeugt davon waren, ihn zu brauchen, und weil sie Spaß oder andere Erfolgserlebnisse dabei hatten. Umgekehrt kann man sich (speziell als Anfänger) auch zuviel von maskulistischem Engagement erhoffen. Weiter unten folgen dazu einige ernüchternde Kommentare und zumindest Hinweise, wie man Frustrationen vermeiden kann.

Maskulismus macht Spaß, weil ...

Wenn man danach fragt, warum die bisherigen Aktivisten aktiv wurden bzw. sind, was ihnen Spaß macht und worin die Erfolgserlebnisse bestehen, dann bekommt man keine einheitliche Antwort. Die gefühlt häufigsten und wichtigsten Gründe sind:
  • konkrete politische oder gesellschaftliche Änderungen: Ich ärgere mich über bestimmte gesellschaftliche Zustände, die ich als Unrecht empfinde, z.B. die Aufhebung von Grundrechten für Männer durch Frauenquoten oder die Diskriminierung von Trennungsvätern, und möchte etwas dagegen tun, z.B. das von der Regierung kürzlich beschlossen Quotengesetz wieder abschaffen. Ziel sind hier konkrete politische Änderungen. Ein anderes Beispiel sind die offensichtlich haarsträubend falschen feministischen Theorien über biologische Einflüsse auf das Verhalten von Männern und Frauen, die nichtsdestotrotz konzeptuelle Basis von vielen "Interventionen" sind (die deshalb zum Scheitern verurteilt sind).
  • allgemeines Interesse an der Geschlechterthematik: Ich halte die Geschlechterthematik für interessant und wichtig, andererseits auch kompliziert, und ich möchte gerne qualifiziert mitreden können, weil ich nämlich sowieso gerne debattiere, z.B. im Bekanntenkreis oder ggf. in einer Partei. Ziel ist hier sozusagen die persönliche Weiterbildung, sowohl in Sachfragen als auch in der Rhetorik. Konkrete politische Ziele sind noch nicht vorhanden, abgesehen von dem sehr abstrakten Ziel, die Interessen von Männern besser zu vertreten, wobei man aber das Gefühl hat, diese genauer verstehen zu müssen, bevor man konkrete Forderungen in die Welt setzt.
  • Unterhaltung und Small Talk: Wie vor, aber ohne eine ernsthafte Weiterbildungsabsicht und eher eher - frei nach Karl Valentin - nach dem Motto "es ist schon alles gesagt gesagt worden, aber noch nicht von mir und ausgeschmückt mit meinen privaten Gefühlen und Erlebnissen".
  • Interesse an den wissenschaftlichen Hintergründen: Während das Ziel der Weiterbildung beim vorigen Punkt "nur" eine gute einschlägige Allgemeinbildung ist, ist der wissenschaftliche Anspruch hier höher. Ich will zumindest die Meinungen von Experten hinterfragen können und ggf. (nicht für die Allgemeinheit geschriebene) Originalpublikationen lesen können. Die Menge des Wissens und des lesenswerten Materials wächst hier explosionsartig an und man muß die jeweilige Wissenschaftsmethodik kennen, um Publikationen verstehen und beurteilen zu können. Wegen der nötigen Vorkenntnisse und der Stoffülle muß man sich hier i.d.R. auf ein Fachgebiet einschränken.
  • Kontakt zu Gleichgesinnten- bzw. Interessierten: Ich möchte mich gerne Personen, die ähnliche Interessen und Meinungen haben, austauschen. Das ist der Hauptzweck vieler Vereine, Parteien und Stammtische. djadmoros hat eine dazu passende Stammtisch-Theorie: "Ein Stammtisch ist ein Ort der ungeschützten Rede unter Leuten mit mehr oder weniger gleichen Ansichten oder einer anderen, nicht auf Meinung beruhenden Verbundenheit. 'Ungeschützte Rede' bedeutet, dass man sich in einem (mehr oder weniger) geteilten Vorverständnis eines Themas befindet, und zudem in einer Situation der 'Kopräsenz', in der man zusätzlich zu den reinen Aussageinhalten über Kontext- und persongebundene Informationen zur sprachpragmatischen Deutung einer Aussage verfügt. Sowohl die Chance, eine korrekte Interpretation von Sprecherintentionen vorzunehmen als auch die Chance, auf Selbstbestätigung zu treffen, sind in solchen Kontexten vergleichsweise hoch."
  • Frauen verstehen und persönliche Beziehungen mit Frauen verbessern: Ich spare mir hier den Witz mit der Autobahn über den Atlantik. Realistisch betrachtet, z.B. bei den Themen der Posts und Kommentare in den einschlägigen Blogs, scheint sehr großes Interesse an diesem Thema zu bestehen. Erkennbar ist dies z.B. an der häufigen Thematisierung von Pick-Up-Techniken, die rein gar nichts mehr zu tun haben mit politischen Themen wie der Verfassungswidrigkeit vieler feministischer Aktionen. Das Thema "Frauen verstehen" ist im Kern ein privates. Die feministische Strategie "das Private ist politisch", also die Gesellschaft für die Lösung der persönlichen Probleme verantwortlich zu machen, war indessen historisch zu erfolgreich, um es nicht zu kopieren.
  • Randalieren und provozieren (dies ist nicht das gleiche wie seinen Unmut über bestimmte Zustände äußern; dies ist auch ohne verbale Entgleisungen möglich). Für derartig motivierte Personen soll hier explizit keine Werbung gemacht werden, auf die können die anderen gut verzichten. Erwähnen muß man sie in trotzdem, denn anonyme Foren bilden ein ideales Betätigungsfeld für solche Zeitgenossen.
Es gibt noch weitere Gründe, warum maskulistische Aktivitäten Spaß machen können, die vorstehende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Gründe sind inhaltlich verzahnt und nicht strikt trennbar. Daher werden meist mehrere Arten von "Erfolgserlebnissen" gleichzeitig mit unterschiedlicher Intensität angestrebt und auch erreicht.

Die Menge der Themen und möglichen Aktivitäten zu groß, um alles machen zu können. Wie auf der Seite Maskulismus-Varianten dargestellt sind alleine Fachthemen extrem vielfältig, ebenso die Liste der politischen bzw. sozialen Forderungen des Maskulismus. Man muß also auswählen. Bei den meisten Aktivisten scheint dies zufalls- und lustgesteuert zu geschehen, nur bei einer Minderheit planmäßig und an konkreten Zielen orientiert.

Der Maskulismus braucht mich, weil ...

Die vorstehende Auflistung von "Spaßfaktoren" und potentiellen Erfolgserlebnissen war egozentrisch insofern, als der persönliche Spaß als Antriebskraft im Vordergrund stand. Das Motivationsproblem wird regelmäßig auch von einer anderen Warte aus diskutiert, wenn Forderungen formuliert werden, der Maskulismus™ möge doch bitte nächstes Jahre die Aufgaben X, Y und Z erledigen, wenn beklagt wird, die Männerrechtsbewegung sei unwirksam und im Vergleich zum Feminismus praktisch nicht existent usw.

Wunschlisten oder wohlmeinende Ratschläge, was man besser tun sollte, kann man mit einem Achselzucken zur Kenntnis nehmen. Allerdings kommt man beim oben genannten Ziel "konkrete politische oder gesellschaftliche Änderungen" - das für viele das wichtigste ist - nicht an der Erkenntnis vorbei, daß man als einzelner wenig erreichen kann und die Chancen in einer Gemeinschaft ungleich höher sind. Dies führt zu der Frage, welche politischen Ziele mit den vorhandenen Ressourcen tatsächlich erreichbar sind.

An dieser Stelle muß leider ein riesiger Unterschied zum Feminismus betont werden. Frauen werden in unserer Kultur von Kindesbeinen an flächendeckend dahingehend indoktriniert, sich selber als diskriminiert anzusehen und "die Männer" als die Unterdrücker. Jungen werden im Gegensatz dazu demotiviert, für ihre Rechte einzutreten. Das Resultat ist ein relativ große "Freiwilligenarmee" von jungen Frauen, die sich als Feminist bezeichnen und die aktiv für die Frauenseite eintreten. Dem steht auf der männlichen Seite nahezu nichts gegenüber (Männer werden typischerweise erst viel später aktiv). Zum quantitativen Unterschied kommt ein qualitativer: Die feministischen Akteure sind propagandistisch keine völligen Anfänger mehr und haben die gängigste feministische Propaganda (z.B. das 22% gender pay gap, das am equal pay day zelebriert wird) immer wieder auf dem Tablett serviert bekommen und voll verinnerlicht. Demgegenüber muß die männliche Seite die Gegenargumente selber herausfinden. D.h. die beiden Freiwilligenarmeen und das Nachwuchspotential auf beiden Seiten unterscheiden sich erheblich.

Hinzu kommt die Feministische Infrastruktur, in der tausende feministische Akteure auf Staatskosten finanziert und über sehr gut ausgebaute Managementstrukturen koordiniert werden. Die in der Feministischen Infrastruktur Beschäftigten arbeiten großenteils in Vollzeit, können also mit einem viel höheren Zeitbudget agieren als maskulistische Akteure, die ihre Freizeit opfern. Angestellten kann der Arbeitgeber vorgeben, was sie tun bzw. erreichen sollen und welche ideologischen Dogmen gelten, bei Freiwilligen geht das nicht. In der Summe ist der Maskulismus z.B. nicht kampagnenfähig, also nicht fähig, Demonstrationen, Pressekampagnen oder ähnliche öffentlichkeitswirksame Aktionen zu organisieren, zu bewerben und durchzuführen. Eine Audienz bei Politikern zu bekommen, ist extrem schwierig, ein männerseitiges Äquivalent zu der Demutsadresse eines Kanzlerkandidaten Steinbrück bei feministischen Lobbyvereinen ist unvorstellbar.

