- Einführung
- Falle 1: Versteckte Aussagen
- Falle 2: Die Begriffe "Frauen" und "Männer"
- Falle 3: "Bei allen gesellschaftlichen Vorhaben"
- Falle 4: "berücksichtigen"
- Falle 5: Das fehlende Mitspracherecht
- Fazit
- Innere Widersprüche
- Quellenangaben und ergänzende Lektüre
Der Begriff Gender Mainstreaming ist von den daran interessierten Akteuren immer recht diffus gehalten worden, um der Kritik keinen Angriffspunkt zu bieten. Eine verbreitet akzeptierte und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) offiziell abgesegnete Definition findet sich auf http://gender-mainstreaming.net:
Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.Auf den ersten Blick hört sich das durchaus plausibel an und scheint eigentlich selbstverständlich, enthält aber mehrere geschickt gestellte Fallen. Die Definition auf http://gender-mainstreaming.net wird im Text erläutert mit Begriffen wie "Geschlechtergerechtigkeit" oder "... tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung" oder "... zur Förderung einer tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter beitragen" (zu den Kampfbegriffen "Geschlechtergerechtigkeit" und "tatsächliche Gleichberechtigung" s. jeweils separate Seiten).
Gleichstellung wird bei der BMFSFJ-Definition nur versteckt in den Erläuterungen als Ziel angegeben. Diverse Definitionen aus anderen Quellen benennen es dagegen explizit in der Definition, z.B. http://www.uni-due.de/genderportal/mainstreaming_definition.shtml:
Gender Mainstreaming ist eine langfristige Strategie zur Förderung der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern.Wesentlich ist dabei, daß alle Definitionen mit sehr unscharfen Begriffen wie z.B. "Interessen", "Gleichstellung", "tatsächlichen Gleichstellung" (gibt es auch eine nicht tatsächliche Gleichstellung?) oder "Geschlechtergerechtigkeit" arbeiten und die wahren politischen Absichten kaschiert werden. Ferner werden als Täuschungsmanöver die beiden fundamental verschiedenen Begriffe Gleichberechtigung und Gleichstellung gleichgesetzt.
Kurioserweise wird auch der Begriff "Gender" falsch verwendet; man kann dies noch am ehesten als feministisches Doublespeak auffassen. Gender bezeichnet das soziale Geschlecht im Unterschied zum biologischen Geschlecht. Gender Mainstreaming-Maßnahmen orientieren sich aber so gut wie ausschließlich am biologischen Geschlecht und kommen fast ausschließlich biologischen Frauen zugute. Die resultierenden innere Widersprüche mit feministischen Dogmen werden unten separat diskutiert.
Wir beziehen uns i.f. vor allem auf diese ministerielle Definition des BMFSFJ und machen die diversen darin versteckten Aussagen zunächst explizit. Danach gehen wir auf die einzelnen unscharfen Begriffe ein und analysieren u.a., welches Potential zur Installation willkürlicher feministischer Gesetze und Verordnungen dadurch für den Feminismus entsteht.
Durchgängig wird das Sprachmuster Ambiguität verwendet, also die Verwendung unklarer Begriffe und Aussagen. Die Suche nach der korrekten Bedeutung wird implizit dem Zuhörer aufgebürdet, was ihn mental von den wichtigen Punkten ablenkt und, weil die Unklarheiten gar nicht lösbar sind, bei ihm ein Gefühl der fehlenden Qualifikation oder sogar Schuld hinterläßt. Letzteres führt zu einer defensiven Haltung, aus der heraus man sich nicht mehr traut, die Unsinnigkeit der Definitionen anzugreifen.
Intensiv gearbeitet wird ferner mit dem Sprachmuster Präsupposition, also der ungewollten Zustimmung zu versteckten Aussagen. Folgenden Aussagen stimmt man bei Verwendung der Definition des BMFSFJ implizit zu, denen man sehr wahrscheinlich klar widersprechen würde, wenn sie explizit geäußert würden:
- Frauen und Männer haben bei bei allen gesellschaftlichen Vorhaben und Kontexten unterschiedliche Interessen.
- Die komplette Wirklichkeit, in der man lebt, hängt vom Geschlecht ab. Wenn z.B. ein Mann und eine Frau Steuern zahlen müssen, ist das nicht das gleiche.
- "Die Männer" bzw. "die Frauen" sind keine Individuen, sondern Gruppen von Personen, die gleichartige Interessen haben. Die Interessendifferenzen innerhalb der Gruppe sind vernachlässigbar gegenüber den Interessendifferenzen zwischen den Gruppen.