Es liegt hier natürlich nahe, einem Verein wie z.B. Manndat oder einem der väterrechtlichen Vereine beizutreten. Allerdings leben Vereine vom persönlichen Zusammentreffen und mündlichen Diskussionen und Absprachen. Nichts gegen Debatten auf Blogs, aber E-mail, Blogposts u.ä. schriftliche Diskussionsformen sind weitaus ineffizienter als mündliche Kommunikation. Da es nur sehr wenige Vereine gibt, steht diese Option nicht jedem wirklich offen. So oder so ändern einige kleinere Vereine nichts daran, daß sich die Größe und Kampfkraft der "Armeen" auf beiden Seiten um Größenordnungen unterscheidet.

Hinzu kommt die feministische Indoktrination, die die meisten Mainstream-Medien betreiben. Durch die nahezu geschlossene Indoktrination fast aller MSM und parteipolitische Sprech- und Denkverbote, in deren Rahmen u.a. jegliche Formulierung von männlichen Interessen sofort als rechtsradikal dämonisiert werden, wurde lange eine relevante männliche Beteiligung an der Geschlechterdebatte und eine Ideenentwicklung männlicher Standpunkte verhindert.

Maskulismus als Graswurzelbewegung

Ein Vergleich der Kräfteverhältnisse auf beiden Seiten fällt also leider deprimierend aus. Dies steht in auffälligem Gegensatz zur einleitenden Behauptung, der Maskulismus habe sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Es gibt tatsächlich eine Reihe von Indizien hierfür, aber eine genauere Analyse, worin diese jüngeren Erfolge bestehen und wieso sie möglich waren, steht noch aus. Einige Vermutungen hierzu [die sich in kommenden Versionen dieses Blogposts noch ändern können] sind:
  • Die technische Entwicklung hat durch immer leichter nutzbare Blog-Systeme und soziale Medien wie Twitter oder Facebook seit ca. 10 Jahren eine operative Plattform geschaffen, über die das Kommunikationsmonopol der MSM unterlaufen werden konnte und eine Gegenöffentlichkeit entstehen konnte.

    Eine Schlüsselrolle spielen - trotz häufiger Zensur - mMn die Kommentarfunktionen der MSM. Durch die Kommentarfunktionen wurden viele Erstkontakte zu alternativen Informationsquellen hergestellt.

    Das Aufkommen der Gegenöffentlichkeit (auch in anderen Themengebieten) verlief parallel zum Ansehensverlust der MSM. Die MSM reagieren in letzter Zeit dagegen, indem Kommentarfunktionen eingeschränkt oder ganz abgeschafft werden. Die Möglichkeit, über Kommentarfunktionen Erstkontakte herzustellen, wird u.U. in Zukunft viel geringer sein.

  • Durch das immer diktatorischere Auftreten feministischer Politiker und Akteure wurden bei vielen Männern die Schmerzgrenze überschritten und die Wahrnehmung, das sei alles nur "Gedöns", revidiert. Beispiele sind die Sprachdeformationen, politisch korrekte Denk- und Sprechverbote, die Frauenquoten und die offensiv propagierte feministische Privilegientheorie.

    Diese feministischen Exzesse sind selbst für Anfänger offensichtlicher Unsinn oder verfassungswidrig. Die Entwicklung von Gegenpositionen war deswegen sehr einfach und sehr vielen Personen autark möglich, auch ohne eine zentrale Steuerung. Insofern ist der Maskulismus (genauer gesagt die Feminismuskritik) eine Graswurzelbewegung. Erkennen kann man dies u.a. daran, daß immer wieder die gleichen Diskussionen auf den diversesten Blogs oder Foren geführt werden (die meisten nicht unter dem Etikett Maskulismus) oder auch in privaten Gesprächen von Personen geäußert werden, die den Begriff Maskulismus nicht kennen.

    Die massenhaft zu beobachtende Feminismuskritik war wegen der offensichtlichen Defizite der feministischen Positionen ein leichtes Spiel. Unklar bleibt, was danach kommt. Auch eine berechtigte Kritik ist noch kein konstruktiver Gegenentwurf.

Als ein Erfolg des Maskulismus kann jedenfalls festgehalten werden, die feministische Diskurshegemonie zumindest reduziert zu haben. Wenn heute irgendwo ein Text mit einer der üblichen feministischen Propagandaaussagen erscheint, dann erscheinen nach kurzer Zeit Kommentare mit Gegendarstellungen, sofern möglich im gleichen Medium, zumindest aber auf maskulistischen Blogs.

Zur Funktion der maskulistischen Blogosphäre

Die maskulistischen Blogs werden oft dafür kritisiert, nur reinen Palaver zu enthalten - also den Spaßfaktor Small Talk zu befriedigen -, sich in sehr theoretischen Details zu verzetteln oder sinnlose Flügelkämpfe zu veranstalten, jedenfalls nichts zur Erreichung politischer Ziele beizutragen. Das ist im Prinzip richtig, übersieht aber mMn wichtige Funktionen der maskulistischen Blogosphäre:
  • Auch Small Talk führt zu Lerneffekten, wenn auch nicht systematisch und effizient. Besser dies als gar nichts. Interesse an einer intensiveren Beschäftigung entsteht ggf. erst später.
  • Den generell besseren Wissensstand der maskulistischen Akteure führe ich weitgehend auf die Blogosphäre zurück, ich sehe auch keinen Ersatz hierfür in anderen Medien.
  • Um auf aktuelle tagespolitische Themen schnell reagieren zu können - was oben als gebrochene feministische Diskurshegemonie bezeichnet wurde -, braucht man aktive Foren, in denen "täglich etwas los ist" und man sehr kurzfristig Gesprächspartner finden kann.
Für andere Funktionen ist die maskulistischen Blogosphäre nicht geeignet. Ihr das zum Vorwurf zu machen, ist aber falsch. Für andere Funktionen, z.B. politische Aktionen oder Forschung, braucht man eben andere, besser geeignete Strukturen, z.B. Vereine oder maskulistische Lehrstühle an Universitäten. Wichtig wäre es, sich über die Limitationen der Blogosphäre klar zu werden und über andere, geeignetere Strukturen nachzudenken, bei denen nicht unbedingt jeder mitmachen kann und muß.

Was tun?

Kurze Antwort: Spaß haben.

Lange Antwort: sich über die Ziele, die man verfolgt, bewußter werden, und auf dieser Basis klare Entscheidungen. Es ist nicht falsch und kein Charakterfehler, "nur" Unterhaltung mit Small Talk zu suchen und lose informiert sein zu wollen, was gerade aktuell ist. Wenn man mehr erreichen will, muß man mehr Zeit investieren und kann nicht nur lustgetrieben agieren, sondern muß sich auf seine konkreten Ziele konzentrieren und sich ggf. in die Disziplin einer Gruppe einordnen. Es ist dann nicht mehr reine Unterhaltung, sondern mutiert zu seriöser Arbeit, die auch mal anstrengend sein kann. Das haben die Frauen aber auch geschafft, also ....

Ergänzende Quellen

Montag, 9. Februar 2015

#QuestionsForMen und #FalseFeministAssertions

Inhaltsübersicht

#QuestionsForMen und #FalseFeministAssertions

Zur Zeit ist der Hashtag #QuestionsForMen auf Twitter en vogue und wird als die australische Version des Aufschreis gehandelt.

Von dort scheint es auch auf andere Medien überzuschwappen. Daher werfen wir hier ausnahmsweise nicht die Frage auf, ob man sich überhaupt an den üblichen verbalen Prügeleien auf Gezwitscher beteiligen sollte, anscheinend kommt man nicht an diesem Phänomen vorbei.

Die Fragen richten sich laut Hashtag an "die Männer", praktisch aber oft an einen konkreten Mann, und sind immer von Frauen zu stellen. Man kann diese Fragen wörtlich nehmen und versuchen, sie direkt zu beantworten - dann ist man in den meisten Fällen schon hereingefallen, weil man ungewollt feministische Propaganda bestätigt.

Diese Fragen sind nämlich keine normalen Fragen zwecks Informationsgewinn ("Bist Du schon einmal nachts durch eine dunkle Stadt gelaufen?"). Es sind auch keine rhetorischen Fragen ("Ist das Dein Ernst?"), die nur mit ja oder nein beantwortet werden können und bei denen es um Zustimmung oder Ablehnung zu einer Selbstverständlichkeit bzw. einer vorherigen Behauptung geht.

Stattdessen sind diese Fragen fast immer implizite Behauptungen, die inhaltlich falsch sind und als feministische Propaganda einzustufen sind. Genauer gesagt trifft das nur auf die "interessanteren" Fragen zu; manche Fragen sind schlicht dumm oder die Fragestellerin ist mit der Bildung impliziter Behauptungen überfordert.

Die Fragen betreffen jeweils einen Sachverhalt, in dem sich Männer und Frauen unterscheiden - nach Auffassung der Fragestellerin zuungunsten von Frauen. Die Frage fragt typischerweise, ob ein negativer Zustand oder Vorfall bei Männern (oder bei dem konkreten angesprochenen Mann) vorkommt. Die erwartete Antwort ist, daß dies bei "den Männern" nicht oder nur selten vorkommt. Dies dient aber nur dazu, implizit eine oder mehrere entgegengesetzte Behauptungen über Frauen zu machen bzw. im Unterbewußtsein des Gefragten zu aktivieren und so ein diffuses Schuldgefühl zu erzeugen. Ein Beispiel:

#questionsformen In a job interview have you ever been asked how you will juggle work and home?

- Jane Caro (@JaneCaro) February 3, 2015

(Bist Du schon irgendwann einmal bei einem Vorstellungsgespräch gefragt worden, wie du Job und Haushalt zugleich unter einen Hut bringen kannst?)

Die erwartete Antwort auf die wörtlich genommene Frage ist "Nein", denn so viele Vorstellungsgespräche hat man i.a. nicht und die Frage nach dem Haushalt wäre indiskret und seltsam (zumindest in Deutschland und sofern man das Thema als Bewerber nicht selber angesprochen hat). Selbst wenn einem Mann die Frage schon ein oder wenige Male gestellt worden ist, interessiert diese Auskunft als solche die Fragestellerin überhaupt nicht - was sollte sie mit der Information anfangen?

Implizite Behauptungen

Im Kontext derartiger Fragen wird stets unterstellt, daß für Frauen i.w. das Gegenteil wie für Männer zutrifft. In unserem Beispiel kann das sein:
(a) Nur Frauen werden durch Job und Haushalt doppelt belastet.
(b) Frauen werden immer wieder / häufig / jedesmal indiskret danach gefragt, wie sie neben dem Job den Haushalt schmeißen, und damit in diese Rolle gedrängt.
(c) Frauen haben deswegen schlechtere Chancen, einen Job zu bekommen.

Die impliziten Behauptungen für Frauen sind aus mehreren Gründen unscharf: Die Bildung des Gegenteils der Aussage über "die Männer" hat i.d.R. Interpretationsspielraum. Ferner ist die Behauptung über die Männer ggf. aufgrund der Antwort nicht sehr präzise. Die Unschärfe der impliziten Behauptungen über Frauen ist aber ein Vorteil, sie ist ein bekannter rhetorischer Trick (Hypnosetechnik Ambiguität). D.h. es wird ein ganzer Schwarm nur angedeuteter Vorwürfe geäußert, die ein diffuses Schuldgefühl erzeugen sollen und auf die man sich nicht direkt beziehen kann, um sie erwidern. Die impliziten Behauptungen sind in der Regel in ihrer Pauschalität falsch oder unbewiesen.

Mögliche Reaktionen

In der Regel ist es falsch, die Frage wörtlich zu nehmen und als Auskunftsfrage zu beantworten. Mit der erwarteten Antwort werden nur die impliziten Behauptungen bestätigt.

Wenn die korrekte Antwort das Gegenteil der erwarteten Antwort ist - z.B. "ja, das wurde ich in jedem zweiten Vorstellungsgespräch gefragt" - dürfte diese unerwünschte Antwort angezweifelt oder als atypisch dargestellt werden und allenfalls zum baldigen Abbruch des Gesprächs führen. Dies läßt aber die impliziten Behauptungen unwidersprochen im Raume stehen.

Bessere Reaktionen:

  • Ggf. mit einer Gegenfrage die impliziten Behauptungen explizit machen:

    "Warum interessiert Dich das so sehr?"

    "Willst Du damit andeuten, als Frau würde man das in jedem Bewerbungsgespräch gefragt? Gibt es zu dieser These irgendwelche Belege?"

  • Ggf. den postulierten Unterschied zwischen Männern und Frauen zu hinterfragen:

    "Verrate ich Dir nur, wenn Du mir sagst, wie oft das Dir schon passiert ist."

    "Wäre interessant zu wissen, ob so eine blöde Frage heutzutage bei Männern häufiger als bei Frauen vorkommt, denn bei Vorstellungsgesprächen ist meistens eine Frauenbeauftragte dabei, die fuchsteufelswild wird, wenn man einer Frau so eine Frage stellt. Bei einem Mann hört sie diese Frage dagegen gerne, wegen des Aufbrechens von Rollenmustern."



Nachtrag 24.06.2015: 21 Beispiele in 8 Kategorien

Aus gegebenem Anlaß eine Liste von #FalseFeministAssertions, die mir in den letzten Tagen begegnet sind. Alle getarnt als #QuestionsForMen, praktisch alle mit impliziten Falschbehauptungen, die belegen sollen, wie schrecklich es den Frauen überall geht. Die Falschbehauptung ist jeweils offensichtlich, am besten gibt man die üblichen Standardantworten wie
"Warum interessiert Dich das so sehr?"
"Willst Du damit andeuten, daß ..?"
"Haben Sie für die versteckte Behauptung irgendwelche Belege?"

In einigen Fällen bieten sich zusätzliche, auf die Falschbehauptung bezogene Antworten und Gegenfragen an.

Thematische Übersicht:

FFA-J: Arbeit / Job

Ablehnung

Pseudo-Frage FFA-J1: Bist du schon einmal in einem Job abgelehnt worden, weil du ein Mann warst?

Spezielle Antwort: s.o.

Männerberuf

Pseudo-Frage FFA-J2: Reagieren die Leute überrascht, wenn sie hören, dass du gut in Technik oder Mathematik oder Maschinenbau oder Astrophysik bist?

Spezielle Antwort: Nicht alle, aber viele, verbunden mit der Frage, wie es sich so lebt als Nerd. Ansonsten: Was ist jetzt daran so schlimm?

FFA-P: Politik / Macht

Machtpositionen

Pseudo-Frage FFA-P1: Ist dir bekannt, dass es auf der Welt viel weniger Frauen in Machtpositionen gibt als Männer?

FFA: Andeutung, die sei ungerecht.

Spezielle Antwort: Ja!!

FFA-A: Aussehen

Sich herausputzen

Pseudo-Frage FFA-A1: Wurde von dir als junger Erwachsener wie selbstverständlich erwartet, dass du dich für das andere Geschlecht herausputzt, "weil du niemals jemanden finden wirst, wenn du dir so wenig Mühe gibst"?

Spezielle Antwort: Jau, fast täglich, ich leider heute noch darunter!

Kritik weil zu sexy

Pseudo-Frage FFA-A2: Bist du schon einmal vom Unterricht nach Hause geschickt worden, weil deine Kleidung die Mitschüler des anderen Geschlechts angeblich zu sehr ablenkt?

Spezielle Antwort: Leider nein.

Belästigung weil zu sexy

Pseudo-Frage FFA-A3: Wirst du auf der Straße von Frauen belästigt, wenn du im Sommer Shorts trägst?

Spezielle Antwort: Ui, klingt ja spannend, sollte ich mal ausprobieren. Klappt das mit rasierten Beinen besser?
Ansonsten: Shorts im Sinne von Hot Pants gibt es für Männer nicht, und selbst wenn die Teile bis zum Knie gehen würden, würde ich auf der Straße mit mißbilligenden Blicken belästigt, im Verwandtenkreis dann gerne auch wörtlich mit der Bemerkung, Shorts sähen bei Männern mit diesen pelzigen Beinen ja fürchterlich aus (was übrigens fast immer stimmt ;-) ).

Rasur

Pseudo-Frage FFA-A4: Erwartet die Gesellschaft von dir, dass du immer mit komplett haarlosen Beinen und Achselhöhlen unterwegs ist, und wird hinter deinem Rücken über dich getuschelt, wenn dem nicht so ist?

Spezielle Antwort: Männer dürfen gar keine Achselhöhlen vorzeigen, egal ob mit oder ohne Haaren.

FFA-I: Intelligenz

Hübsch vs. intelligent

Pseudo-Frage FFA-I1: Wird von dir erwartet, dass du entweder hübsch oder intelligent sein musst und du sonst nichts wert bist, du aber - um Gottes Willen - doch nicht beides sein kannst?

Spezielle Antwort: Männer können nicht "hübsch" sein in dem Sinne, alleine damit gesellschaftlichen Erfolg oder Erfolg bei den Frauen zu haben. Insofern haben Männer die hier unterstellte Auswahl gar nicht.

FFA-S: Sexualität / Anmache / Belästigung / Vergewaltigung

Flirten

Pseudo-Frage FFA-S1: Hattest du schon einmal Angst vor einer Frau an einer Bar, die mit dir geflirtet hat und sich partout nicht abwimmeln lassen wollte?

Alleine im Club

Pseudo-Frage FFA-S2: Hast du als Teenager darauf geachtet, abends beim Clubbesuch immer mindestens zwei deiner Freunde bei dir zu haben, weil du sonst riskierst hättest, vergewaltigt zu werden?

Spezielle Antwort: Bist Du oder eine Deiner Freunde jemals selber vergewaltigt worden?

Schlampe

Pseudo-Frage FFA-S3: Hast du schon einmal von jemandem gehört, der einen Jungen, der gerne Sex hat, als "Schlampe" bezeichnet hätte, oder der ihm erzählt hätte, dass er nie eine "gute" Frau finden wird, weil er keine Jungfrau mehr ist?

Spezielle Antwort: Bei Jungen sagt man nicht Schlampe, sondern Aufreißer, Casanova, Herzensbrecher, Hurenbock, Lustmolch, Weiberheld, Wüstling oder so ähnlich, um seine Abscheu vor der toxischen Männlichkeit auszudrücken.

Nacktfotos

Pseudo-Frage FFA-S4: Hast du schon einmal gehört, dass ein Junge in der Schule als Flittchen verschrien war und niemand etwas mit ihm zu tun haben wollte, weil ein Mädchen Nacktfotos von ihm verbreitet hat?

Nachpfeifen

Pseudo-Frage FFA-S5: Pfeift man dir nach wie einem Hund, wenn du draußen unterwegs bist?

Spezielle Antwort: Die meisten Männer interessieren sich nicht für Hunde und pfeifen Hunden nicht nach. Ansonsten: Nein, Frauen drücken fremden Männern gegenüber generell nie aus, daß sie sie sexuell attraktiv finden, weder in höflicher noch in unhöflicher Weise.