- Aus Aussage 2 folgt, daß Männer die Interessen von Frauen nicht verstehen und daher nicht mitdefinieren können und umgekehrt. D.h. der politische Prozeß muß grundsätzlich von zwei gegeneinander arbeitenden Lagern ausgehen.
- Wörtlich genommen wird ausgesagt,
daß die Interessen von Frauen und Männern
normalerweise, also ohne die hier geforderten
besonderen Maßnahmen, nicht oder nicht ausreichend
berücksichtigt werden.
Sofern aber irgendwie die Interessen von Frauen oder Männern betroffen sind und deren Durchsetzung verlangt wird, ist in unserer Gesellschaft klar, daß damit ausschließlich Frauenförderung gemeint ist. Symptomatisch ist schon der Name des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, den man kürzer fassen könnte als "alle außer Männer". Eine im Kontextwissen versteckte Aussage ist somit die Zustimmung zu Gleichstellungsmaßnahmen bzw. konkret einseitiger Frauenförderung.
- der Einkommensklasse,
- der Religionszugehörigkeit,
- der Region (ärmer oder reicher, ländlich oder städtisch),
- der dominierenden Sprache und Kultur des sozialen Umfelds
"Die Männer" bzw. "die Frauen" sind keine Kollektive mit einheitlichen Wahrnehmungen und Interessen.
Die Begriffe "die Interessen von Frauen" bzw. "die Interessen von Männern" sind also im Kern völlig inhaltsleer. Dies erlaubt es den politischen Instanzen, die Gender Mainstreaming umsetzen dürfen, völlig willkürlich festzulegen, worin "die Interessen" von Frauen und Männern bestehen.
Diese Willkür führt manchmal zu erstaunlichen Resultaten bzw. wird daran sichtbar: Es werden z.B. umfangreiche Werbemaßnahmen durchgeführt, mit denen Frauen davon abgebracht werden sollen, Kindergärtner zu werden, weil dieser Beruf schlecht bezahlt ist. Zugleich werden umfangreiche Werbemaßnahmen durchgeführt, mit denen Männer dazu überredet werden sollen, Kindergärtner zu werden, weil dieser Beruf sehr erfüllend und gesellschaftlich wertvoll ist.
Im Endeffekt kann nur bei wenigen, willkürlich ausgewählten gesellschaftlichen Vorhaben tatsächlich der Aufwand getrieben werden, die Interessen von Frauen und Männern explizit zu berücksichtigen, z.B. um spezielle Lösungen für Männer bzw. Frauen zu schaffen.
Die Willkür bei der Auswahl dieser gesellschaftlichen
Vorhaben zeigt sich vor allem daran, daß fast
ausschließlich die Interessen von Frauen - wie immer diese
definiert seien - berücksichtigt werden. Die Definition
von Gender Mainstreaming erzwingt diese Schieflage nicht,
sie ist aber offensichtlich der Wille der feministischen
Akteure, die für die Einführung von Gender Mainstreaming
gekämpft haben.
Diese Akteure besetzen heute alle relevanten politischen
Machtpositionen, die zur Durchsetzung von Gender
Mainstreaming-Maßnahmen erforderlich sind.
Sie sind
weitgehend feministisch (bzw. antimaskulistisch) geprägt
(vgl. auch die Seite
Die Feministische Infrastruktur und der Staatsfeminismus).
Die offensichtliche Benachteiligung von Männern bei der
Auswahl von Maßnahmen wird häufig damit rechtfertigt, daß
feministischen Theorien zufolge Männer ein zu Unrecht
privilegiertes Geschlecht sind und dieses Unrecht
gemäß dem
Prinzip Blutrache
kompensiert werden muß.
Eine der wichtigsten Formen, wie die Interessen von Frauen berücksichtigt werden, sind bekanntlich Frauenquoten in ausgewählten lukrativen beruflichen Positionen oder politischen Machtpositionen. Gender Mainstreaming steht aber in einem krassen inneren Widerspruch zu derartigen Quoten, der unten im Abschnitt Innere Widersprüche erläutert wird.
Nun sind Interessengegensätze in Demokratien nichts ungewöhnliches, daher es gibt demokratische Verfahren, um letztlich mehrheitliche Entscheidungen herbeizuführen. Das eigentlich tückische an der Strategie "Gender Mainstreaming" liegt darin, daß sie (gemäß weiteren Erläuterungen auf http://gender-mainstreaming.net) als reines Verwaltungshandeln definiert wird und damit von jeder politischen Debatte und demokratischer Konsensfindung ausgenommen wird.