FFA-B: Benehmen / Gesellschaftliche Erwartung

Höflichkeit

Pseudo-Frage FFA-B1: Wird von dir erwartet, dass du höflich, zurückhaltend und "rein" bist, nur aufgrund deines Geschlechts?

Spezielle Antworten: Ich fürchte, Höflichkeit wird unabhängig vom Geschlecht von allen Leuten erwartet. Sofern man speziell als Mann nicht zurückhaltend genug ist, wird man(n) auch gerne mal als #breitmacker beschimpft, nicht nur im Bus. Radikale Feministinnen haben geradezu eine Psychose, Männer würden zuviel Raum einnehmen.

Nackter Oberkörper

Pseudo-Frage FFA-B2: Würde man dich extrem komisch anschauen, wenn du im Freibad mit nacktem Oberkörper herumlaufen würdest?

Dominanter Charakter

Pseudo-Frage FFA-B3: Wirst du als rechthaberisch, herrisch und als "Bitch" bezeichnet, wenn du einen dominanten Charakter hast?

Spezielle Antwort: Männer gelten eigentlich immer als rechthaberisch, herrisch, Breitmacker, Mitglied im Patriarchat usw., selbst wenn sie gar keinen dominanten Charakter haben.

FFA-R: Repräsentation / Sichtbarkeit

In Filmen / Büchern

Pseudo-Frage FFA-R1: Musst du suchen, bist du Filme oder Bücher findest, in denen dein Geschlecht ebenso zahlreich, wichtig und in ebenso einem positiven Licht repräsentiert wird wie das andere?

Spezielle Antwort: Wie oft warst Du schon im Kino? Die Schurken, Mörder, Dummköpfe und miesen Charaktere sind fast ausnahmslos männlich. Negative weibliche Charaktere wären Misogynie. Da bleiben natürlich weniger Rollen für Frauen übrig.

In der Kirche

Pseudo-Frage FFA-R2: Hast du schon einmal darauf geachtet, dass es noch nie einen weiblichen Papst gab?

FFA-V: Verschiedenes

Eier vs. Pussy

Pseudo-Frage FFA-V1: Hast du schon einmal darüber nachgedacht, warum "Eier haben" eine positive Bezeichnung zu sein scheint, während mit "eine Pussy sein" nur Negatives assoziiert wird?

Spezielle Antwort: Ich dachte, Pussy wäre irgendwie schnuckelig gemeint. Eine bekannte deutsche Comedy-Feministin hat übrigens eine Fernsehshow namens Pussy Terror. Das ist witzig gemeint und bedingt, daß Pussy ein positiv besetzter Begriff als Gegensatz zu Terror ist.

Fräulein

Pseudo-Frage FFA-V2: Schon einmal darüber nachgedacht, warum es kein männliches Äquivalent zu der Anrede "Fräulein" für unverheiratete Frauen gibt - weil offenbar erst ein Ehemann eine Frau zur Frau macht?

Spezielle Antwort: Du hast echt gute Geschichtskenntnisse! in welchem Jahrhundert ist dieser Brauch eigentlich zum letzten Mal beobachtet worden?

Männlicher Geschmack

Pseudo-Frage FFA-V3: Sind andere erstaunt oder ungläubig, wenn sie hören, dass du Videospiele oder Rockmusik magst, und stellen dir dann Testfragen darüber, weil sie glauben, dass du lügst, um dem anderen Geschlecht zu gefallen?


Nachtrag 08.02.2016: 36 versteckte falsche Behauptungen über Männer

Am 25.02.2016 wurde auf Youtube ein Buzzfeed-Video hochgeladen, in dem sechs Frauen ``36 Questions Women Have For Men'' äußern. Dieses Video erzeugte eine enorme Resonanz mit Dutzenden von Videoantworten und Blogposts.

Der Hauptunterschied zu den früheren #QuestionsForMen liegt darin, daß man sie nicht selber lesen muß, sondern von attraktiven jungen Damen vorgelesen bekommt. Inhaltlich wird durchgängig mit dem gleichen "Trick" wie schon oben beschrieben gearbeitet.

Lucas Schoppe hat sich dankenswerterweise die Mühe gemacht, die 36 Fragen in ihre impliziten Aussagen zu übersetzen. Zu einem großen Teil der impliziten Aussagen kann man nur eine Bemerkung von weiter oben wiederholen: sie sind schlicht dumm, oder aber die Fragestellerinnen waren mit der Bildung impliziter Behauptungen intellektuell überfordert.


Mittwoch, 26. November 2014

Männerquoten an Grundschulen


Die aktuellen Quotenbeschlüsse der großen Koalition stellen einen Dammbruch dar, der endlich den Weg aufweist, die Unterrepräsentanz von Männern an Grundschulen zu beheben. Das Problem fehlender Männer an Grundschulen wird seit Jahrzehnten immer wieder diskutiert und als gesellschaftlich vorrangig angesehen. Alle Appelle an die Verantwortlichen waren vergeblich, Maßnahmen zur Behebung des Problems sind kaum erkennbar oder nur halbherzig. An den vorhandenen frauendominierten Strukturen sind alle bisherigen Maßnahmen gescheitert.

Die Beschlüsse der Koalition zur Frauenquote stellen einen Durchbruch zur Lösung des Problems dar. Das neue Gesetz führt ein Kollektiv - das der Frauen - als Rechtssubjekt ein, das bestimmte Rechte, eben reservierte Plätze auf Besetzungslisten, hat. Wenn sich also ein besser qualifizierter Mann auf eine Stelle bewirbt, die für Frauen reserviert ist, dann stehen seine Rechte als Individuum zurück hinter den Rechten, die die Frau als Mitglied des Kollektivs besitzt.

Die Einführung von Kollektiven als Rechtssubjekte ist analog auf das ungelöste Problem der Grundschulen anwendbar. An Grundschulen müssen künftig 30% aller Arbeitsplätze für Männer reserviert werden, unabhängig von deren Qualifikation. Alle freiwerdenden Stellen sind bis zum Erreichen der Quote für Männer zu reservieren.

Um ein ausreichendes Angebot an männlichen Lehrkräften sicherzustellen, sind außerdem 30% der Studienplätze an Lehramtsstudiengängen für Männer zu reservieren. Diese Studiengänge sind bisher zu ca. 90 % weiblich dominiert; auch dieser Zustand ist seit Jahrzehnten als gravierendes Problem erkannt worden, das dringend gelöst werden muß. Studien weisen eindeutig nach, daß das unterrepräsentierte Geschlecht mit erhöhten Studienschwierigkeiten zu kämpfen hat und leichter aus dem Studium verdrängt wird. Die gängigen Pseudo-Argumente, Männer hätten keine Lust auf Lehramt, sind unbewiesen und sind von interessierter Seite gestreute Propaganda. Männer werden außerdem strukturell daran gehindert, sich in Grundschullehramts-Studiengänge zu immatrikulieren, da wegen der hohen Attraktivität dieses Berufs fast überall ein harter numerus clausus (z.T. härter als in der Medizin) vorliegt und Jungen bei gleicher Leistung erwiesenermaßen schlechter benotet werden. Ferner wird ihnen eingeredet, sie seien dafür nicht geeignet.

Verantwortlich zur Durchsetzung der Quote sind die Universitäten bzw. die Schulbehörden. Plätze, die nicht ordnungsgemäß besetzt werden, bleiben offen, um die Verantwortlichen endlich zu ernsthaften Maßnahmen zu bewegen und um verkrustete Strukturen aufzubrechen.

Einwände, durch die Diskriminierung von Frauen würde die Verfassung gebrochen und das allgemeine Rechtsempfinden gravierend verletzt, sind gegenstandslos, weil diese Effekte ja sowieso schon durch die Frauenquoten vorhanden sind, und weil diese Einwände von Ewiggestrigen stammen, die eine buntere und vielfältigere Lehrerschaft verhindern wollen.

Hashtags: #Grundschulen #Bildung #Sarkasmus #Doppelstandards


Samstag, 11. Oktober 2014

Gleichstellung nach Düsseldorfer Art

Gleichstellung ist ein weitverbreiteter Begriff, der intuitiv verständlich - "irgendwie gleich(er?) machen" - erscheint. Er ist es aber nicht, im Gegenteil ist er bei näherem Hinsehen sehr kompliziert. Offensichtlich kann man nicht alle Leute gleich machen oder stellen, sondern allenfalls "gleicher" machen bzw., um die Logik nicht zu sehr zu vergewaltigen, weniger ungleich bzw. ähnlicher machen. Was dies bezogen auf soziale Merkmale bedeutet, hängt sehr von den Umständen ab und ist hier ausführlicher dargestellt.
Im real existierenden Feminismus ist die Welt einfacher gestrickt, dort ist Gleichstellung praktisch gleichbedeutend mit der Forderung nach einer Frauenquote. Die Höhe der geforderten Frauenquote beträgt fallweise 30%, 50% oder sogar 100%, scheint also keine Naturkonstante zu sein, sondern erheblich von Ermessensspielräumen, um nicht zu sagen der Tageslaune relevanter Personen, abzuhängen, in denen der diffuse Begriff "Gleichstellung" konkretisiert wird. Die Forderung nach einer Frauenquote ist i.d.R. verbunden mit der strikten Ablehnung einer Männerquote.
Angestrebt werden meistens harte Quoten, die dem Kollektiv der Frauen Machtpositionen bzw. lukrative Stellen unabhängig von der Bewerberlage und der Qualifikation der Bewerber garantieren (ein Beispiel ist die 30%-Quote, die aktuell bundesweit für Aufsichtsräte angestrebt wird). Derartige harte Frauenquoten sind allerdings in allen relevanten Kontexten eindeutig verfassungswidrig, sie widersprechen offensichtlich Artikel 3 des Grundgesetzes.
Dies ist auch unseren feministischen Akteuren bekannt und hat zu diversen Ausweichmanövern geführt. Das bekannteste davon ist im Zusammenhang mit Stellenbesetzungen die "Bevorzugung von Frauen bei gleicher Qualifikation". Diese Regel wird inzwischen großflächig eingesetzt. Da sie Männer nicht wörtlich ausschließt, gilt sie als weiche Quote, die rechtlich zulässig ist. Weil "gleiche Qualifikation" indessen kein klar definierter Begriff ist, ist diese Regel geradezu eine Einladung zum Mißbrauch. Derartige Mißbräuche zugunsten von Frauen sind hinreichend oft dokumentiert und beklagt worden.
Das Papier/Heidebach-Gutachten
Insgesamt hat diese Regel aber nicht ausgereicht, um die politisch gewünschten Frauenquoten zu erzielen. Dies hat der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, insb. dessen Emanzipationsministerium, keine Ruhe gelassen und dazu geführt, ein hochkarätiges Rechtsgutachten in Auftrag zu geben, das "... rechtliche Spielräume zur verbindlichen Festlegung von Zielquoten sowie zur Verankerung von Sanktionen" prüfen sollte. Dieses Gutachten liegt seit einer Weile vor:
Hans-Jürgen Papier, Martin Heidebach: Rechtsgutachten zur Frage der Zulässigkeit von Zielquoten für Frauen in Führungspositionen im öffentlichen Dienst sowie zur Verankerung von Sanktionen bei Nichteinhaltung. Ministerium für Inneres und Kommunales, NRW, 30.05.2014. http://www.mgepa.nrw.de/mediapool/pdf/presse/pressemitt ... ten.pdf
In den Pressemitteilungen des Emanzipationsministeriums wird das Rechtsgutachten als Meilenstein bezeichnet. Das ist es auch. Es ist trotz seiner Länge von rund 60 Seiten sehr lesenswert. Erstens bestätigt es an mehreren Stellen zumindest für den öffentlichen Dienst männerrechtliche Standpunkte, z.B. daß harte Frauenquoten grundsätzlich verfassungswidrig sind. Zweitens dokumentiert es die Hinterhältigkeit, mit der die verfassungsmäßige Gleichberechtigung unterlaufen werden soll.
Wie unterläuft man das Grundrecht auf Gleichberechtigung?
Die "Bevorzugung von Frauen bei gleicher Qualifikation" ist nur dann wirksam, wenn ein männlicher und weiblicher Kandidat gemäß den Anforderungen einer Stellenausschreibung gleich qualifiziert sind. Je genauer nun die Anforderungen spezifiziert sind und je genauer man die Qualifikation mißt, z.B. durch Zeugnisnoten, Zertifikate, Berufserfahrung usw., desto seltener greift die weiche Quote und umso häufiger greift das Prinzip der Bestenauslese, wonach geschlechtsunabhängig der qualifizierteste Kandidat gewählt wird.
Den Wunsch der Landesregierung nach einer "verbindlichen Festlegung von Zielquoten" kann man nun realisieren, indem man die legale Form der Frauenbevorzugung durch eine weiche Quote möglichst häufig anwendbar macht. Hierzu wird sinngemäß vorgeschlagen, die Meßgenauigkeit bei der Beurteilung der Qualifikation von Bewerbern zu reduzieren. Wenn man beispielsweise Noten auf ganze Zahlen rundet, werden die Schulnoten 1.6 und 2.4 beide zu einer 2.0 und somit gleich. Man kann auch ganz darauf verzichten, die Note zur Bewertung heranzuziehen und man kann vorteilhafte, aber nicht strikt notwendige Qualifikation nicht mehr in der Stellenausschreibung erwähnen, also können sie auch nicht mehr zum Vergleich von Bewerbern herangezogen werden. Spannend wird es, wenn mehrere "gleich qualifizierte" Frauen gewinnen und eine ausgewählt werden muß: wird dann gewürfelt oder werden nachträglich Kriterien verwendet, die bei Männern nicht verwendet wurden?
Die Vergröberung, mit der die geforderten Qualifikationen in Stellenbeschreibungen dargestellt werden und mit der die Qualifikation von Bewerbern beurteilt wird, kann nichtöffentlich erfolgen, z.B. in Form von internen Durchführungsbestimmungen für Besetzungsverfahren oder indem Frauenbeauftragte Qualifikationsbeschreibungen oder Kandidatenbeurteilungen, die zu detailliert sind, blockieren. Derartige Maßnahmen würden öffentlich kaum bekannt werden und wären von betroffenen Männern juristisch kaum anzugreifen.
Im Endeffekt wird das Prinzip der Bestenauslese weitgehend ausgehebelt, also Art. 33 Abs. 2 GG unterlaufen, um damit die Gleichberechtigung nach Art. 3 Abs. 2 GG aushebeln zu können.
Das Papier/Heidebach-Gutachten diskutiert in vielen Details die rechtlichen Klippen, an denen dieses Vorhaben scheitern kann. Allerdings kann man alleine die Absicht, Grundrechte in ihrer Substanz zu unterlaufen, als zutiefst korrupt und verfassungsfeindlich ansehen.
Ministerielles Doublespeak
Das Düsseldorfer Emanzipationsministerium bestätigt einmal mehr eindrucksvoll, daß es den Sonderpreis für Doublespeak redlich verdient hat, und zwar mit folgender Pressemitteilung anläßlich der Veröffentlichung des Gutachtens:
Emanzipation: Landesregierung will mehr Frauen in Führungspositionen im öffentlichen Dienst (Pressemitteilung). Ministerium für Inneres und Kommunales und Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, 08.07.2014. http://www.mgepa.nrw.de/ministerium/presse/pressemittei ... dex.php
Der Begriff "Emanzipation" im Titel verblüfft - das Unterlaufen von Grundrechten stellt natürlich auch eine Art von Emanzipation dar, allerdings eine, die man eher von verfassungsfeindlichen Organisationen erwarten würde.
Im Text wird beklagt, die bisherigen Auswahlverfahren würden "die Quote aushebeln". Welche Quote? Gibt es ein Gesetz, das eine harte Quote für bestimmte Populationen öffentlich Bediensteter vorschreibt? Das Gesetz wäre verfassungswidrig und müßte von Amts wegen nicht nur ausgehebelt, sondern aufgehoben werden.
Die Pressemitteilung unterstreicht die Bedeutung des "Gleichstellungsgebots". Die am Ende der Pressemitteilung verlinkten Erläuterungen zum Gutachten erwähnen ein "Gleichstellungsgebot des Grundgesetzes nach Art. 3 Abs. 2 GG" gleich drei Mal. Leider kommt der Begriff "Gleichstellung" im Grundgesetz nicht vor, weder im Art. 3 Abs. 2, noch an anderer Stelle. Dies ist kein Zufall, die gemeinsame Verfassungskommission von Bundesrat und Bundestag hat seinerzeit diesen Begriff explizit vermieden.
Anmerkung: Wenn es so etwas wie ein Gleichstellungsgebot mit Verfassungsrang gäbe, dann wäre dieses Gebot auch nicht selektiv bei einzelnen Machtpositionen anwendbar, die bei feministischen Interessenvertretungen Neidkomplexe auslösen, sondern müßte flächendeckend angewandt werden, angefangen über die Lehrerschaft an Grundschulen über die Population der LKW-Fahrer bis hin ... zur Leitung des Emanzipationsministeriums (5 von 6 leitenden Positionen bis auf Abteilungsleiterebene sind weiblich besetzt) sowie im Berufsfeld der Gleichstellungbeauftragten.
Die Pressemitteilung behauptet ferner: "Verfassungsrechtler Prof. Papier unterstreicht die Bedeutung des Gleichberechtigungsgebots". Das ist inhaltlich durchaus korrekt, war aber vermutlich nicht gemeint, denn Gleichstellung ist das Gegenteil von Gleichberechtigung. Eventuell ist das MGEPA schon ganz konfus vom eigenen Doublespeak.
Im Gutachten von Prof. Papier kommt das Wort "Gleichstellungsgebot" jedenfalls nicht vor. Statt diesen unklaren und propagandistisch platten Begriff zu verwenden, weist das Gutachten immer wieder auf notwendige, im Detail sehr komplizierte Güterabwägungen zwischen den involvierten Gesetzen hin. Hierbei fließen Spekulationen über die Auswirkungen bisheriger Gesetze ein, die im Prinzip soziologische Analysen der deutschen Gesellschaft der letzten 20 - 30 Jahre sind. Man fragt sich hier, ob sich Juristen nicht aufs Glatteis begeben, wenn sie sich fachfremd als Soziologen betätigen und ob hier nicht hauptberufliche Soziologen mitreden sollten.
Insgesamt stellt der Eindruck, den die Pressemitteilung des MGEPA hinterläßt, den Inhalt des Gutachtens beinahe auf den Kopf. Die prinzipielle Absicht, harte Frauenquoten auf Umwegen zu erzwingen, ist verfassungswidrig, und die geplanten Brachialmaßnahmen zugunsten von Karrierefrauen sind nicht alternativlos, sondern basieren auf willkürlichen politischen Güterabwägungen und sind hart am Rande der Legalität.
Fazit
Das Gutachten von Papier/Heidebach ist sehr lesenswert, denn es zeigt, wie schwierig es ist, abstrakte politische Wunschvorstellungen in die Realität umzusetzen, und welche Fallstricke im Detail auftreten. Das Gutachten bekräftigt teilweise männerrechtliche Positionen hinsichtlich der Verfassungswidrigkeit von Frauenquoten, teilweise enthält es auch Klarstellungen, daß viele einseitige, oft monierte Maßnahmen zur Frauenförderung legal sind. Die Argumente gelten aber mit vertauschten Rollen analog für Männer.
Die Landesregierung bzw. das MGEPA demonstrieren mit ihrer Pressemitteilung, aber auch schon durch die Ziele der Auftrags (s. Abschnitt II. "Zielquoten" des Gutachtens), daß man an einer seriösen und ergebnisoffenen Debatte nicht interessiert ist, sondern lieber feministische Propaganda betreibt. Exemplarisch zeigt sich dies an dem frei erfundenen "Gleichstellungsgebot des Grundgesetzes nach Art. 3 Abs. 2 GG".
Abzuwarten bleibt, ob NRW oder andere Länder bzw. der Bund die in dem Gutachten angeregte Methode realisieren werden, über die Aushebelung des Prinzips der Bestenauslese indirekt (über eigentlich nachrangige Gesetze, die weiche Quoten definieren) auch das Grundrecht auf Gleichberechtigung auszuhebeln. Auch hier droht wieder einmal, daß wie üblich beim Gender Mainstreaming die öffentliche Debatte umschifft wird und auf dem Verwaltungsweg Tatsachen geschaffen werden.