Dies ermöglicht auch ein andernorts unvorstellbares Kuriosum: In der Geschlechterpolitik definieren bei den aktuellen Machtverhältnissen feministische Frauen die (offiziellen) Interessen von Männern.
Bei allen demokratischen Auseinandersetzungen entwickelt normalerweise natürlich jede Partei selber ihren Standpunkt und vertritt sich selber in Debatten. Es gibt indes in allen einschlägigen Ministerien entweder gar keine formelle Instanz, die die Interessen von Männern vertritt, oder diese Ministerien sind weitestgehend weiblich besetzt und eindeutig feministisch orientiert. Die Strukturen sind ähnlich absurd, wie wenn bei Tarifverhandlungen die Arbeitgeber die Lohnforderungen der Arbeitnehmer aufstellen und gegen sich selber verhandeln würden und außerdem zu entscheiden hätten, ob eventuell gestreikt wird.
Die Definition des Begriffs Gender Mainstreaming übersieht zufälligerweise das Problem, daß Interessen von Frauen und Männern sehr häufig gegensätzlich sind und daß es in einer Demokratie ausschließlich Männern vorbehalten sein müßte, ihre Interessen, die "von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen" sind, zu definieren und zu vertreten.
Gender Mainstreaming hat sich in der Praxis als Mittel zur Unterminierung demokratischer Grundprinzipien und Errichtung totalitärer Machtstrukturen, die sich demokratischen Kontrollen entziehen, herausgestellt. Die reine Definition und der Grundgedanke von Gender Mainstreaming erzwingen diesen Mißbrauch keineswegs. Die weit überwiegend feministischen Aktivisten, die Gender Mainstreaming durchsetzen konnten, hatten aber ganz offensichtlich diese Absicht (s. ergänzende Lektüre) und nutzen die unter neutral klingenden Deckmantel "Gender Mainstreaming" geschaffenen Machtpositionen zur flächendeckenden Durchsetzung der feministischen Ideologie.
- Die bewußt vagen Begriffe in der Definition
ermöglichen eine beliebige Willkür bei der Auswahl der
Personen, die Interessen "der Frauen" bzw. "der Männer"
definieren und vertreten. Von daher ist es kein Zufall,
daß praktisch ausschließlich Maßnahmen realisiert werden,
die sich gegen Männer richten. Beispiele:
- In praktisch allen Gleichstellungsgesetzen werden die Gleichstellungbeauftragten dazu verpflichtet, ausschließlich die Interessen von Frauen zu vertreten.
- Das Hochschulzukunftsgesetz (HZG NRW) verpflichtet
z.B. alle Hochschulen eines Landes gesetzlich zur
einseitigen Bevorzugung von Frauen. §3 "Aufgaben", Absatz
(4) schreibt den Hochschulen vor:
"Die Hochschulen fördern ... die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Hochschule und wirken auf die Beseitigung der für Frauen bestehenden Nachteile hin. Bei allen Vorschlägen und Entscheidungen sind die geschlechtsspezifischen Auswirkungen zu beachten (Gender Mainstreaming)."
Es wird hier klar und rechtlich bindend ausgedrückt, daß Gender Mainstreaming ausschließlich als einseitige Frauenförderung zu verstehen ist.
- Gender Mainstreaming hat sich in der Praxis als Mittel zur Unterminierung demokratischer Grundprinzipien und Errichtung totalitärer Machtstrukturen herausgestellt, die politisch relevante Entscheidungen den üblichen demokratischen Kontrollen entziehen.
- Gender Mainstreaming war und ist der wichtigste Hebel, die immensen Mittel zum Aufbau und Unterhalt der Feministischen Infrastruktur zu erlangen. Diese Infrastruktur unterminiert das Grundrecht auf Gleichberechtigung, weil hierdurch Rechte von Frauen mit wesentlich mehr Nachdruck durchgesetzt werden als Rechte von Männern.
... die unterschiedlichen .... Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.
Keine Unterscheidung zwischen biologischem oder sozialen Geschlecht
Es ist unklar, ob in der Definition mit "Frauen" bzw. "Männern" biologische oder soziale Geschlechter gemeint sind. Dafür, daß biologische Begriffe gemein sind, spricht u.a.:- Faktisch zielen fast alle Gender Mainstreaming-Maßnahmen dahin, biologischen Frauen Vorteile zu verschaffen. Die aktiven und passiven Sonderrechte, die Gender Mainstreaming-Maßnahmen einrichten, können nur von biologischen Frauen in Anspruch genommen werden.