Sonntag, 20. Juli 2014

Doublespeak-Sonderpreis für das Emanzipationsministerium NRW


Viele denkende Menschen finden deshalb zum Maskulismus, weil ihnen logische Widersprüche im herrschenden Feminismus auffallen. Wenn man dann nachhakt, findet man keine Lösungen, sondern immer mehr Widersprüche und Argumentationsfehler. Nach einer Weile festigt sich der Eindruck, daß dahinter ein System steckt. Das System hat einen Namen, Doublespeak.

Doublespeak ist eine Diskussions- bzw. Kommunikationsstrategie, bei der der Sinn von Worten verzerrt, vernebelt oder sogar in sein Gegenteil verkehrt wird. Ziel ist dabei, Falschaussagen und Argumentationsfehler zu verschleiern, indem der Diskussionsgegner damit beschäftigt wird, die Widersprüche und Fehler herauszufinden (ähnlich wie die Hypnosetechnik Ambiguität), und ihm ggf. zu suggerieren, er sei zu dumm, um qualifiziert an der Debatte teilzunehmen, ihn also einzuschüchtern. Besonders gut funktioniert dies, wenn Doublespeak aus einer Machtposition heraus praktiziert werden kann, z.B. durch Frauenministerien.

Unverzichtbarer Teil der Ausbildung zum Maskulisten ist daher ein intensives Training, feministisches Doublespeak (a) zu erkennen und (b), sofern man mitreden darf, darauf geeignet zu reagieren, also im Regelfall den inneren Widerspruch benennen und zurückzuweisen. Auf diesem Blog ist die Zahl der Beispiele von Doublespeak in letzter Zeit immer weiter gestiegen, zur Zeit sind die vorhandenen Beispiele in folgende Gruppen eingeteilt (Anzahl in Klammern):

Wann die runde Zahl von 20 Beispielen überschritten wurde, ist nicht mehr genau rekonstruierbar. Jedenfalls soll man solche runden Zahlen bekanntlich feiern, und was läge näher, als einen

Sonderpreis für das "schönste" Doublespeak-Beispiel

zu vergeben. Nun denn, die Konkurrenz war hart und die Entscheidung war schwierig, aber sie ist gefallen, and [... fanfaren ...] the winner is [trommelwirbel]:

Das Emanzipationsministerium in NRW

Genaugenommen heißt das Ministerium Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter. Chef ist Barbara Steffens (Grüne). Frau Steffens bezeichnet sich gerne prägnant als Emanzipationsministerin, alleine auf den Seiten des Ministeriums findet die google-Suche Emanzipationsministerin Barbara Steffens site:mgepa.nrw.de derzeit 290 Treffer.

Nun versteht man heutzutage unter Emanzipation normalerweise "die Befreiung von Gruppen, die aufgrund ihrer Rasse, Ethnizität, Geschlecht, Klassenzugehörigkeit usw. diskriminiert und von politischen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen waren". Nach dieser Definition, aber auch nach dem eigenen Selbstverständnis, ist der demokratische Maskulismus Emanzipation in Reinstform, denn im herrschenden hegemonialen Feminismus wird die Bevölkerungsgruppe der Männer dank feministischem Gender Mainstreaming systematisch von politischen Entscheidungsprozessen, die sie betreffen und benachteiligen, ausgeschlossen. Genau dagegen kämpft der Maskulismus, und betrieben wird der hegemoniale Feminismus von Parteien und Ministerien wie denen von Frau Steffens.

Emanzipation richtet sich gegen staatliche Willkür, gegen staatliche Kontrolle von Information, gegen autoritäre staatliche Gedankenlenkung und Volksverdummung. Eine staatlich gelenkte Emanzipation kann es begrifflich nicht geben. Ein "Ministerium für Emanzipation" ist eine ähnlich absurd-dreiste Begriffskonstruktion wie das legendäre Ministerium für Wahrheit oder eine Abteilung für Pazifismus bei der Bundeswehr. Emanzipation ist etwas anderes als institutionalisierte einseitige Frauenförderung, dafür gibt es den Begriff Staatsfeminismus.

Wären wir hier im Feuilleton der FAZ, würde man umfänglich ausloten, wieso in diesem Lande überhaupt eine derart abenteuerliche Begriffskonstruktion offizieller Namensbestandteil eines Ministeriums sein kann, was das über diese Regierung aussagt, und wieso das Doppelsprech niemandem mehr auffällt.
Fühlt sich die NRW-Regierung vom Volk unterdrückt und das Emanzipationsministerium dient dazu, sich vom Volk und von den Zumutungen durch die Wählerschaft zu emanzipieren?
Will das Emanzipationsministerium das Volk vor doppelplusunguten Gedanken schützen, die vom Patriarchat als Klassenfeind verbreitet werden und die die schutzlosen Opfer dazu verleiten könnten, unwissentlich Gedankenverbrechen gegen den Feminismus zu begehen?
Man weiß es nicht, es bleiben viele Fragen offen. Wir werten dies als weiteren Beweis für die Meisterschaft, mit der unser Preisträger das Doublespeak beherrscht.


Dienstag, 15. April 2014

Wer dreimal lügt ...