- Die Definition redet von "... Frauen und Männern" und betont damit den Gegensatz zwischen Männer bzw. Frauen; diese sind aber nur im biologischen Sinn eindeutig unterscheidbar (Frauen produzieren Eier und können schwanger werden, Männer produzieren Sperma); bei sozialen Rollen kann man leicht mehr als zwei Fälle unterscheiden.
- Biologische Frauen bzw. Männer bilden keine sozialen Gruppen mit homogenen Wahrnehmungen und Interessen, s. Falle 2: Die Begriffe "Frauen" und "Männer".
- Der Begriff Gender wird der Bezeichnung "Gender Mainstreaming" äußerst prominent plaziert, er ist zentral für den Feminismus (als zugrundeliegende Ideologie).
Diese Begriffskonfusion ist so erstaunlich, daß es schwer fällt, an einen Zufall zu glauben; sofern beabsichtigt, wäre es ein weiteres Beispiel für feministisches Doublespeak.
Invariabilität des (sozialen) Geschlechts
Nach der Definition haben Menschen offenbar ein fest vorgegebenes Geschlecht, das zu berücksichtigen ist. Die simple Lösung, die Interessen von Frauen und Männern einfach durch Umerziehung, Hypnose oder sonstige Mittel anzugleichen, ist nicht erlaubt. Frauen und Männer haben im Gegenteil ein Recht, verschieden zu sein (als einzelne Person sowieso, aber auch statistisch) und ihre Unterschiede zu behalten. Für Unterschiede in den biologischen Geschlechtern ist dies trivial und sehr alte Praxis, daher sind offenbar soziale Geschlechterrollen mitgemeint.Dies ist ein eklatanter Widerspruch zu zentralen (radikal-) feministischen Theorien, wonach das Geschlecht sozial konstruiert ist, also durch Umerziehung auch geändert werden könnte, und wonach es "eigentlich" keine unterschiedlichen Geschlechterrollen gibt, also von Natur aus gleich viele Frauen und Männer z.B. Ingenieure, Grundschullehrer und DAX-Vorstand werden wollen. Gender Mainstreaming ist auch nicht als Übergangslösung konzipiert, die Definition unterstellt eine dauerhafte wesentliche Verschiedenheit von Frauen und Männern.
Verstärkung der Geschlechterunterschiede
Gängigen feministischen Theorien und Politkerinnen zufolge müssen existierende Interessenunterschiede zwischen den Geschlechtern eingeebnet werden, weil unnatürlich.Gender Mainstreaming wirkt dem diametral entgegen: Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen werden sogar noch betont und verstärkt. Erstens werden sie explizit gesucht und festgehalten, also besonders bewußt gemacht. Zweitens ist es das Ziel, Männer und Frauen unterschiedlich zu behandeln, d.h. die Unterscheidung wird sogar organisatorisch und/oder gesetzlich verankert und ist, einmal existent, kaum noch zu beseitigen, weil die davon profitierenden Frauen heftigen Widerstand gegen eine Abschaffung von "Fördermaßnahmen" leisten werden. Insb. das Stereotyp, daß Frauen schwach und hilfsbedürftig sind, wird intensiv vermittelt und hat vielfach den Effekt, Frauen tatsächlich zu infantilisieren.
Heteronormativität
Durch die Betonung der Interessenunterschiede von Männern und Frauen unterstellt Gender Mainstreaming, daß es zwei wesentlich verschiedene Geschlechter gibt. Jede Betonung dieser - für normale Menschen offensichtlichen - Tatsache, daß es zwei verschiedene Geschlechter gibt, wird in vielen feministischen Diskursen schärfstens kritisiert und abgelehnt. Hierzu wurde der Kampfbegriff Heteronormativität geprägt, der die Heterosexualität als sozialen Standardfall anprangert bzw. ablehnt.Gender Mainstreaming ist somit ausgesprochen heteronormativ, sowohl in der Definition als auch in den realen Handlungen. Man könnte vorschlagen, die Ziele und Prinzipien des Gender Mainstreaming von zwei Geschlechtern auf beliebige viele Geschlechtstypen auszuweiten. Beispielsweise leben homo- bzw. heterosexuelle Männer in sehr verschiedenen "Wirklichkeiten", z.B. hinsichtlich offener Homophobie oder Strafbarkeit der sexuellen Orientierung in manchen Ländern oder der Anbahnung sexueller Beziehungen, und müßten eigentlich als separate Gruppen betrachtet werden. Es ist aber kaum vorstellbar, wie man dann noch mit vertretbarem Aufwand das Hauptziel der einseitigen Frauenförderung realisieren könnte und die zugehörigen praktischen Mechanismen gestalten müßte. Hierbei würde vor allem die Illusion zerstört werden, "die Frauen" seien ein homogenes Kollektiv (vgl. hierzu die Diskussion des Elitefeminismus), weil offensichtlich würde, daß es mehr oder minder privilegierte Frauen gibt.