Warum ich mich mit Männerrechten beschäftige und wie es dazu gekommen ist. Ich hasse es, belogen zu werden. Ich wurde christlich erzogen und fand das 8. Gebot, du sollst nicht lügen, immer sehr plausibel, denn bei der Wahrheit zu bleiben ist die Grundlage jedes Vertrauens und Zusammenlebens. Schon vor der Pubertät bin ich immer mehr zu Überzeugung gekommen, von der Kirche belogen zu werden. Wenn die Physik, Relativitätstheorie, Evolution etc. auch nur ansatzweise korrekt waren - den Realitätstest bestanden sie offenbar täglich -, konnte die Schöpfungsgeschichte kaum stimmen. Das war bestenfalls ein Märchen fürs Volk zu einer Zeit, als die Erde noch eine Scheibe war. Wenn man sich etwas mit Biologie beschäftigte, konnte die verklemmte Sexualmoral und vielleicht sogar der komplette Begriff von Schuld und Sünde nicht stimmen. Irgendwann bin ich aus der Kirche ausgetreten.
Eine wesentliche Rolle in meiner Bewußtseinsentwicklung spielte ein Deutsch- und Geschichtslehrer. Er war SPD-Mitglied und bekennender Antifaschist und benutzte im nachhinein gesehen einen genialen Trick: wir mußten mehrere Originaltexte der Nazis lesen. Hausaufgaben: 1. finde die Lügen und Hetzpropaganda. 2. Wieso sind damals so viele Leute darauf hineingefallen? Hätte man die Lügen und Hetze durchschauen können und müssen? Wäre Dir das auch passiert?
Man ahnt es sicher schon, 1984 habe ich natürlich auch gelesen. Danach haßte ich es noch viel mehr, belogen zu werden. Seitdem halte ich unsere freiheitliche Demokratie für eine unserer wichtigsten Errungenschaften und jeden für kriminell, der sie gefährden oder unterminieren will.
Noch später, Auftritt des Feminismus in Gestalt von A. Schwarzer: Penetration ist Vergewaltigung! Ich werde Zwangsmitglied im Patriarchat. Lese ungezählte Artikel in der ZEIT oder im Spiegel oder woanders, wie unterdrückt und doch so viel intelligenter, empathischer, unterstützenswerter und natürlich auch schöner die Spezies Frau ist. Männer sind eher - Schweine. Auch wenn der ärztliche Befund offensichtlich sarkastisch gemeint war, steckt ja doch immer ein Korn Wahrheit darin. Bin wegen meiner Erbsünden bedrückt und bereit, den armen Frauen zu helfen.
Helfen kann nur, wer sich auskennt. Lese also viel, und je mehr ich lese und lerne, umso mehr kommt die Erinnerung an die Kirche und meinen Deutschlehrer hoch. Denn die feministische Politik bzw. Theorie paßt seltsamerweise immer wieder nicht zur Realität. Je mehr man nachhakt, desto mehr neue Unstimmigkeiten tauchen auf. Komme langsam aber sicher zu Überzeugung, von der Gesellschaft und speziell dem Feminismus eklatant belogen worden zu sein (und zwar mit einer "großen Lüge", wie es Wendy McElroy ausdrückt). Irgendwann bin ich zum zweiten Mal im Leben aus einer Kirche ausgetreten, in diesem Fall aus der feministischen Doktrin, die mir von Kindesbeinen an eingeimpft worden ist.
Einen genauen Zeitpunkt oder Anlaß kann ich nicht eingrenzen. Eine große Rolle hat mit Sicherheit das Buch Das Geschlechterparadox von Susan Pinker, das gespickt voll mit Informationen ist, gespielt. Entscheidende Erlebnisse waren sicher auch die Prozesse gegen Strauss-Kahn und Kachelmann, die mir zum ersten Mal klargemacht haben, daß ich in dieser Gesellschaft juristisch ein Mensch 2. Klasse bin (a.k.a. Gender-Apartheid) und mich jede Frau, die genügend kriminelle Energie und schauspielerische Fähigkeiten hat, ins Gefängnis bringen kann. Gegen 2010 lernte ich die ersten glaubwürdigen Statistiken zum Gender Pay Gap kennen, die die jahrelange feministische Propaganda zuvor als Falschaussage enttarnten; das eigentlich Schockierende war aber die unglaubliche Dreistigkeit, mit der danach trotz besseren Wissens diese (und andere) Falschaussagen fortgeführt wurden und bis heute werden - eben eine "große Lüge".
Der Auslöser, meinen Blog zu eröffnen, war die Aufschrei-Kampagne in Verbindung mit der davorliegenden, extrem fragwürdigen Wahl von "Opferabo" als Wort des Jahres 2013. Bei der Aufschrei-Kampagne wurde zwar auch wieder bzgl. der Zahl der Betroffenen kräftig gelogen, aber das hat mich kaum noch überrascht. Entscheidender war, daß die Aufschrei-Kampagne mich mit dem Definitionsmacht-Konzept und der feministischen Privilegientheorie bekannt gemacht hat - besten Dank übrigens an die Aufschrei-Protagonistinnen für diese Aufklärung über den Feminismus.
Seitdem sehe ich den Feminismus als eine der gefährlichsten Bedrohungen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in diesem Land an. Ich nehme den Feminismus als eine Bewegung wahr, die faktisch eine Gender-Apartheid installieren will und es teilweise schon geschafft hat, also eine Gesellschaft, in der kleine Minderheiten, die an der Spitze einer Opferstatushierarchie stehen, der Gesellschaft diktieren dürfen, was man im Alltag denken, fühlen und sagen darf. Die eine neue feudale Klasse installieren will, deren private Meinung oder Stimmung in einer Art Gender-DDR für andere Gesetz ist. Die Millionen an Steuergeldern mobilisieren kann, um Männer systematisch und demagogisch als Gewalttäter zu diskreditieren. Als eine Bewegung, deren führende Vertreter Rechtsstaatlichkeitsprinzip, Aufklärung und Wissenschaftlichkeit für patriarchalen Rotz halten - für mich sind das gerade die zentralen Ergebnisse der Aufarbeitung unserer faschistischen Vergangenheit und die Werte, die das Leben in diesem Staate lebenswert machen. Als eine Ideologie, die auf einer religionsähnlichen Pseudowissenschaft basiert, an deren Theorien man einfach glauben muß, auch wenn sie nicht zur Realität passen. Als eine Politikerkaste, die die Leute offensichtlich für dumm verkaufen will. Daß sich eine dermaßen antidemokratische Bewegung selber als emanzipatorisch feiert, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten - noch eine "große Lüge".
Wenn man ein paar Mal belogen worden ist, wird man mißtrauisch. Wenn man einmal die Methoden erkannt hat, mit denen der Feminismus die Öffentlichkeit verdummt und manipuliert hat und es weiterhin tut, wird man leider immer häufiger fündig- an dieser Stelle herzlichen Dank an meinem alten Deutsch- und Geschichtslehrer für das frühe Training -, angefangen beim systematischen Gebrauch von Doublespeak bis hin zu einer langen, trotzdem sicher nicht vollständigen Liste objektiv falscher Aussagen.

Was ich zu erreichen hoffe. Aufklärung. Kampf gegen die Verdummung. Zurück zur Demokratie und demokratischen Entscheidungsfindungen. Ein Ende der staatlich finanzierten Hetze gegen Männer und Jungen. Beendigung des Staatsfeminismus und Abschaffung der "Gleichstellungs"industrie, die eine grundgesetzwidrige einseitige Frauenbevorzugung betreibt. Alles weitere ist in diversen politischen Manifesten schon hinreichend ausführlich aufgeschrieben worden.

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Samstag, 22. März 2014

Wann ist Equal Pay Day?

Zu den scheinbar unausrottbaren Geschlechterstereotypen gehört, daß Frauen Probleme mit der Mathematik und ein distanziertes Verhältnis zu Zahlen haben. Der institutionalisierte Feminismus hat den Ruf, gerne mit getürkten Statistiken zu arbeiten, indem man Zahlen aus dem Zusammenhang reißt und falsch interpretiert. Eine der Hauptursachen für diese Eindrücke ist die immer wieder aufgestellte falsche Tatsachenbehauptung, die Durchschnittsfrau würde für die gleiche Arbeit 22 oder 23 % weniger Stundenlohn bekommen als der Durchschnittsmann, und die unzulässige Schlußfolgerung, sie werde deswegen diskriminiert. Diese getürkte statistische Behauptung hat den Feminismus enorm viel Zuspruch gekostet.

Das sollte eigentlich auch den feministischen Aktivisten klar geworden sein. Man sollte vermuten, daß die Lektion gelernt worden ist, nicht mit falschen Zahlen und unsauberen Rechenverfahren zu arbeiten. Unter dieser Annahme ist es sehr überraschend, daß die offizielle Berechnungsmethode für das Datum des Equal Pay Days einen gravierenden Denkfehler enthält, peinlicherweise zuungunsten des feministischen Standpunkts. Wir erfahren auf www.equalpayday.de:

Das Datum des Aktionstags markiert den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. 2014 findet der Equal Pay Day am 21. März statt.
und lernen auch ganz konkret (unter der rein hypothetischen Annahme, daß der unbereinigte Gender Pay Gap von 22% irgendeine Relevanz haben könnte) ...
... wie der Equal Pay Day als Datum berechnet wird: 22% von 365 Tagen sind 80 Tage. Wer ab dem 1. Januar auf dem Kalender 80 Tage abzählt, gelangt zum 21. März ...
Richtig abgezählt. Leider stimmt aber die ganze Rechnung nur unter der Annahme, daß unsere Durchschnittsfrau auf wundersame Weise schlagartig ab dem 1.1.2014 genausoviel verdient wie unser Durchschnittsmann. Nur dann könnte sie in 22% des Folgejahres auch 22% des Jahresgehalts unseres Durchschnittsmanns verdienen.

Nun ist die Annahme einer solchen Gehaltserhöhung - immerhin rund 28% - überraschend und weltfremd. Unter dieser Annahme ist das ganze Gedankenexperiment mit dem Längerarbeiten bis zum 21.3. nicht mehr wirklich eingängig. Man kann die Annahme trotzdem machen, sollte dann aber zumindest explizit darauf hinweisen.

Wenn wir realistischerweise annehmen, daß sich das Gehalt am 1.1.2014 nicht ändert, dann müßte unsere arme Durchschnittsfrau sogar

1.0 / 0.78 = 1.28205 Jahre

arbeiten, das macht

1.28205 * 365 = ca. 468 Tage.

Davon fallen 468 - 365 = 103 Tage in das Folgejahr. 103 = 31+28+31+13, also wäre das korrekte Datum des Equal Pay Day der 13.04.2014.

Den Denkfehler erkennt man noch leichter, wenn man runde Zahlen annimmt. Angenommen (Vorsicht: schwarzer Humor), die Durchschnittsfrau verdient 50% weniger als der Durchschnittsmann, dann müßte sie eigentlich ein ganzes Jahr länger arbeiten, gemäß offizieller feministischer Mathematik nur ein halbes.

Man könnte den Fall nun als peinliche Betriebspanne und Lappalie abtun, denn propagandistisch gesehen ist es egal, ob der EPD am 21.03 begangen wird oder am 13.04. (oder am besten am 07.01., denn laut IDW beträgt das wirkliche bereinigte Pay Gap nur 2% und (365 / 0.98) - 365 = ca. 7).

Das spätere Datum wäre indes propagandistisch viel besser gewesen und falsch rechnen ist nicht imagefördernd. Deswegen ist die eigentlich spannende Frage, wieso dieser Fehler überhaupt auftreten konnte. Hier kann man nur spekulieren:

  1. Hat man bewußt falsch gerechnet, weil man der (zu aktivierenden weiblichen) Öffentlichkeit die Division 1.0 / 0.78 nicht zumuten wollte, weil man annahm, damit deren mathematische Kompetenz zu überfordern? Eine höchst bedenkliche Annahme.
  2. Hat es wirklich keine einzige von den hunderten Frauen, die an der Aktion beteiligt waren und sind, diesen bösen mathematischen Denkfehler bemerkt? Dann könnte also doch etwas an den einleitend erwähnten Geschlechterstereotypen dran sein, der EPD wäre unbeabsichtigt eine publikumswirksame Demonstration geschlechts- und/oder ideologiebedingter mathematischer Inkompetenz. Ebenfalls eine höchst bedenkliche Annahme.
  3. Falls also doch ein paar Frauen den Fehler bemerkt haben - zumal dieser Post nicht der erste und einzige ist, der darauf hinweist -, wieso haben die nichts gesagt und die anderen aufgeweckt? Wollten die anderen nichts davon hören?
    Jeder macht Fehler, und wenn man selber darauf stößt oder darauf gestoßen wird, sollte man den Fehler abstellen. Einen erkannten Fehler nicht abstellen ist weitaus schlimmer als der Fehler selber, denn dann wird aus einem Irrtum eine Lüge.
Im Endeffekt führen alle Spekulationen zu unschönen Konsequenzen. Deren Gemeinsamkeit besteht darin, daß der institutionalisierte Feminismus schlampig mit Statistiken umgeht und offenbar unfähig ist, eigene Fehler zu erkennen und im Falle des Erkennens angemessen darauf zu reagieren. Was - leider - einmal mehr ein geschlechtsbezogenes Stereotyp bestätigt.


Nachträge 24.03.2014

  • Ein besonders prominenter Hinweis auf den Rechenfehler stand schon vor einem Jahr im Spiegel: Holger Dambeck: Gleiche Bezahlung für Frauen - Equal-Pay-Initiative verrechnet sich um 22 Tage. Dies unterstützt die obige Spekulation Nr. 3.
  • Einen aussichtslosen Kampf gegen die feministische Mathematik scheint man auch seitens der Deutschen Mathematiker-Vereinigung zu führen, wo man sich seit Jahren für eine Korrektur des Equal Pay Day einsetzt.
  • Auf heise.de ist inzwischen ein viel ausführlicher Artikel zum EDP Der Equal Pay Day und die 22 Prozent, von Alexander Durin, erschienen, der - wenig überraschend - zum gleichen Fazit kommt: "Geschäftsfrauen in leitenden Stellungen, die den gleichen Lohn für unterschiedliche Arbeit fordern und dabei nicht einmal die Prozentrechnung beherrschen, ... tragen ... dazu bei, Anschauungen, z.B. dass Frauen nicht logisch denken und schon gar nicht rechnen können, zu verfestigen."
  • Leser Gerhard weist auf einen Blogpost von Prof. Dr. Luise F. Pusch hin, in dem behauptet wird, das richtige Datum des EPD sei der 15. April. Als überzeugte Feministin stellt sie eine "frauenzentrierte Rechnung" auf und berechnet den Stundenlohn des Durchschnittsmanns auf 127,5% des Stundenlohns der Durchschnittsfrau, also einen Mehrverdienst von 27,5% oder gerundet 28%. Wie sie von hier aus auf den 15. April kommt, bleibt schleierhaft und bestätigt das Fazit des Artikels von Alexander Durin.
    Auf Basis von 28% Differenz kommt man, wenn man ganz einfach 365*0.28 = 102.20 = gerundet 102 = 31+28+31+12 rechnet, auf den 12.04.2014.
    Auf Basis von 27.5% kommt man auf den 10.04.2014, denn 365*0.275 = 100.375 = gerundet 100 = 31+28+31+10.
  • Wenn man in der ursprünglichen Berechnung statt des offiziellen, zugunsten der Frauen abgerundeten Werts 78% (= 100% - 22%) den präziseren Wert 78.427 (= 15.56 / 19.84) verwendet, kommt man natürlich auch auf den 10.04.2014, denn 365 / 0.78427 - 365 0.275 = 100.40094 = gerundet 100.

Nachträge 21.03.2015

  • Der Groschen scheint seit letztem Jahr nun doch gefallen zu sein und unterderhand hat man die Definition des EPD wie folgt umgestellt:
    Angenommen Männer und Frauen bekommen den gleichen Stundenlohn: Dann steht der Equal Pay Day für den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer schon seit dem 1.1. für ihre Arbeit bezahlt werden.
    Mathematisch gesehen ist das jetzt vordergründig richtig (tatsächlich aber falsch, s.u.), didaktisch gesehen aber kurios: in unserem Gedankenexperiment arbeiten die Frauen nie für den Stundenlohn, den sie tatsächlich bekommen, und warum sie umsonst arbeiten sollten, ist intuitiv auch nicht gerade einsichtig.
  • Nicht ganz gelungen ist die Kommunikation dieses mathematischen Salto rückwärts unter allen Beteiligten - vielleicht auch wegen der fehlenden didaktischen Qualität. D.h. dieses Jahr geistern beide Definitionen parallel durch die Politikerreden.
    Die TAZ beklagt die Verwirrung um den Equal Pay Day und lästert über die neue Definition: "... eine extrem verquere Erklärung, die nur deshalb gewählt wurde, weil die Organisatorinnen des Equal Pay Days nicht plötzlich ihr Datum nach hinten verschieben wollten."
    Sogar die streng feministische Süddeutsche läßt sich zu einem gedämpften Seitenhieb auf die feministische Mathematik hinreißen ("Eigentlich handelt es sich um einen einfachen Dreisatz"), hat aber einen genialen rettenden Einfall: Schuld ist das Statistische Bundesamt! Welches offensichtlich von Männern, also vom Patriarchat regiert wird. Weil es nämlich von 22 Prozent 'Verdienstunterschied' spricht und dabei wieder einmal die hegemoniale Männlichkeit als Bezugspunkt gewählt hat. Deshalb müsse "Schon in der Schule ... Mathematik anders dargestellt werden, ... vielfältiger, alltagsrelevant." Feministisch halt.
  • Auch die neue Definition enthält immer noch (wie schon die alte) einen gravierenden Denkfehler, der allerdings nicht auf Anhieb erkennbar ist. Relativ leicht von außen erkennbar ist folgender Fehler: Die zentrale Behauptung der neuen EPD-Definition, daß eine statistische Durchschnittsfrau ca. 78% des Jahresverdienstes des statistischen Durchschnittsmann erzielt, ist falsch. Tatsächlich ist es nur ca. die Hälfte.

    Die neue EPD-Definition wäre nur richtig, wenn die statistische Durchschnittsfrau genausoviele Arbeitsstunden absolvieren würde wie der statistische Durchschnittsmann. Tut unsere Durchschnittsfrau aber nicht, der Anteil der Teilzeitbeschäftigten ist unter den Frauen viel größer als unter den Männern. D.h. wenn das Jahresbruttogehalt als Stundenzahl * Stundensatz dargestellt wird, dann sind beide Faktoren bei Frauen kleiner als bei Männern.

    Nun könnte man auf die Idee kommen, einfach die Annahme gleicher Jahresarbeitszeiten explizit zu den anderen kuriosen Annahmen über die saisonal wechselnden Stundensätze dazuzunehmen, um die Definition zu retten. Das wäre aber falsch, weil die geringeren Arbeitszeiten eine wesentliche Ursache für die schlechteren Stundensätze sind: Sehr viele der überdurchschnittlich bezahlten Arbeitsplätze haben Wochenarbeitszeiten von 40 Stunden an aufwärts und stehen Teilzeitkräften nicht offen. Die neue EPD-Definition multipliziert unzulässigerweise einen Stundensatz, der nur unter der Annahme eines hohen Anteils von Teilzeitkräften gültig ist, mit der vollen Arbeitszeit, geht also von der Annahme der Vollzeitbeschäftigung aus - ein innerer Widerspruch.

Sonntag, 16. März 2014

Dein Bundesministerium für einfache Wahrheit


Inhaltsdeklaration: Hauptzutat: Bundesfrauenministerin Schwesig fordert aktives Engagement für gleichberechtigte Teilhabe. Kann Spuren von Sarkasmus enthalten.

Du wirst regiert von verschiedenen Ministerien. Diese Ministerien sind sehr schlau.
Aber sie sind trotzdem furchtbar nett, denn sie erklären dir alles in einfachen Worten.

Eines der Ministerien sorgt sich um die Familie, um alte und junge Menschen.
Besonders aber um Frauen, denn Frauen brauchen besonders viel Hilfe. Du weißt schon, warum.

Dieses Ministerium hat einen langen offiziellen Namen.
Weil es sich um alle außer den Männern kümmern muß.
Das sind ganz viele Menschen.

Den langen Namen brauchst Du aber nicht zu lernen.
Frau Schwesig, die schöne und kluge Ministerin, bezeichnet sich selber einfach als Bundes-Frauen-Ministerin.
Sie mag den langen Namen auch nicht.
Sie ist nämlich furchtbar ehrlich.
Du kannst noch einfacher Frauen-Ministerin zu ihr sagen.

Frau Schwesig kämpft für die tatsächliche Gleich-Stellung der Frauen.
Sie muß das tun, weil das so im Grund-Gesetz steht.
Gleich-Stellung heißt, daß Männer und Frauen gleich behandelt werden.
Sie sollen die gleichen Möglichkeiten haben.

Männer und Frauen haben nämlich nicht die gleichen Möglichkeiten.

Frau Schwesig will das Prinzip von gleichem Lohn für gleiche Arbeit endlich verwirklichen.
Denn Frauen erhalten in Deutschland im Durchschnitt 22 Prozent weniger Gehalt als Männer.
Obwohl sie die gleichen Arbeiten machen.
Das ist viel weniger Geld.
Und das ist sehr ungerecht.

Die Frauen-Ministerin sagt: die rechtliche Gleich-Stellung ist noch nicht in der Lebens-Wirklichkeit angekommen.
Damit will sie sagen: Frauen haben in Wirklichkeit nicht die gleichen Rechte wie Männer.

Es gibt böse Menschen, die behaupten, das stimmt nicht. Glaub denen nicht, denn nur die Frauen-Ministerin sagt die Wahrheit.
Nur wenn man besonders klug und ehrlich ist, kann man Minister werden.
Daran siehst du, daß Frau Schwesig recht hat und die anderen lügen.

Frau Schwesig ist außerdem stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD.
Die SPD ist eine große Partei.
Sie hat fast 500.000 Mitglieder.
Das sind ganz, ganz viele Menschen.
Frau Schwesig spricht im Namen all dieser Menschen.
500.000 kluge Menschen können nicht irren.
Auch daran siehst du, wie sehr Frau Schwesig recht hat.

Nur das Ministerium kennt die Wahrheit.
Es ist dein einziger wirklicher Freund.
Du kannst ihm blind vertrauen, es wird dich nie belügen.