-
Michael Bock: Gender-Mainstreaming als totalitäre Steigerung von
Frauenpolitik. Kellmann-Stiftung, 2006. http://www.kellmann-stiftung.de/beitrag/Bock_Gender.htm
Den Anspruch, eine Gesellschaft ... flächendeckend durch ein einheitliches Gestaltungsprinzip der Politik "auf Kurs" zu bringen, kennen wir von den totalitären Regimen des 20. Jahrhunderts. Es geht darum, nicht nur den gesamten Staatsapparat, sondern auch Vereine, Verbände und sonstige gesellschaftliche Gruppierungen effektiv auf den Kurs der jeweiligen Erneuerungspolitik zu bringen. Der unbedingte Wille, die gesamte soziale Wirklichkeit einem einheitlichen Prinzip unterzuordnen bzw. sie damit zu durchdringen, ist der Grund dafür, dass man diese Regime "totalitär" nennt. Er bezeichnet den äußersten Gegensatz zu einer liberalen Staatsauffassung, ....
- Leitfaden Gender Mainstreaming im Europäischen
Sozialfonds. BMFSFJ, 2004. http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Abteilung4/Pdf-Anl ... rue.pdf
Auf S. 6 beklagt der Leitfaden, Gender Mainstreaming sei nicht in allen Politikfeldern systematisch verankert, insb.: "Die Intention, Gender Mainstreaming als systematischen integrierten geschlechtersensiblen Handlungsansatz für alle Interventionen, in allen Phasen, unter Beteiligung aller Akteure zu implementieren, wird faktisch auf einen einzigen Wirkungsbereich reduziert, der für explizit positive Aktionen bezüglich der Diskriminierung von Frauen vorgesehen ist."
- Birgit Kelle: Nach außen Gleichstellung, von innen Feminismus. FOCUS Magazin Nr. 32, 2012. http://www.focus.de/magazin/archiv/politik-nach-aussen- ... 13.html
- Dale O'Leary: The Gender Agenda - Redefining Equality, (Deutsche Zusammenfassung von Christl Ruth Vonholdt) . Vital Issues Press, Lafayette, Internet Archive (28.09.2007), Teil I und II, 1997. http://web.archive.org/web/20070928091350/dijg.de/pdf/b ... ry1.pdf, http://web.archive.org/web/20070928091350/dijg.de/pdf/b ... ry2.pdf
- René Pfister: Aus Gleichstellung wird "Gender Mainstreaming". Spiegel, 30.12.2006. http://www.spiegel.de/spiegel/a-457053.html
- Bettina Röhl: Die Gender Mainstreaming-Strategie. Cicero Online Spezial, 31.03.2005. http://bettinaroehl.blogs.com/mainstream/2005/03/cicero_online_s.html
- Volker Zastrow: "Gender Mainstreaming" - Politische Geschlechtsumwandlung. FAZ, 20.06.2006. http://www.faz.net/aktuell/politik/gender-mainstreaming ... 41.html
- Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der
Bundesverwaltung und in den Gerichten des Bundes
§ 1 Ziel des Gesetzes: .... Nach Maßgabe dieses Gesetzes werden Frauen gefördert, um bestehende Benachteiligungen abzubauen. ...
- Ähnliche Formulierungen finden sich in
diversen Landesgleichstellungsgesetzen, z.B. im Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern für das
Land Nordrhein-Westfalen (Landesgleichstellungsgesetz -
LGG)
§ 1 Ziel des Gesetzes: .... Nach Maßgabe dieses Gesetzes und anderer Vorschriften zur Gleichstellung von Frauen und Männern werden Frauen gefördert, um bestehende Benachteiligungen abzubauen. ...
- In allen länderspezifischen Hochschulgesetzen werden die Hochschulen verflichtet, Maßnahmen zur Förderung von Frauen zu ergreifen, ggf. eingeschränkt auf Bereichen, in denen diese unterrepräsentiert sind. Maßnahmen zur Förderung von Männer, auch in Bereichen, in denen sie extrem unterrepräsentiert sind, sind nie vorgesehen. Die (stets weiblichen) Gleichstellungsbeauftragten haben ausschließlich die Interessen von Frauen zu vertreten. Es sind flächendeckend in allen Bereichen - auch dort, wo Frauen überrepräsentiert sind - Frauenförderpläne zu erstellen, der Begriff Männerförderplan existiert nicht.